Bürgerversammlung

1,5 Millionen Euro für die Brücken

Die Gemeinde muss für die Sanierung viel Geld ausgeben. Auch an die jüngsten wird gedacht. Die Spielplätze sollen für rund 100 000 Euro erneuert werden.
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Die Marktgemeinde wird einiges an Geld in die Sanierung der Brücken investieren müssen. Im Foto ist die Brücke zwischen Roth und Steinach zu sehen.Björn Hein
Die Marktgemeinde wird einiges an Geld in die Sanierung der Brücken investieren müssen. Im Foto ist die Brücke zwischen Roth und Steinach zu sehen.Björn Hein
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Die Bürgerversammlung in Steinach stieß von Seiten der Bevölkerung auf großes Interesse. Rund 60 Personen hatten sich versammelt, um sich darüber zu informieren, wie sich die Marktgemeinde in den letzten Jahren entwickelt hat. Die anschließende Fragerunde wurde rege genutzt.
Bürgermeister Andreas Sandwall teilte mit, dass in Hohn derzeit 235 Personen ihren Wohnsitz haben, in Nickersfelden 56, in Roth 332 und in Steinach 998. In der gesamten Marktgemeinde wohnen 4782 Personen. Während es 2017 in Steinach zehn Geburten gab, wurden in Roth drei neue Erdenbürger geboren, in Hohn und Nickersfelden gab es keine Geburten. In Steinach waren neun Sterbefälle zu beklagen, in Hohn und Roth jeweils vier und in Nickersfelden einer.
In der Vergangenheit wurden viele Investitionen getätigt, wie Sandwall erläuterte. So wurde von 2014 bis 2016 die Henneberghalle in Steinach generalsaniert, was Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro bedeutete. Gefördert wurde die Maßnahme mit rund 600 000 Euro, was einem Fördersatz von rund 33 Prozent entspricht. "Ich freue mich sehr, dass in Steinach ein Dorfladen eröffnet wurde", sagte der Bürgermeister. Die Versorgung vor Ort mit den wichtigsten Dingen sei nun sichergestellt. Weiter teilte er mit, dass die Genehmigung zur Entsorgung in der Erdaushubdeponie in Steinach um weitere zwei Jahre verlängert wurde. Geplant ist für 2019, das Baugebiet "Am Salzforst" in Steinach zu erschließen, die voraussichtlichen Kosten für die Maßnahme werden bei rund 785 000 Euro liegen. Die Brückenprüfung im Gemeindegebiet, die im vergangenen Jahr durchgeführt worden war, habe einige Mängel ans Tageslicht gebracht. "Wir müssen die renovierungsbedürftigen Brücken sukzessive erneuern", so Sandwall. Die voraussichtlichen Kosten lägen hier bei mindestens 1,5 Millionen Euro.
In der Vergangenheit wurde kräftig ins Feuerwehrwesen investiert, wie der Bürgermeister darlegte. So hat die Freiwillige Feuerwehr Steinach einen Mannschaftstransportwagen erhalten, was Kosten von rund 30 000 Euro verursachte. Außerdem wurde der Sitzungssaal im Rathaus in Steinach im vergangenen Jahr zum Schulungsraum umgebaut, was das Gemeindesäckel mit rund 8 000 Euro belastete. Die Freiwillige Feuerwehr Nickersfelden kann sich über eine neue Tragkraftspritze freuen, hier liefen Kosten in Höhe von 13 000 Euro auf. Investiert wurde auch in die Sanierung des Kirchenstegs und der angrenzenden Mauer in Steinach, die Maßnahme schlug mit rund 37 000 Euro zu Buche. Geld wurde für die Wasserversorgung in Steinach ausgegeben. Die Steuerungstechnik im Hochbehälter wurde für rund 90 000 Euro erneuert.
Die Gemeinderäte hatten in der Vergangenheit eine Fahrt in den Nationalpark Bayerischer Wald unternommen. "Das war uns sehr wichtig: Wir wollten uns aus erster Hand über die Nationalparkproblematik informieren. Mit neuen Eindrücken sind wir wieder heimgekommen", erklärte der Bürgermeister. Die dort erhaltenen Informationen seien sehr sachlich und auch fachlich gewesen.
Im Bereich des Spielplatzwesens soll sich nach Angaben von Sandwall in Zukunft einiges tun. Sukzessiv sollen diese erneuert werden, der voraussichtliche Kostenansatz hierbei liege bei rund 100 000 Euro im Jahr. "Ich habe mich gefragt, ob der Steinacher Spielplatz derzeit einen guten Standort hat. Vielleicht sollten wir uns hier etwas anderes überlegen", sagte Sandwall. Derzeit liegt er im Bereich zwischen den Straßen "Am Herrngraben" und "Mittelbachstraße". In jedem Fall sieht das neue Konzept vor, dass man die Spielplätze multifunktional ausbaut und auch Fitnessgeräte integriert. "Denn schließlich sollen sich auch Eltern und Großeltern, die mit den Kindern auf den Spielplatz gehen, hier wohlfühlen", meinte der Bürgermeister.
Ein Problem in der Gemeinde seien die Sturzfluten. Besonders im Bereich des Höhenwegs in Roth habe man das ganze Ausmaß bei einem sinntflutartigen Regen im vergangenen Jahr gesehen, der sehr viel Erde nach unten schwemmte. "Hieran ist die Landwirtschaft allerdings auch nicht ganz unschuldig", merkte Sandwall an. Er teilte mit, dass man bei der Erstellung eines kommunalen Sturzflut-Risikomanagements in den Genus von Fördermitteln käme. Hier solle ein Fachbüro eingeschaltet werden, welches sich alle Orte in der Marktgemeinde anschaut und die markanten Punkte nennt. "Wir werden wohl auch nicht herumkommen, neue Gräben zu ziehen. Vielleicht muss sogar noch ein Regenrückhaltebecken her", gab Sandwall zu bedenken. Doch zuerst müsse einmal ein Konzept entwickelt werden, das von Fachleuten erstellten werden wird. Im Gewerbegebiet Eckartspfad wurde außerdem die Schotterstrecke zwischen der "Gebrüder-Johann-Straße" und der "Maria-Stern-Straße" asphaltiert und somit eine Lücke geschlossen.
In der anschließenden Diskussion kamen die Bürger zu Wort. Kritisiert wurde, dass zwischen Weihnachten und Mitte Januar in der Henneberg-Halle oft Tag und Nacht das Licht brannte. "Die Anlagen mussten programmiert werden, weshalb hier die Beleuchtung an war. Tests und ähnliches haben das nötig gemacht", erklärte Bauhofleiter Stefan Metz.
Anliegen eines anderen Bürgers war es, dass beim Duschen in der Halle zum einen der Strahl etwas dürftig sei, zum zweiten sei das gewählte Intervall zwischen dem automatischen An- und Abschalten des Wassers in der Dusche sehr kurz gewählt. "Ich werde das überprüfen lassen", versprach der Bürgermeister. Franz Friedrich aus Hohn bemängelte, dass der Fußweg von Hohn nach Steinach in einem sehr schlechten Zustand sei. Gerade bei schlechtem Wetter verwandele er sich in Matsch. "Das wurde schon seit Jahren moniert. Dabei haben auch die Jagdgenossen zugesagt, hier ihr Scherflein beizusteuern", sagte der Bürger. "Das ist auf unserer Agenda, ich werde das Gespräch mit den Jagdgenossen suchen, um hier eine Lösung zu finden", erklärte Sandwall. Gemacht werden müsse auch der Weg beim Sportplatz, dieses Stück sollte asphaltiert werden.
Einen Kommentar zu den Sturzfluten gab Josef Roth aus Roth. Ein Problem sei gewesen, dass beim Mulchen der Gräben Richtung Nickersfelden das Gras liegen gelassen wurde. Beim Regen habe dieses dann den Ablauf verstopft, so dass das Wasser über den Weg lief. "Mit wenig Aufwand wäre so etwas regelbar", meinte Roth. Bauhofleiter Stefan Metz führte aus, dass das Wetter im letzten Jahr ungünstig gewesen sei. "Normalerweise verrottet das gemulchte Gras innerhalb von vier bis sechs Wochen", so seine Erfahrung. Durch den nassen Sommer kam dieser Prozess jedoch nicht in Gang, weshalb letztendlich das Gras den Einlauf verstopfte. Dennoch sagte er zu, dieses Problem im Auge zu behalten. Ein anderer Bürger sagte, dass man die Durchlässe regelmäßiger prüfen müsste. Seine Kritik ging aber auch in Richtung der Landwirte: hier werde beim Pflügen auch noch das letzte Eck ausgenutzt, und wenn die Gräben, in denen normalerweise das Wasser ablaufen kann, zugeackert sind, dann seien Schäden wie bei der Sturzflut nur eine Frage der Zeit. Schließlich könne das Wasser nicht richtig ablaufen. Sandwall gab dem Bürger recht und sagte, dass man sich hierum von Gemeindeseite aus kümmern müsse. Thomas Baumgart merkte an, dass die Ringe einiger Kanaldeckel in der Fürstengasse locker seien. "Das werden wir im Sommer machen, die Planungen hierzu liegen bereits in der Schublade", so Sandwall.
Ein anderer regte an, dass man die Wegränder, an denen Blumen wachsen, nicht in dem Maße mulchen sollte wie man das bisher tut. Als Imker wisse er, wie nötig die Bienen die dort wachsenden Blumen hätten, schließlich müssten sie sich ernähren. "Der Landkreis will ein Grüngitterkonzept machen, hier sollten wir uns anschließen. Ich bin ganz bei Ihnen, ohne Bienen geht es nicht", so Sandwall. Ein Diskussion gab es über die Parkregelung auf dem Marktplatz in Steinach. Das Parken ist auf vier Stunden begrenzt. "Besonders mittags werden hier viele Strafzettel verteilt", konnte die Wirtin des Gasthauses "Adler und Post", Elke Reuß beobachten. Kritisch sah sie, dass nur ein Schild an der Zufahrt darauf hinweist, dass man eine Parkscheibe ins Fahrzeug leben muss. Gerade Besucher, die von Richtung Bad Neustadt kämen, würden diesen Hinweis leicht übersehen. "Hier sollten Schilder links und rechts von den Parkflächen aufgestellt werden", machte Reuß den Vorschlag. Als Problem bei den begrenzten Parkzeiten sah sie außerdem, dass Besucher, die Alkohol getrunken haben und deshalb ihr Fahrzeug lieber über Nacht stehen ließen, dies aufgrund der begrenzten Parkzeit nicht mehr könnten. "Das sollte doch möglich sein", meinte Reuß. Andreas Sandwall sagte zu, dass er diese Thematik noch einmal mit seiner Verwaltung versprechen wolle. "Wenn es nicht praktikabel ist, dann können wir die Regelung auch wieder aufheben", meinte er. Angesprochen wurden auch die zahlreichen Quads, die illegal durch den Wald fahren und dabei die Wege kaputt machen. "Ich kenne die Problematik, aber das zu kontrollieren ist sehr schwer", sagte der Bürgermeister. Er könne nur an die Vernunft der Fahrzeughalter appellieren, dies zu unterlassen, da es ohnehin verboten ist.
In Sachen Straßenausbaubeiträge ging es nicht darum, dass sie bezahlt werden müssen. Vielmehr wurde kritisiert, dass es so lange dauere, bis man sie erhalte. Meist kurz vor Ende der Verjährungsfrist, so wie im Dezember 2017 geschehen. "Die Berechnungsverfahren sind aufwändig und zeitintensiv. Ich gebe aber zu, dass es etwas ungünstig war, dass sie erst kurz vor Weihnachten verschickt wurden", gestand Sandwall zu. Kritisiert wurde ebenso, dass der Kämmerer zu dieser Zeit im Urlaub war, so dass bei Rückfragen keiner zur Verfügung stand. "Ich gebe Ihnen hier recht", so Sandwall. Dennoch sei das Ganze auch ein Zusammenfallen unglücklicher Umstände gewesen. Beim nächsten Mal solle das aber anders sein, versprach er.


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