Weibersbrunn
Busunglück

Tödlicher Busunfall auf der A3: "Äußerst mangelhafte Rettungsgasse"

Bei dem schweren Busunglück am Samstag auf der A3 wurde ein Mensch getötet, 18 weitere teils schwer verletzt. Die Rettungsgasse war offenbar mangelhaft.
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Ein schweres Busunglück hat sich in der Nacht auf Samstag auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Bessenbach/Waldaschaff und Weibersbrunn ereignet. Insgesamt wurden 18 Menschen verletzt - der Busfahrer ist gestorben.  Wie jetzt verlautete, waren die Passagiere des Busses wohl angeschnallt. Foto: NEWS5 / Merzbach
Ein schweres Busunglück hat sich in der Nacht auf Samstag auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Bessenbach/Waldaschaff und Weibersbrunn ereignet. Insgesamt wurden 18 Menschen verletzt - der Busfahrer ist gestorben. Wie jetzt verlautete, waren die Passagiere des Busses wohl angeschnallt. Foto: NEWS5 / Merzbach
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In der Nacht auf Samstag kam es auf der A3 zwischen Bessenbach/Waldaschaff und Weibersbrunn zu einem schweren Unfall mit einem belgischen Reisebus. Der Bus fuhr auf einen vorausfahrenden Sattelzug auf. 18 der insgesamt 48 Passagiere wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Der Fahrer des Reisebusses kam bei dem Unfall ums Leben. Die Autobahn war in beiden Richtungen für mehrere Stunden komplett gesperrt.

Die Retter klagen nun darüber, dass die Autofahrer im Stau eine "äußerst mangelhafte Rettungsgasse" gebildet hätten, was die Arbeit der Einsatzkräfte zusätzlich erschwert hätte: "Ein Notarzt beklagte, er sei bei seiner Anfahrt massiv von anderen Fahrzeugen, insbesondere von Lkw, behindert worden", so Unterfrankens Polizeisprecher Björn Schmitt. Wie man eine Rettungsgasse richtig bildet, erfahren Sie in unserem Artikel. Seit 2017 gilt eine neue und einfachere Vorgabe zur Bildung der Rettungsgasse. Faustregel: Die Rettungsgasse muss immer zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben gebildet werden.

 

 


Tödliches Busunglück auf A3: Sicherheitsgurte verhinderten noch Schlimmeres
 

Wie jetzt bekannt wurde, trugen die Passagiere des Busses offenbar Sicherheitsgurte. Dies habe einer der Passagiere zu Protokoll gegeben, berichtet der belgische Rundfunk. Dass sie angeschnallt waren, hat einigen Passagieren anscheinend das Leben gerettet - und so, trotz der tragischen Umstände, noch Schlimmeres verhindert.

Die Polizei konnte diese Angaben mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Die Insassen des Reisebusses waren in den Skiurlaub nach Österreich unterwegs.


A3: Belgischer Reisebus fährt auf Lkw auf


Kurz nach Mitternacht ereignete sich der Unfall zwischen den Anschlussstellen Bessenbach/Waldaschaff und Weibersbrunn. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der Polizei war ein mit Glas beladener Sattelzug auf der vierspurigen Bundesautobahn 3 in Richtung Nürnberg unterwegs.

Im Bereich des sogenannten "Kauppenaufstiegs" fuhr der Lkw offenbar mit langsamer Geschwindigkeit auf der rechten Fahrspur. Der Fahrer eines nachfolgenden, belgischen Reisebusses erkannte die Situation zu spät und fuhr auf den Sattelzug auf.

Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Reisebus voll besetzt - 48 Reisende befanden sich in dem Bus. Vier der Fahrgäste, darunter auch der Fahrer, erlitten schwere Verletzungen. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht.

Weitere Businsassen wurden in der Zwischenzeit mit leichten Verletzungen vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Wie die Polizei mitteilt, wurden insgesamt 18 Reisende verletzt. Diese sowie die unverletzten Fahrgäste wurden mit einem Ersatzbus zu einer nahe gelegenen Raststätte gebracht - und dort betreut. Der Fahrer des Lkw kam laut Polizei wohl mit dem Schrecken davon.

 


Nach dem Unfall: Busfahrer im Krankenhaus gestorben

Der Busfahrer ist in der Nacht im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, wie Polizei am Samstagmorgen bestätigte.

Bis etwa 2.30 Uhr war die Autobahn in Richtung Nürnberg vollständig gesperrt. Insbesondere zur Landung des Rettungshubschraubers musste auch die Gegenrichtung über einen längeren Zeitraum gesperrt werden.

 

 

 

 

 


Seit etwa 7.45 Uhr am Samstagmorgen ist die Autobahn wieder frei befahrbar. Aufgrund der mangelhaften Rettungsgasse war zumindest ein Teil der Einsatzkräfte bei der Anfahrt zur Unfallstelle behindert worden, wie die Polizei mitteilt.

 



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