Aschaffenburg

Corona-Ausbruch in Franken? Immer mehr Falschmeldungen kursieren

In Aschaffenburg soll das Virus ausgebrochen sein, auch in Passau und Augsburg. Hinter den Meldungen steckt: nichts. Wer verbreitet Falschmeldungen über die Krankheit? Und vor allem: Warum?
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Das Coronavirus breitet sich mit beeindruckender Geschwindigkeit aus - bereits jetzt sind mehr Menschen an dem Virus erkrankt, als vor 17 Jahren am SARS-Erreger. Immer mehr Länder evakuieren ihre Bürger aus China - auch Deutschland hat am Freitag reagiert.

Das einzige, dass sich zur Zeit noch schneller auszubreiten scheint, als das Virus selbst, sind Fakes und Falschmeldungen zu angeblichen Fällen in Deutschland. Und natürlich die obligatorischen Verschwörungstheorien zu geheimen Forschungslaboren und perfiden Machenschaften. Auch in Franken tauchen solche Fake-News verstärkt auf.

Fränkische Zeitung wird Opfer von Fälschern

So wurde das unterfränkische "Main-Echo" zuletzt Opfer von Fälschern: In den sozialen Netzwerken kursierten Screenshots der Seite, die scheinbar über einen Ausbruch des Coronavirus in Aschaffenburg warnte. Die Redaktion des Main-Echo stellte die Fälschung schnell klar - und verurteilt die zunehmenden Fälschungen.

Man habe sich mittlerweile beinahe an die Verbreitung von Falschmeldungen gewöhnt, aber "dass dazu ein vermeintlicher Artikel einer Tageszeitung gefälscht wird, ist jedoch eine neue Qualität."

Der Fall aus Unterfranken ist nicht der einzige in Bayern. Das Coronavirus ist unter anderem auch in Augsburg und Passau aufgetaucht - angeblich. Über den Ausbruch in Augsburg wurde in der "Bild" berichtet - letztlich handelte es sich dabei ebenso um einen Fake wie bei den Meldungen zu einem Coronavirus-Fall in Passau, über den angeblich die Sueddeutsche Zeitung berichtet haben soll.

Dass solche Meldungen sich rasend schnell verbreiten, ist Dank sozialer Medien und digitaler Echtzeitkommunikation kein Wunder - doch wer erstellt solche Falschmeldungen eigentlich. Und vor allem: Warum?

Panik schüren und Meinung manipulieren

Häufig geht es, so erklärt beispielsweise die Onlineplattform mimikama.at auf ihrer Seite, politische Systeme zu destabilisieren oder bestimmte Personen oder Personengruppen zu diffamieren. Ein Beispiel dafür ist die Behauptung, dass Bill und Melinda Gates mit ihrer Stiftung direkt bei der gezielten Entwicklung des Virus beteiligt waren - um nun mit der Entwicklung eines Impfstoffes viel Geld zu verdienen. Ähnlich gestrickt - wenn auch aus gegensätzlicher Richtung - ist auch die Warnung des Youtubers "Odysseus", "die Medien" würden gezielt Informationen zurückhalten und die Gefahr durch das Virus herunterspielen.

Manchmal - und so scheint es bei den angeblichen Corona-Ausbrüchen in Bayern zu sein - geht es aber auch einfach um Aufmerksamkeit und der "Freude" am Panik schüren. Anders ist es nicht zu erklären, warum in einer Lage, in der tatsächlich bereits 5 Fälle des Coronavirus in Bayern bestätigt wurden und in der fränkische Forscher von einer weiteren Ausbreitung ausgehen, noch zusätzlich Verunsicherung geschürt und Angst verbreitet wird.

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