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Kronach

Zwölf Millionen Euro werden investiert

Der Zweckverband für Abfallwirtschaft will das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses auf den neuesten Stand der Technik bringen.
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Das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses soll stets auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Deshalb sind Investitionen unumgänglich. Foto: Archiv/Berger
Das Müllheizkraftwerk in Coburg-Neuses soll stets auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Deshalb sind Investitionen unumgänglich. Foto: Archiv/Berger

Der Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken (ZAW) mit den Städten und Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels plant bis 2023 Investitionen in Höhe von rund zwölf Millionen Euro.

Wie die für Finanzen zuständige Katrin Tröger bei der Verbandsversammlung am Dienstag in der Geschäftsstelle in Dörfles-Esbach betonte, stehe der für den Betrieb des Müllheizkraftwerks in Coburg zuständige ZAW auf einem soliden finanziellen Fundament, weshalb für die Investitionen keine Kreditaufnahmen vorgesehen seien.

Werkleiter Peter Baj geht von einem jährlichen Investitionsvolumen zwischen zwei und 3,5 Millionen Euro aus. Schwerpunkte sind Erneuerung und Modifikation des immerhin schon seit über 30 Jahren betriebenen Müllheizkraftwerks (MHKW) im Coburger Stadtteil Bertelsdorf. "Die Anlage soll stets auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden", so Katrin Tröger. Nachdem Klimaschutz stark in den Vordergrund rücke, müsse der Verband mit Mehraufwendungen beim Betrieb des MHKW rechnen. Faktoren könnten strengere Grenzwerte, sinkende zur Verbrennung angelieferte Müllmengen oder die Erhöhung von Recycling-Quoten sein.

Schäden durch Abnutzung

Geld fließt zudem in die Instandhaltung der Fernwärmeleitung, die zum Teil ebenfalls schon seit drei Jahrzehnten besteht. "Abnutzung kann jederzeit zu Schäden an den Leitungen führen", erklärte Tröger. Das vom MHKW gespeiste Fernwärmenetz liefere in der kalten Jahreszeit Prozesswärme und in den Sommermonaten Energie für Klimaanlagen. Die zunehmend bessere Isolierung von Gebäuden führe allerdings dazu, dass dem ZAW weniger Einnahmen aus der Fernwärmeversorgung blieben.

"Der Klärschlamm kommt", gab Verbandsrat Gerhard Ehrlich zu bedenken. Nachdem die Überreste von Kläranlagen bald nicht mehr als Dünger auf Feldern ausgebracht werden dürften, sei damit zu rechnen, dass mehr Klärschlamm ins MHKW geliefert werde. Laut Werkleiter Baj habe der ZAW bereits die Betreiber von Kläranlagen in den Städten und Gemeinden kontaktiert. Die Resonanz lasse aber noch zu wünschen übrig.

Wie Baj erklärte, lieferten derzeit drei Kommunen Klärschlamm zur Verbrennung an. Würde der Schlamm aller Kläranlagen im Verbandsgebiet ins MHKW gebracht, fielen jährlich etwa 15 000 Tonnen an. Das MHKW müsste seine Kapazität entsprechend erhöhen. "Das würde eine Investition in Höhe von rund zwei Millionen Euro bedeuten", sagt der Werkleiter. Allerdings sei das noch Zukunftsmusik. Der ZAW wolle jetzt weiter mit den Kommunen im Gespräch bleiben, um eine zeitnahe Lösung zu finden.

Grundsätzlich versuche der Verband, die Gebühren für die Müllverbrennung stabil zu halten, so Tröger. Dies hänge von der Auslastung und damit dem wirtschaftlichen Betrieb des MHKW ab. Nicht zuletzt generiert der ZAW Einnahmen aus dem Verkauf von in der grünen Tonne gesammeltem Papiermüll. Die Preise für Altpapier fielen aber stetig. Ein Risiko für die Gebührenstabilität seien zudem gesunkene Energieerlöse.

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