Kasendorf
Projekt

Zwölf fränkische Kommunen wollen im Verbund Energie sparen

Gemeinsam geht vieles leichter. Wer sich zum Beispiel zu Jahresbeginn vorgenommen hat, ein paar Pfunde abzuspecken, wird vermutlich schon bemerkt haben, das...
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Oft kann man schon mit einfachen Mitteln Energie sparen - man muss nur wissen, wie. Foto: Archiv
Oft kann man schon mit einfachen Mitteln Energie sparen - man muss nur wissen, wie. Foto: Archiv
Gemeinsam geht vieles leichter. Wer sich zum Beispiel zu Jahresbeginn vorgenommen hat, ein paar Pfunde abzuspecken, wird vermutlich schon bemerkt haben, dass man als Einzelkämpfer schnell die Motivation verlieren kann.
In der Gruppe dagegen wird man immer wieder freundlich, aber mit Nachdruck an seine Ziele erinnert, auch wenn man selbst gerade einen kleinen Durchhänger hat.
Wenn sich ab Februar zwölf Bürgermeister aus Ober- und Unterfranken drei Jahre lang regelmäßig treffen, um gemeinsam ihre Ziele zu erreichen, geht es aber nicht um die persönliche Traumfigur. Stattdessen widmen sich die Gemeindeoberhäupter dem Energieverbrauch ihrer Kommune, denn auch der kann aus dem Ruder laufen.
Im kommunalen Energieeffizienznetzwerk Oberfranken, kurz "keeno", haben sich zwölf Kommunen und kommunale Verbände zusammengeschlossen, von Röslau im Kreis Wunsiedel ganz im Osten Oberfrankens bis nach Schonungen im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Mit dabei sind auch die Gemeinden Kasendorf und Himmelkron sowie der Schulverband Stadtsteinach-Untersteinach.


Eigene Liegenschaften im Blick

Unter der Regie der Energieagentur Nordbayern mit Sitz in Kulmbach wollen die Kommunen gemeinsam daran arbeiten, dass der Energieverbrauch in ihren eigenen Liegenschaften sinkt. Doch zuvor müssen die Teilnehmer überhaupt erst in die Lage versetzt werden, über ihren Verbrauch Bescheid zu wissen, denn bereits hier beginnt das Problem: "Gerade in vielen kleineren Kommunen wird über die Energieverbräuche kaum Buch geführt, und Vergleiche über mehrere Jahre hinweg finden noch seltener statt", sagt Wolfgang Böhm. Der Geschäftsführer der Energieagentur hält als Manager des Netzwerks die Fäden zusammen und weiß, wie wichtig die akribische Bestandsaufnahme gerade am Beginn des Projekts ist.
Die Einführung eines Kommunalen Energiemanagements in allen beteiligten Kommunen ist deshalb eine wesentliche Säule der Netzwerkarbeit, die vom Bundesumweltministerium umfangreich bezuschusst wird.
Zusätzlich, und das ist der Clou am Netzwerk der Energieagentur, soll überall vor Ort ein eigener Energieexperte ausgebildet werden, der in den Heizungsanlagen der kommunalen Gebäude nach dem Rechten sehen und Schwachstellen rechtzeitig erkennen kann.
Alle drei Monate tauschen sich die Kommunen bei gemeinsamen Netzwerktreffen an unterschiedlichen Orten aus, nicht nur über ihre Einsparerfolge. Thematisiert werden sollen in den kommenden drei Jahren auch alle anderen Themen der Energiewende, von der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik bis zur Stromerzeugung durch PV-Module auf dem Rathausdach.
"Netzwerk bedeutet: Hier können sich die Kommunen einbringen, die bereits Erfahrungen sammeln konnten. Davon profitieren dann alle anderen, die das vielleicht demnächst angehen möchten", so Böhm.
Das Netzwerk "keeno" nimmt am 1. Februar 2018 seine Arbeit auf. Am Anfang steht, auch das ist Effizienz, die gemeinsame Unterzeichnung der Verträge in der "Frankenfarm" in Himmelkron. red
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