Rothenkirchen

Zweite Heimat gefunden

Bereits zum dritten Mal macht Pfarrer Noby Ponpanal Urlaubsvertretung im Frankenwald. Die Region und ihre Menschen sind ihm inzwischen ans Herz gewachsen.
Artikel drucken Artikel einbetten

Karl-Heinz Hofmann Rothenkirchen —  Pfarrer Noby Ponpanal aus Kerala (Indien) ist zum dritten Mal in Urlaubsvertretung im Frankenwald. Er vertritt hier Pater Helmut Haagen OMI. In seiner circa vierwöchigen Vertretungszeit lernt er Land und Leute kennen und erkundet den Frankenwald auch per Fahrrad.

Sein Betreuungsgebiet mit der Pfarrei St. Bartholomäus Rothenkirchen (Filialkirche St. Marien Förtschendorf), Pfarrei Herz- Jesu Pressig (Filialkirche St. Anna Welitsch) und Pfarrei St. Johannes der Evangelist (Filialkirche St. Josef Gifting) ist groß, stellt er in einem Gespräch fest. Pfarrer Noby wurde 1983 im südindischen Distrikt Idukki im Bundesland Kerala geboren und ist dort auch aufgewachsen. Seine Priesterweihe empfing er 2009. Bis 2014 wirkte er als Diözesan-Priester in der Diözese Idukki. Zuletzt drei Jahre als Pfarrpriester.

Seit 2014 lebt er in Rom und absolviert ein weiterführendes Studium mit Ziel der Doktorarbeit in Theologie an der "Pontifical Gregorian University" Rom. Trotz dieser großen Herausforderung stellt er sich in seinen Semesterferien den vielfältigen Aufgaben eines Pfarradministrators. Dabei fällt seine Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Herzlichkeit gegenüber den Christen im Frankenwald auf. "Wenn ich an den Frankenwald denke, kann ich sagen, dass ich mich zu Hause fühle. Ich bringe dem Frankenwald dieselben Gefühle entgegen wie meiner Heimat", sagt Father Noby überzeugt. "Zurzeit ist es mein dritter Aufenthalt im Frankenwald mit Standort in Rothenkirchen. Als ich das erste Mal hierherkam, war ich etwas ängstlich und niedergeschlagen, doch als ich zurückreiste, war ich glücklich und zufrieden", erzählt Pater Noby lächelnd.

Im zweiten Jahr sei er mit wesentlich mehr Vertrauen und Enthusiasmus gekommen und bei seinem dritten Aufenthalt fühle er sich wie zu Hause. All die positiven Erfahrungen, die er hier machen durfte, lassen diesen Ort zur zweiten Heimat werden. "Wenn ich die wichtigste Besonderheit des Frankenwaldes zu beschreiben versuche, die mein Herz am meisten berührt, so ist dies die Gemeinschaft, das Gemeinschaftsleben." Das Gebiet, in dem er in sechs Ortschaften die Heilige Messe zelebriert, sei groß, aber dadurch erfahre er sehr viel über die Menschen.

In seiner Vertretungszeit erlebt er drei große Feste. Es beginnt mit dem Schützenfest in Rothenkirchen in den ersten Augusttagen. Dann durfte er beim Dorffest in Brauersdorf die Segnung des neu geschaffenen Kinderspielplatzes vornehmen - eine sehr angenehme Aufgabe, nach der Kinder Luftballons steigen ließen, "sehr herzerfrischend", wie er kommentiert. "Außerdem war ich schon zweimal beim Patronatsfest, der St.-Bartholomäus-Kirchweih, dabei", welches mit den "Ruotnkernge Biertouch" verbunden ist. Dieses Fest wird er an diesem Wochenende auch zum dritten Mal miterleben. Die Teilnahme an all diesen Festen findet er wunderbar. Dadurch erfahre er sehr viel über die Dörfer und ihre Menschen, und ihm werde die gemeinschaftliche Verbundenheit innerhalb der Ortsteile deutlich.

"Mein Zusammenleben mit den liebevollen, sich sorgenden und hart arbeitenden Menschen ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung", so Pater Noby. "Die Schönheit des Frankenwalds erfahre ich bei meinen Radtouren. Ich bin hier während meiner Semesterferien. Ich fühle mich geliebt und umsorgt und deshalb kehre ich erholt und regeneriert nach Rom zurück."

Da seine Studien noch nicht beendet sind, hofft und wünscht er, im nächsten Jahr wieder hier sein zu dürfen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren