Gößweinstein
Benefizkonzert

Zwei verschiedene Instrumente verstehen sich in der voll besetzten Basilika

Wie verstehen sich zwei Instrumente, die nach ihrer Entstehung mehr als tausend Jahre auseinanderliegen - die Orgel, deren Prototypen schon in römischer Zeit als "Hydraulis", sprich als Wasserorgel ex...
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Georg Schäffner an der Orgel und Johannes Neuner mit dem Saxophon gaben in der Basilika Gößweinstein ein grandios Benefizkonzert für die Klosterkirche.  Foto: Thomas Weichert
Georg Schäffner an der Orgel und Johannes Neuner mit dem Saxophon gaben in der Basilika Gößweinstein ein grandios Benefizkonzert für die Klosterkirche. Foto: Thomas Weichert

Wie verstehen sich zwei Instrumente, die nach ihrer Entstehung mehr als tausend Jahre auseinanderliegen - die Orgel, deren Prototypen schon in römischer Zeit als "Hydraulis", sprich als Wasserorgel existierte, und das Saxofon, benannt nach dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax und 1846 in Paris patentiert? Die Lösung findet sich in der spielbaren Literatur, die Johannes Neuner und Georg Schäffner an Hand verschiedenster Stile zum Klingen bringen.

Barockmusik von Georg Friedrich Händel wandert flötenartig durch die Stuckornamente der Kirche. Die Originalwerke für Saxofon des Belgiers Jean Baptiste Singelée aus dem Jahr 1860 verbinden pompöse Eröffnungsmusik mit italienischer Liedkunst. Strenger spanischer Paso doble geht einher mit langsamen Walzer und Cha-cha-cha und schwebt tänzerisch leicht durch das Kirchenschiff.

Die Orgel besitzt natürlich Hausrecht, wie Georg Schäffner mit dem Concerto H-Moll von Johann Gottfried Walther und der Toccata G-Dur von Theodore Dubois eindrucksvoll demonstriert. Souveräne Spieltechnik paart sich mit natürlichstem Klangsinn in den ruhigen Sätzen.

Demgegenüber stellt das solistische Saxofon zeitnahe Rhythmen aus kubanischem Tanz und Ragtime aus New Orleans. Jedoch Vorsicht, die Stücke stammen aus der Feder des renommierten Kirchenmusikers Sigfrid Karg-Elert und sind sehr expressiv und dicht angelegt! Mit "Nobody knows the trouble I see” und "Go, tell it on the mountain” für Orgel und Saxofon findet man sich wieder in vertrautem Genre, bis zum Schluss das ursprüngliche Posaunenstück "Morceau Symphonique" op. 88 des französischen Großmeisters Alexandre Guilmant die Brücke zwischen wuchtigen Tuttiklängen und tiefster Sinnlichkeit baut.

Was ein Baritonsaxofon zu leisen vermag, wird hier klar aufgezeigt.

Den Gesamteindruck dieses Benefizkonzerts für die Sanierung der Klosterkirche auf das Publikum vermag man am besten am lang anhaltenden Schlussapplaus mit Standing Ovations und zwei Zugaben in der voll besetzten Basilika abzunehmen.

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