Scheßlitz

Zwei neue Solarparks an der A 70

Der Scheßlitzer Stadtrat spricht sich für zwei Photovoltaik-Projekte an der Autobahn bei Wiesengiech aus. Für das kleinere der beiden Vorhaben wurde bereits der Bebauungsplan beschlossen.
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Auf den Feldern im Vordergrund, links und rechts der Brücke über die Autobahn bei Wiesengiech, soll auf zweieinhalb Hektar Fäche ein Solarpark entstehen. Ein weiterer, kleinerer Solarpark ist ein Stück weiter Richtung in Richtung Bamberg (rechts) geplant. Foto: Ronald Rinklef
Auf den Feldern im Vordergrund, links und rechts der Brücke über die Autobahn bei Wiesengiech, soll auf zweieinhalb Hektar Fäche ein Solarpark entstehen. Ein weiterer, kleinerer Solarpark ist ein Stück weiter Richtung in Richtung Bamberg (rechts) geplant. Foto: Ronald Rinklef
Scheßlitz wird grün. Nicht politisch und auch noch nicht vom Wetter her. Aber energetisch. Im Stadtrat ging es nicht um eine Wahl. Die kommt erst wie allerorts im Herbst. Und auch das Wetter zeigte sich noch von seiner winterlichen Seite. Es ging um "grüne" Energie. Denn gleich zwei Solarparks standen im Mittelpunkt der Sitzung, die Zweiter Bürgermeister Holger Dremel für den erkrankten Bürgermeister Kauper leitete. Beide Projekte liegen an der Autobahn im Stadtgebiet Scheßlitz.
Der "Solarpark Strohwegfelder" liegt an der A 70 auf Höhe Wiesengiech, an der Autobahnseite Richtung Bamberg. Auf einer Fläche von 2,55 Hektar wird mit einer Nennleistung von 1400 Kilowatt peak (kWp) gerechnet. Damit könnten etwa 350 Haushalte mit Strom versorgt werden. Ein jährlicher Ertrag von 1,4 Millionen Kilowattstunden (kWh) wird prognostiziert. Das Projekt soll in zwei Bauabschnitten mit je 750 kWp realisiert werden. Als Bauzeit werden ein bis zwei Monate angegeben. Die Kosten belaufen sich auf rund eine Million Euro (netto).


Durchaus sinnvoll

Heiko Martin, Inhaber von KMM, Kommunal Management Martin in Bad Staffelstein, stellte für die Bauherren Andreas Depp und Ulrich Roth das Projekt den anwesenden Stadträten in der aktuellen Planungsphase vor. Es besteht aus zwei gegenüberliegenden Ausbauflächen, jeweils mit umlaufender Begrünung. Aufgrund der parallel verlaufenden Autobahn sei die Nutzung des Geländes für einen Solarpark durchaus sinnvoll.
Noch dazu quere eine 110-KV-Leitung das Terrain, was Nutzungsmöglichkeiten zusätzlich einschränkt.
An der geplanten Stelle werde die Anlage nicht als störend empfunden. Rund 35 Prozent der Fläche würden mit Solarmodulen in einer Höhe von 3,5 Meter überlagert. Es würden keine größeren Erdbewegungen stattfinden. Da die Träger der Module in den Boden gerammt werden, seien nur wenige Fundamente notwendig. Für eine Länge von 40 Metern im vorderen Bereich zur Autobahn hin werde bei der Autobahndirektion eine Sonderfreigabe beantragt.


Vorentwurf angenommen

Von den Stadträten wurde der Vorentwurf einstimmig angenommen. Da die Kosten über die Änderung des Flächennutzungsplans von den Bauherren übernommen werden, wurde der Antrag zur Änderung ebenfalls einstimmig gefasst sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden.
In der Planung bereits weiter fortgeschritten ist die zweite Anlage im Sondergebiet "Photovoltaik-Anlage Wiesengiech an der A 70". Tobias Semmler vom Ingenieurbüro IVS in Kronach war anwesend, um den aktuellen Stand aufzuzeigen.
Das Projekt befindet sich etwa 400 Meter westlich der Schulstraße in Wiesengiech und gegenüber der A70, in Richtung Bamberg. Es umfasst eine Fläche von 0,6 Hektar. Die Nennleistung wird mit 299,88 kWp angegeben. Damit können rund 75 Haushalte mit Energie versorgt werden. Eine jährliche Stromerzeugung von rund 300 000 kWh wird kalkuliert. Als Bauzeit sind drei bis vier Wochen vorgesehen.
"Aus der Bürgerschaft liegen keine Einwände vor", berichtete Dremel. Keine Stellungnahmen, gleichzusetzen mit keinen Einwänden, gab es auch seitens der Regierung von Oberfranken, vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, vom Bauernverband, dem Amt für Digitalisierung Breitband und Vermessung Bamberg, dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Planungsverband Oberfranken West. Eingegangene Stellungnahmen wurden im Stadtrat zur Kenntnis genommen und werden in den Bebauungsplan aufgenommen.
Eine ursprünglich geplante Hecke unterhalb der Leitungstrasse als Ausgleichsfläche wurde vom Fachbereich Naturschutz des Landratsamtes Bamberg nicht anerkannt. Eine Einigung mit dem Bauherrn wurde gesondert erzielt. Der Bauherr pflanzt auf einem südlich der Anlage gelegenen Grundstück mit 1000 Quadratmeter Fläche Feldgehölze und Sträucher. Eine Pflanzliste wurde vereinbart, die in den Bebauungsplan übernommen wird.


Gutachten wird erstellt

Obwohl laut Planungsbüro von der Anlage keine Blendwirkung für den Straßenverkehr und die weiter entfernt liegenden Wohnhäuser der Schulstraße zu erwarten ist, wird ein Blendgutachten erstellt. Ohne Gegenstimme wurde der Bebauungsplan gebilligt. In der Folge werden die Bürgerschaft im kommenden Mitteilungsblatt Scheßlitz unterrichtet und das Vorhaben ab dem 9. April für einen Monat öffentlich im Rathaus zur Einsicht ausliegen.


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