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Zwei Bambergern gelingen seltene 1000-Kilometer-Flüge

Zwei Spitzenpiloten des Bamberger Aero-Clubs haben sich den Traum eines jeden ambitionierten Segelfliegers erfüllt: Im motorlosen Flug erreichten sie die Strecke von 1000 Kilometern. Und wenn das auch...
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Max Dorsch in der LS4WL  Foto: Grün
Max Dorsch in der LS4WL Foto: Grün

Zwei Spitzenpiloten des Bamberger Aero-Clubs haben sich den Traum eines jeden ambitionierten Segelfliegers erfüllt: Im motorlosen Flug erreichten sie die Strecke von 1000 Kilometern. Und wenn das auch noch mit einem Flugzeug der Standardklasse mit nur 15 Metern Spannweite gelingt, ist das etwas Außergewöhnliches.

Der Jüngste des Bundesliga-Kaders, Max Dorsch, schaffte dieses Kunststück mit einer 37 Jahre alten Vereinsmaschine. Als gelernter Flugzeugbauer hatte er die LS4 über den Winter selbst professionell renoviert, neu lackiert und ihr erst kürzlich entwickelte Winglets angepasst. Eigentlich wollte er nur einen Trainingsflug als Vorbereitung für die WM nächsten Monat in Ungarn absolvieren, für die er sich als deutscher Meister der Junioren qualifiziert hat.

Gemeinsam mit Frank Schmitz, der mit seiner eigenstartfähigen ASW22BLE flog, machten sich beide gegen 9.30 Uhr im Teamflug auf den Weg Richtung Cham, wo sie gegen 11 Uhr ankamen. Von dort ging es bis Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb und zurück in den Bayerischen Wald, weil es in der zweiten Tageshälfte im Westen abtrocknen und Ausläufer einer Warmfront in das Fluggebiet ziehen sollten.

Schmitz hatte sich zwischenzeitlich mit seiner deutlich besseren Maschine abgesetzt und eine schnelle Linie von St. Englmar über das Fichtelgebirge bis hinter Oberhof im Thüringer Wald gefunden. Mit dem Rückflug nach Bamberg hatte er 1059,5 Kilometer zurückgelegt und über den Flugzeugindex 1044 Punkte einkassiert. Und nicht nur das: Von allen Piloten, die an diesem Tag in ganz Europa 1000 Kilometer flogen, war Schmitz der Schnellste.

Bis Dorsch mit der LS4 im Frankenwald ankam, machte ihm die Warmfront einen Strich durch die Rechnung, so dass er ihr bei Stockheim ausweichen musste. Statt den Thüringer Wald nutzen zu können, blieb ihm nur der Weg nach Schweinfurt. Bei Grafenrheinfeld wendete Dorsch. Nachdem er bei immer schwächer werdender Thermik kurz vor 20 Uhr nahe Eltmann noch einmal Höhe gewinnen konnte, entschied er sich dazu, nicht direkt zur Breitenau zu fliegen, sondern am Flugplatz Bamberg vorbei die restliche Höhe abzugleiten und so die 1000 Kilometer vollzumachen.

Nach seiner Außenlandung nahe Ahorntal zeigte der Logger exakt 1008,2 Kilometer an. Das bedeutet indexbereinigt stolze 1154 Punkte in der OLC-Wertung. "Wahnsinnssache, damit hätte ich am Morgen nicht gerechnet", meinte Dorsch. FH

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