Oberthulba

Zuviel Rehwild im Wald

Der Jagdbogen Oberthulba Nord soll künftig in Eigenregie bewirtschaftet werden. Sorgen machen die Schäden im Wald durch den Wildverbiss, hieß es in der Vorstellung des Waldzustandsberichts.
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Das Wild braucht mehr Äsungsflächen, damit der Verbiss zurückgeht.  Foto: Jeremy/Fotolia
Das Wild braucht mehr Äsungsflächen, damit der Verbiss zurückgeht. Foto: Jeremy/Fotolia

Die Ergebnisse sind eindeutig: Zu viel, Rehwild, zu viel Rotwild, zu viel Schwarzwild im Jagdbogen Oberthulba Nord weist Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung-Landwirtschaft- und Forsten (AELF) im Waldzustandsbericht nach. Schlimmer noch: Das hat sich seit 20 Jahren nicht gebessert. Auch Hans-Peter Donislreiter von der unteren Jagdbehörde, Rupert Wolf, Leiter des Forstbetriebs Markt Oberthulba und sein Revierleiter Christoph Uffelmann sorgen sich um das Grün der Gemeinde.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig, die Lösung nicht einfach. Vieles muss zusammenstimmen für einen gesunden Wald. "Verbiss verhindert die Verjüngung des Waldes", stellt Zürner fest, Hans-Peter Donislreiter gibt zu bedenken: "Abschuss allein genügt nicht" und auch Rupert Wolf ergänzt: "Der Pächter allein schafft's nicht." Was da in der Gemeinderatssitzung mit nachdenklichem Ernst besprochen wird, ist für Bürgermeister Gotthard Schlereth "eine existenzielle Bedrohung der Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung".

Weil das alle wissen, gab es in der Vorbereitung zur Gemeinderatssitzung viele, teils emotionale, aber doch konstruktive Besprechungen der am Wald beteiligten Organisationen, einschließlich Jagdgenossen, Bauernverband und Holzrechtler, mit dem Ziel, die Situation gemeinsam zu verbessern berichtet der Bürgermeister. "Es muss mehr Licht auf den Boden, damit mehr wächst", wurde festgestellt. "Das Wild braucht mehr Äsungsflächen damit der Verbiss, vor allem der Edelhölzer, zurückgeht" ist ebenso eine Erkenntnis, wie erforderliche, allerdings kostenintensive Schutzmaßnahmen, die zu ergreifen sind.

Pachtvertrag läuft aus

Weil der Pachtvertag im März 2019 ausläuft sind die Gespräche zur Verbesserung der Situation intensiviert worden und der Bürgermeister trägt in der Sitzung eine Absichtserklärung zur weiteren Vorgehensweise vor, die einstimmig angenommen wird. Darin heißt es: Dass das bisher gemeinsam verpachtete Eigenjagdrevier (EJR) des Marktes mit 470 Hektar und das Gemeinschaftliche Revier (GJR) mit 273 Hektar der Jagdgenossenschaft Oberthulba getrennt wird und der Hauptteil des EJR künftig in Eigenregie bejagt wird.

Alle an der Jagd beteiligten Organisationen sind sich einig, dass die Eigenbewirtschaftung ohne Pächter nicht einfach, aber einen Versuch wert ist, wie 3. Bürgermeister Mario Götz feststellt.

Jugendbetreuerin stellt sich vor

Zu Beginn der Sitzung hatte sich außerdem Ina Hiller von PRO Jugend als Jugendbetreuerin für den Markt Oberthulba vorgestellt und von ihren ersten Wochen in der Gemeinde berichtet. Mit einer Jugendbefragung, der Sozialraumanalyse und der Mitwirkung am Ferienprogramm hat sie sich bekannt gemacht. Eine fiktive U18-Wahl wurde durchgeführt und derzeit wird die Situation der Jugendräume in Oberthulba und in Thulba überprüft und nach Lösungen gesucht. Zusammen mit den Ortsbeauftragten wird für 2019 eine Jungbürgerversammlung in Oberthulba organisiert.

Die eingereichten Bauanträge aus Schlimpfhof, Reith und Frankenbrunn wurden genehmigt. Das Rhönhofgelände in Oberthulba will die Gemeinde "positiv begleiten", wie Rathauschef Schlereth es ausdrückt. Für den 27. November ist die Bürgerversammlung in Wittershausen geplant und am 28. November kommen die Bürger von Reith zu Wort.



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