Hammelburg
Abwasserzweckverband

Zusatzkosten nach Starkregen: Fachfirmen mussten Lehm entsorgen

Nach dem Starkregen Ende Mai/Anfang Juni 2018 in einigen Orten rund um Hammelburg wurde jede Menge Lehm und anderer Unrat in die Kanäle gespült beziehungsweise bei Aufräumarbeiten durch Helfer den Abf...
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Nach dem Starkregen Ende Mai/Anfang Juni 2018 in einigen Orten rund um Hammelburg wurde jede Menge Lehm und anderer Unrat in die Kanäle gespült beziehungsweise bei Aufräumarbeiten durch Helfer den Abflusskanälen zugeführt. Das bedeutete für den Abwasserzweckverband Thulba-Saale einen enormen Aufwand, wie Geschäftsführer Burkard Oschmann in einem Pressegespräch zur ersten Verbandsversammlung 2019 erläuterte.

"Da passt das Wort Schlamassel", meinte er. Mehr Personal, Maschinen und Fachfirmen waren nötig, um den Unrat wieder aus dem Abwasser zu bekommen. Das führte neben dem großen zusätzlichen Zeitaufwand auch zu einer enormen Kostensteigerung. Die Jahresrechnung 2018 weist im Verwaltungshaushalt für die Unterhaltung von Kanälen, RÜBs und Pumpwerken daher 65 581 Euro statt der geplanten 40 000 Euro auf.

Dauerhaft teurer ist die Entsorgung des Klärschlamms geworden. Während der gesamte Klärschlamm früher auf den Äckern der Umgebung ausgebracht wurde, ist dies durch neue Vorschriften nur noch in Teilen möglich. Die Entsorgung in der Landwirtschaft ist drastisch zurückgegangen. Stattdessen wird der Großteil des Klärschlamms jetzt zum Zementwerk in Karlstadt gebracht, wo er thermisch verwertet wird. Die Nachfrage dort steigt und damit auch der Preis für die Entsorgung. Dazu kommen Vorbehandlung und Transport. Die Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms stiegen damit von 91 843 Euro in 2017 auf 188 054 Euro in 2018.

Die Aufträge für 2019 wurden an die Firmen Omros (Hildburghausen) für die Entwässerung des Klärschlamms, Dorn (Hammelburg) für dessen Transport und Südwasser (Erlangen) für die thermische Verwertung von rund 1500 Tonnen entwässerten Klärschlamm vergeben. Der Verwaltungshaushalt 2018 schließt im Ergebnis mit 1 351 403 Euro. Der Vermögenshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 1 661 891 Euro.

Überblick von der Zentrale aus

Der Abwasserzweckverband ist groß geworden, 26 Orte beziehungsweise Ortsteile sind angeschlossen. Daher ist ein Gesamtüberblick wichtig. Um einen sicheren und verbesserten Betrieb für das 200 Kilometer lange Kanalnetz zu gewährleisten, das inzwischen angeschlossen ist, wurden bestimmte Außenstationen fernwirktechnisch an das Leitsystem der Kläranlage angeschlossen. Damit können die Mitarbeiter in der Zentrale zum Beispiel Verstopfungen schnell erkennen und Kontrolleinsätze gezielt durchführen.

Außerdem hat der AZV für 17 000 Euro einen GNSS-Empfänger gekauft und kann damit nun selbst zentimetergenau Punkte erfassen und zwar exakt nach Lage und Höhe. Damit sei nun zum Beispiel die Erfassung und Dokumentation der Rohrleitungsnetze möglich, ohne dass der Verband auf Ingenieurbüros angewiesen ist. Das Gerät kann auch von den Mitgliedsgemeinden ausgeliehen werden, die damit zum Beispiel Grenzsteine auffinden können.

Ferner wird am Regenüberlaufbecken 2 in Hammelburg unterhalb der Grundschule die Abflussregelung erneuert und für den Einbau einer neuen Pumpe die Elektrosteuerung angepasst. Und es wird eine neue Telefonanlage für die Geschäftsstelle sowie eine EDV-Anlage beschafft. Die bisherige ist 20 Jahre alt und nicht mehr reparaturfähig.

Seit 1. Februar 2019 gibt es einen Betreuungsvertrag für die Kläranlage Aura, der "ein Erfolg für beide Seiten ist", so Oschmann. Demnach teilen sich die Mitarbeiter des AZV und die vor Ort die Überwachung und das funktioniere bisher problemlos.

Nachdem die Kläranlage jetzt 20 Jahre in Betrieb ist, muss sie nachgerechnet und überplant werden, um einen neuen Wasserrechtsbescheid für die nächsten 20 Jahre zu erhalten. Dafür wurde die Belastung der letzten vier Jahre ausgewertet. Die Anlage ist auf 28 000 Einwohnerwerte ausgelegt. "Wir liegen nah an der Belastungsgrenze, halten aber die geforderte Reinigungsleistung sehr gut ein", bilanziert Oschmann. Er erwartet daher keine großen Veränderungen, aber die Entscheidung liegt beim Wasserwirtschaftsamt.

Im Rahmen der Inbetriebnahme der Anschlüsse von Albertshausen, Poppenroth und Schlimpfhof am 11. Dezember 2018 wurde eine Quizfrage gestellt, bei der Oberthulbas Bürgermeister Gotthard Schlereth unter 20 Teilnehmer die beste Schätzung abgegeben hat. Den Gewinn übergab ihm Oschmann in der Sitzung.

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