Coburg

Zusammenrücken auf dem Anger

Das Coburger Vogelschießen wird auch nach den Veränderungen auf dem Ketschenanger nicht größer - kleiner aber auch nicht. Die Schützengesellschaft hat mit Stefan Schober und seinem Team schon alles vorbereitet.
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Die Schützengesellschaft freute sich über die Erfolge ihrer Mitglieder bei den Gau- und Bezirksmeisterschaften. Mit auf dem Bild sind auch neugewählte Mitglieder des Ausschusses.  Foto: Martin Koch
Die Schützengesellschaft freute sich über die Erfolge ihrer Mitglieder bei den Gau- und Bezirksmeisterschaften. Mit auf dem Bild sind auch neugewählte Mitglieder des Ausschusses. Foto: Martin Koch
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So richtig gute Laune hatte Oberschützenmeister Hans-Herbert Hartan zu Beginn der jüngsten Mitgliederversammlung am Mittwoch nicht. Der Frust über den Entzug seiner Stimmrechte im Stadtrat in Angelegenheiten über die Zukunft und Weiterentwicklung des Ketschenangers saß schon tief. Er ist halt Oberschützenmeister, also Vorsitzender der Schützengesellschaft Coburg, und dieser alte und traditionsreiche Coburger Verein ist als Veranstalter des immerhin schon 1444 erwähnten Coburger Vogelschießens wohl vermutlich nicht ganz unbefangen. Die Zukunft des Ketschenangers ist wieder mal offen, Hotelbaupläne vertagt. Aber das Vogelschießen findet ab Freitag, 26. Juli, auf jeden Fall statt. Kleiner als in den Vorjahren wird es nicht, größer aber auch nicht. Hoffnungen des Oberschützenmeisters und des Platzmeisters Stefan Schober auf mehr Platz durch den Abriss der Sporthalle haben sich nicht erfüllt. Es bleibt eine flach geklopfte Schotterfläche, die durch eine temporäre Toilettenanlage angeknabbert wird. Die Fläche dürfe nicht einmal für die Wohnwagen der Schausteller benutzt werden.

Aber immerhin ist es Stefan Schober und seinem Team gelungen, auf dem Festgelände rund 70 Vergnügungsstationen unterzubringen, vom Gurkenfass bis zur Achterbahn "Wilde Maus" und zum großen Riesenrad "Roue Parisienne". Die größte Fläche wird wohl das neue Bierzelt von Bastian Schumann brauchen. Der verbindet fränkische Gemütlichkeit mit Weltläufigkeit. So ist Schuhmann nicht nur auf etlichen fränkischen Kirchweihen dabei, sondern auch bei der Vier-Schanzen-Tournee. Essen und Trinken sind bei Bastian Schuhmann wieder in einer Hand.

Zum Ausschank im Festzelt kommt ausschließlich eigens gebrautes oberfränkisches Festbier aus der Privatbrauerei Leikeim aus dem nahen Altenkunstadt. Die Maß Festbier soll 8,60 Euro kosten, weniger als in Erlangen oder auf der Wiesn in München. Da darf die echte Coburger Bratwurst nicht fehlen - wird sie auch nicht. Gelato-Fans können sich heuer wieder an der "Neustadter Eiskist" erfreuen. Die Fischbraterei von Ralf Pazdera wird durch die Firma Wittmann aus Fürth ersetzt. Die bekannten Lecker-Brezen von Hartmann gibt es auch.

Die BR-Radeltour sorgt in diesem Jahr für eine umfassende Medienpräsenz des Vogelschießens, denn sie macht am Sonntag, 28. Juli, Station in Coburg. Der Schützenauszug beginnt dann zwar auch um 10.45 Uhr am Ketschenanger, aber er geht zunächst über die Obere Anlage und die Wettineranlage zum Schlossplatz. Die Teilnehmer der BR-Radeltour stehen für die Schützen Spalier. Vor dem Schützenauszug findet im Bierzelt um 9.30 Uhr ein ökumenischer Festgottesdienst statt. Die zweite Station des Schützenauszuges ist der Marktplatz. Dort wird Oberbürgermeister Norbert Tessmer die von der Stadt Coburg 1715 gestiftete Standarte in die Obhut der Schützen übergeben. Gleich am Freitag, 26. Juli, gibt es ein Eröffungsfeuerwerk, das am Donnerstag, 1. August, noch getoppt werden soll. Am Montag sind alle Coburger Vereine ins Festzelt eingeladen. Am Mittwoch, 31. Juli, lockt der Familiennachmittag. Da ist sogar der Kasper im Festzelt dabei und bringt zwei Stücke zur Aufführung. An den meisten Nachmittagen und Abenden gibt es ein Musik- und Unterhaltungsprogramm, unter anderem mit den Kapellen und Showbands "Bassd scho", "Gipfel Gaudi" oder "Bayernmafia". Das "Bierfrankentrio" verspricht am Samstag, 27. Juli, ab 14 Uhr Blasmusik ohne Verstärker. Blasmusikfreunde können sich am Dienstag, 30. Juli, ab 18 Uhr auf die "Neundorfer Blasmusik" freuen. Andere Klänge verspricht am Mittwoch, 31. Juli, der Country-Abend mit Rick Allen und Band.

Am Sonntag, 4. August, finden um 18 Uhr die Siegerehrungen und Könisproklamationen statt. Der Volkschützenkönig wird dabei in der alten Angerturnhalle bei einem Jedermannschießen mit der Armbrust ermittelt. Die Jungschützen schießen auf einen hölzernen Adler, gestaltet vom Scheuerfelder Künstler Michael Ebert. Zum 200. Geburtstag von Prinzgemahl Albert gibt es eine Ehrenscheibe mit den Wappen von Albert und Victoria. Dazu bekam Schützenmeister Stefan Stahl sogar ein Dankschreiben von Queen Elizabeth II.

Bei der Mitgliederversammlung gab es noch zwei Nachwahlen. Florian Zosig ist jetzt Jugendvertreter im Ausschuss. Neu gewählt wurde auch der 28 Jahre alte Zahnarzt Nicolas Hein. Neuer Zweiter Schützenmeister ist Manfred Florschütz, der in diesem Amt Friedrich Kulse ablöst.

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