Lauenstein

Zurück ins Mittelalter

Am kommenden Wochenende lädt die Gemeinschaft der Lauensteiner Vereine zum 18. Burgfest ein. Allen Gästen wird an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm geboten.
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Die Spitze des Festumzuges durch Lauenstein vor zwei Jahren Foto: Kapitän
Die Spitze des Festumzuges durch Lauenstein vor zwei Jahren Foto: Kapitän

Lauenstein — Eine mittelalterliche Kulisse mit Mönchen, Gauklern, Landsknechten, Burgfräuleins, Handwerkern und natürlich der sagenumwobenen "Weißen Frau von Lauenstein": Beim traditionellen Burgfest nimmt die Gemeinschaft der Lauensteiner Vereine ihre Gäste von Freitag bis Sonntag mit auf eine spannende historische Zeitreise. Das Festzelt befindet sich auch in diesem Jahr auf dem Festplatz am Fuße der romantischen Mantelburg, mächtiges Wahrzeichen hoch über Lauenstein.

Alle zwei Jahre feiert das nördlichste Frankenwald-Dorf am vierten Wochenende im Juni sein traditionelles Burgfest mit jeder Menge mittelalterlicher Attraktionen. Ausrichter des 1985 erstmals stattgefundenen bunten Treibens ist der Zusammenschluss örtlicher Vereine. Das Fest - eine gewollte Mischung aus Historie und Moderne - wurde bis einschließlich 2015 auf der in den tiefen Wäldern des Frankenwaldes und des Thüringer Waldes so idyllisch eingebetteten Höhenburg ausgerichtet. 2017 hielt man das Spektakel erstmals auf dem Großparkplatz am Fuße der Burg ab. "Wir haben hier einfach andere Möglichkeiten - gerade auch, was die Platzverhältnisse angeht", erklärt Erhard Witte, der als "Burggraf Erhard von der Eben" auch durch das dreitägige Programm führen wird.

Die Arbeiten teilen sich die Vereine untereinander auf, wobei im wechselnden Turnus jeweils ein Verein die Hauptverantwortung innehat - heuer der Gesangverein Lauenstein, vertreten durch den Ersten Vorsitzenden Martin Schmidt.

Bereits die Premiere des Burgfests im Jahr 1985 war ein großer Erfolg. Damals gab es schon den großen Festzug, der noch immer den Höhepunkt des mittelalterlichen Treibens bildet. Heuer erfolgt die Aufstellung erstmals am Springelhof. Seinen Anfang findet das Spektakel bereits am Freitagabend. Um 19.30 Uhr wird der "Burggraf" mit einer Abordnung aus Knappen, Rittern, Ratsherren und Haubenfrauen in das Zelt einmarschieren und das Fest-Wochenende eröffnen. Ab 20 Uhr spielt die Stadtkapelle Teuschnitz mit "Party Power Pur" auf.

Ein Mönchsbier, das es in sich hat

"Den Samstagnachmittag bewirten traditionsgemäß die Mönche", erklärt Erhard Witte. Ab 15 Uhr bieten die ehrwürdigen Männer in ihren braunen Kutten an ihrem Mönchsstand vor dem Zelt spezielles dunkles Mönchsbier an, das es in sich hat.

Die Präsenz der Mönche stellt zugleich eine Reminiszenz dar, wurde doch die ursprünglich zum Gebiet des Orlagaus gehörende Herrschaft Saalfeld - nach der ersten Jahrtausendwende - durch Mönche des Benediktinerklosters Saalfeld kolonisiert. Die heute im Besitz des Freistaates Bayern stehende Burg Lauenstein stellte damals einen herrschaftlichen Mittelpunkt im damaligen Rodungsgebiet dar.

Die musikalische Umrahmung des Samstagnachmittags obliegt dem Musikverein "Die Lauensteiner" mit Unterstützung des örtlichen Gesangvereins und den "Ellis". Bei den Blasmusikrookies handelt es sich um Jungmusiker aus der Großgemeinde Ludwigsstadt, die sich zum gemeinsamen Musizieren zusammengefunden haben. Zur Rocknacht wird wiederum die Band "Swagger" das Zelt zum Kochen bringen. Nach Einbruch der Dunkelheit findet vor dem Zelt erneut eine spektakuläre Feuershow statt.

Dem ökumenischen Zeltgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr mit einer sicherlich wieder auf das Fest zugeschnittenen Burgpredigt schließt sich ein Frühschoppen an, bis es um 13.30 Uhr mit dem mittelalterlichen Festumzug zum Höhepunkt des Wochenendes übergeht. Auch heuer werden wieder zahlreiche historische Gruppen aus dem Landkreis Kronach sowie aus dem benachbarten thüringischen Raum erwartet. Auch politische Prominenz hat sich angekündigt, allen voran Landrat Klaus Löffler sowie Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt, natürlich beide historisch gewandet.

Nicht fehlen darf dabei die "Weiße Frau von Lauenstein". Unter den vielen Legenden, die sich um die Burg ranken, ist wohl die bekannteste die der Katharina von Orlamünde. Sie tötete - der Sage nach - ihre eigenen Kinder, weswegen ihr Geist bis heute keine Ruhe finde. Anschließend geht es zum Festbetrieb mit Mönchen, Handwerksständen, Musik und vielem mehr über.

Besonders gedacht wird am Samstag und Sonntag an die jüngsten Besucher, die sich auf eine große Kinder-Mitmach-Straße mit Kinderbetreuung und -animation freuen dürfen. Bestens gesorgt ist auch für das leibliche Wohl aller Gäste mit sowohl süßen als auch herzhaften Leckereien. Natürlich hat wieder die Bar geöffnet.

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