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Münnerstadt

Zurück in der alten Heimat

Martin Hild ist der neue Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Münnerstadt. Am Sonntagnachmittag wird er offiziell eingeführt. Aufgewachsen ist er in einer römisch-katholischen Familie.
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Pfarrer Martin Hild ist der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Münnerstadt.  Foto: Thomas Malz
Pfarrer Martin Hild ist der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Münnerstadt. Foto: Thomas Malz

Martin Hild ist angekommen. "Wir sind wieder in der Heimat nach einigen Abenteuern und Erfahrungen", sagt er. Wir - das sind seine Frau Karin, er und die zwei jüngsten von vier Kindern. Die Familie ist ins frisch restaurierte Pfarrhaus am Fuße des Schindbergs eingezogen, gleich neben dem evangelischen Gemeindezentrum, das Martin Hild bestens kennt. Dass das Pfarrbüro inzwischen vom Wohnhaus ins Gemeindezentrum umgezogen ist, findet er gut. "Da ist privat und dienstlich besser getrennt." Das Pfarrhaus kennt er auch von früher, als Eckart Reichelt noch Pfarrer der Auferstehungskirche war.

Abitur in Münnerstadt

Der frühere Pfarrer hat das Leben von Martin Hild stark beeinflusst. "Er war sehr ökumenisch ausgerichtet", erinnert sich Martin Hild, der mit seinen Eltern und Geschwistern im Alter von vier Jahren aus dem hessischen Bad Nauheim nach Burglauer gekommen war, wo er später auch die Grundschule besuchte. Dann ging er aufs Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt, wo er 1990 sein Abitur ablegte. Zunächst entschied er sich für eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten in Bad Kissingen. Aber dabei sollte es nicht bleiben.

"Ich bin römisch-katholisch aufgewachsen, wie die meisten in Burglauer", sagt er. Seine Mutter ist noch heute in der Pfarrgemeinde sehr aktiv. Die Eltern leben nach wie vor in Burglauer, die drei Geschwister in der Nähe. "Es ist eine sehr schöne Gegend." Ein Grund, warum auch er zurückgekommen ist, obwohl er als Pfarrer von Oberlauringen zuletzt nicht wirklich weit entfernt war.

Ein großes Vorbild

Die offene Art von Pfarrer Eckart Reichelt, sein Umgang mit der Ökumene und noch ein paar Dinge mehr haben Martin Hild zur evangelischen Kirchengemeinde Münnerstadt gebracht, zu der ja neben sämtlichen Stadtteilen auch die Gemeinden Strahlungen und Burglauer zählen. "Pfarrer Reichelt war mir ein großes Vorbild." Dann begann er mit dem ehrenamtlichen Lektorendienst. Es war Zeit zu konvertieren. "Ich habe gemerkt, dass mir das gut gefällt und dass ich das auch auf Dauer machen möchte." Und so begann er ein Studium der evangelischen Theologie in Erlangen. Sein Vikariat absolvierte er in Erlangen, Pfarrer zur Anstellung war er in Naila. Noch heute schwärmt er von der sehr modernen Konfirmandenarbeit dort mit viel Erlebnisarbeit. Willmars im Landkreis Rhön-Grabfeld und Oberlauringen waren weitere Stationen.

Dann hat er sich auf die Stelle in Münnerstadt beworben. Nach dem Weggang von Pfarrer Joachim Pennig war die Stelle zunächst vakant, dann kam Pfarrerin Sigrid Ullmann auf Zeit. "Ich habe mich im November beworben, im Januar war klar, dass ich die Stelle bekomme", sagt der neue Pfarrer. Es sei aber üblich, zum Schuljahresbeginn zu wechseln. So wurde Sohn Samuel nun an der Grundschule eingeschult, und Tochter Carina geht ans Schönborn-Gymnasium.

Die ganzen Jahre über hat Martin Hild Kontakt zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Münnerstadt gehalten und trifft nun teilweise alte Bekannte. Gisela und Wilhelm Neugebauer gehören unter anderem dazu. "Die Gemeinde in Münnerstadt ist ganz anders als in Oberlauringen." Immerhin 1300 Gemeindeglieder gehören dazu. "Ich freue mich, dass das ökumenische Interesse so groß ist, da bin ich sofort dabei." Das möchte er ebenso weiterführen wie die Projekte, die der in diesem Jahr verstorbene Axel Heim betreut hat. Seine katholischen Amtskollegen in Münnerstadt, Pater Markus Reis und Pater Rudolf Götz, hat er bereits kennen gelernt, die anderen werden folgen. Er hat Kontakt zu den Altenheimen aufgenommen, zu seinen Aufgaben gehören auch die Seelsorge im Thoraxzentrum und sechs Stunden Unterricht an den Schulen.

Seine Freizeit will Martin Hild künftig mit ausgedehnten Radtouren durch das Lauertal verbringen. Tanzen, vom klassischen Gesellschaftstanz bis hin zum meditativen Tanzen, Fitnesstraining und moderne Brettspiele sind weitere Hobbys. Aber auch die Musik. "Wir singen mit im Gospelchor und in unserem Kirchenchor", sagt er. "Meine Frau Karin ist sehr musikalisch, hat schon verschiedene Chöre geleitet."

Die nächsten Jahre bleiben

Martin Hild ist angekommen. Und er will auch bleiben. "Ich habe noch 20 Jahre bis zum Ruhestand, so Gott will", sagt er. "Ich möchte erst einmal zehn Jahre bleiben und dann überprüfen, ob es noch einen Ruf woanders hin gibt." Und wenn nicht? "Dann bleib ich vielleicht bis zum Ruhestand."

Am Sonntag, 7. Oktober, findet der Einführungsgottesdienst von Pfarrer Martin Hild in der evangelischen Auferstehungskirche statt. Beginn ist um 14 Uhr.

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