Herzogenaurach

Zur Ruhe kommen mit Anselm Grün

Zusammen mit einem Streichquartett der Bamberger Symphoniker begeisterte der Benediktinerpater die Zuhörer in der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche.
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Für eine Benefizveranstaltung mit dem Titel "Meditationen zur Passion" zugunsten der Peruhilfe des Fördervereins Cajamarca e.V. Herzogenaurach konnte der Lions-Club Herzogenaurach Benediktinerpater Anselm Grün und das Bamberger Streichquartett gewinnen.

Grün ist ein Redner, der mühelos große Säle füllt. Er verstand es auch, mit Besinnlichem zur Karzeit in Herzogenaurach die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Der Cellerar im Kloster Münsterschwarzach war für rund 300 Mitarbeiter in 20 Betrieben verantwortlich. Quasi "nebenbei" verfasste er zahlreiche Bücher, die in einer Auflage von 16 Millionen in 32 Sprachen erschienen sind.

Für den musikalischen Part zeichnete das Bamberger Streichquartett verantwortlich, Raúl Teo Arias (1. Violine), Andreas Lucke (2. Violine), Branko Kabadaic (Viola) und Karlheinz Busch (Cello), das von Joseph Haydn "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz" spielte. Das Werk war von dem Komponisten ursprünglich für die Domherren von Cádiz geschaffen worden.

Für Grün war es bemerkenswert, wie treffsicher Joseph Haydn seine Musik zu den Textstellen einsetzte. Zwischen den einzelnen Sätzen brachte er seine Meditationen den Anwesenden zu Gehör.

Zu "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (Lukas 23,34) ergänzte er, dass für Lukas Gott vergebe, weil er barmherzig ist. Das Kreuz sei ein Zeichen dafür, dass wir bedingungslos angenommen sind.

In den Worten "Frau siehe hier: dein Sohn und du siehe: deine Mutter" (Johannes 19,26) sieht Grün nicht nur eine Fürsorge für seine Mutter, vielmehr würden im Kreuz Gegensätze vereint. Denn das Kreuz sei eine Geste der Umarmung. In der Musik von Joseph Haydn beuge sich Jesus zu uns herab und umarme uns, so Grün, "damit wir fähig werden, mit uns selbst in Einklang zu kommen".

Was als Schrei der Verlassenheit scheint, "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Markus 15,34), ist in Wahrheit in Zitat aus den Psalmen. "Jesus lädt uns alle dazu ein, uns im Vertrauen auf Gott aufgehoben zu wissen", erläuterte Grün.

Mit den Worten "Es ist vollbracht!" (Johannes 19,30) sei die Liebe Gottes zu den Menschen vollendet, "denn das Kreuz ist die Vollendung der Liebe, die stärker ist als der Hass der Menschen".

Abgeschlossen wurde die Darbietung mit einer Vertonung des Erdbebens nach dem Tod Jesu. Die Zuhörer honorierten die Kombination von Meditation und Streicherklängen mit bewegtem Applaus. Mit dem Erlös des Konzertes wird die Errichtung eines Operationssaales für die arme Landbevölkerung in der Provinz Bambamarca/Region Cajamara in Peru unterstützt werden. "Das Konzert soll einen wertvollen Beitrag leisten", war der Tenor in der Einleitung.

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