Bad Kissingen

Zur Lage auf dem Immobilienmarkt: Begehrt sind vor allem große Wohnungen

Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer, alleinstehende Menschen bewohnen große und mehrköpfige Familien kleine Wohnungen. Und "bezahlbar" müssen sie alle sein. Wobei "bez...
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Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer, alleinstehende Menschen bewohnen große und mehrköpfige Familien kleine Wohnungen. Und "bezahlbar" müssen sie alle sein. Wobei "bezahlbar" ja eine sehr variable Variable ist. Es gibt aber auch feste Größen: Im Kreis Bad Kissingen registrierte zum Jahreswechsel 2018/2019 die Fortschreibung der amtlichen Statistik einen Bestand von insgesamt 52 309 Wohnungen aller Art und Größe. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent. Was allerdings nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen auch zu haben sind. Dafür lässt sich auf der Basis des IW-Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft sagen, dass das im Kreis Bad Kissingen zwischen 2016 und Ende 2018 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 251,4 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen mehr als gedeckt.

Gut geschnitten, hell, in toller Lage, mit Balkon oder Garten - so wünschen sie viele ihre Traumwohnung. Welche der 52 309 vorhandenen Wohnungen im Kreis Bad Kissingen diesem Ideal nahekommen, wird statistisch freilich nicht erfasst. Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 18 306 Ein-Familienhäuser gibt es mittlerweile hier. Aber nicht für jeden ist der Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 3159 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative. Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt's hier 8138.

Begehrt sind große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon waren im Kreis Bad Kissingen zum Jahreswechsel 2018/2019 inklusive der Ein-Familienhäuser insgesamt 28 355 vorhanden, das sind rund 54,2 Prozent an allen vorhandenen Wohnungen. Weitere 12 378 Wohnungen (23,7 Prozent) verfügten über vier Räume, 8218 Wohnungen (15,7 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 2636 (5,0 Prozent) verfügten über zwei Räume und 722 über einen Raum (1,4 Prozent).

Problem: Leerstand

Ein Problem sind leerstehende Wohnungen: Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) standen 2017 (Zahlen aus 2018/2019 liegen noch nicht vor) 2,14 Millionen Wohnungen oder 5,2 Prozent leer. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent beziehungsweise 1,98 Millionen Wohnungen. Lokal lässt sich dazu nichts sagen. Bekannt ist, dass in Bayern der gesamte Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um rund 59 056 Wohnungen (plus 0,9 Prozent) kletterte und für einen neuen Spitzenwert von 6,43 Millionen Wohnungen sorgte. Auf den Kreis Bad Kissingen entfielen von diesem bundesweiten Bestand 52 309 Wohneinheiten, angefangen von der Ein-Zimmer-Bude bis hin zur großen Villa. Damit erhöhte sich der hiesige Bestand um 274 Wohnungen oder 0,5 Prozent. Vier Jahre zuvor (2014) hatte die Zahl noch bei insgesamt 51 563 Wohnungen gelegen. Rund 91,8 Quadratmeter groß ist derzeit die bundesweite Durchschnittswohnung (einschließlich Wohnungen in Wohnheimen), macht 46,5 Quadratmeter pro Kopf, geht aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervor. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmeter.

Vor allem in der Stadt sind die Wohnungen eher kleiner. Vor allem, weil sie teurer sind und bezahlbar bleiben müssen. Zu wenig Wohnungen treiben die Preise, ein reichliches Angebot wirkt automatisch als Mietpreisbremse und hilft auch Kaufenden.

Teja Banzhaf /zds

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