Kronach

Zum Wohnbaugipfel nicht eingeladen - Mieterverein ist verärgert

Veronika Schadeck Die Mitglieder des Mietervereins Kronach e.V. sind verärgert, dass sie beim ersten Wohnbaugipfel trotz Anfragen im Landratsamt nicht eingeladen wurden. Zudem wollen sie einen Mietspi...
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Sie wünschen sich, dass möglichst viele Mieter das Volksbegehren "6 Jahre Mietenstopp" unterstützen. Mit im Bild SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh (links), Geschäftsführerin DMB-Landesverband, Monika Schmid-Balzert (Dritte von links), und SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Gross (Vierte von links) Foto: Veronika Schadeck
Sie wünschen sich, dass möglichst viele Mieter das Volksbegehren "6 Jahre Mietenstopp" unterstützen. Mit im Bild SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh (links), Geschäftsführerin DMB-Landesverband, Monika Schmid-Balzert (Dritte von links), und SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Gross (Vierte von links) Foto: Veronika Schadeck

Veronika Schadeck Die Mitglieder des Mietervereins Kronach e.V. sind verärgert, dass sie beim ersten Wohnbaugipfel trotz Anfragen im Landratsamt nicht eingeladen wurden. Zudem wollen sie einen Mietspiegel für die Kreisstadt. Dies wäre dann eine Möglichkeit für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im frei finanzierten Wohnungsbau. Das wurde bei der Sitzung des Mietervereins am Mittwoch im Café "Kitsch" deutlich.

Die Justizarin des Mietervereins, Sabine Gross, äußerte ihr Unverständnis gegenüber der Aussage des Landtagsabgeordneten Baumgärtner, der erklärt haben soll, dass er gar nicht wüsste, was der Mieterverein zum Wohnbaugipfel beitragen könnte. Der Mieterverein, so Gross, habe Kenntnisse über die Situation der Mieter. Man kenne deren Sorgen und Nöte. "Wenn ein Wohnbaugipfel stattfindet, sollten die Interessensvertreter der Mieter mit am Tisch sitzen und nicht nur die Investoren, denen es vorrangig um ihren eigenen Profit geht!"

Das Problem der Kommunalpolitiker sei, so Gross, dass es sich bei ihnen im Wesentlichen um Eigentümer und Vermieter handele, deren Interessenslage nicht mit der der Mieter deckungsgleich sei. "Wir werden uns damit abfinden müssen, dass auch bei neuen Konzepten diejenigen außen bleiben, die es betrifft!" Gross ist überzeugt, dass die Mieter ihre Situation nur verbessern können, wenn sie weiterhin zusammen ihre Stimme erheben und auf ihre Probleme aufmerksam machen. Zudem müssten die Mieter die Versprechungen einfordern, die während des Wahlkampfes gemacht werden.

"Ich sehe den Wohnraumgipfel nicht so euphorisch, wie es vom Landrat und Baumgärtner dargestellt wird", so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Richard Rauh. Er wies auf die Anwesenheit einer Immobilien AG aus Erlangen hin, die bei neuen Wohnungen von einem Mietpreis in Höhe von rund 10,50 Euro/pro Quadratmeter ausgehen. "Das können sich die wenigsten leisten!" In der Regel, so Rauh, baue kaum ein Investor ein Haus aus Idealismus.

Er wies auf das Vorhaben des Landkreises hin, wonach eine koordinierende Stelle auf Kreisebene und eine interkommunale Wohnbaugesellschaft diskutiert werde. Was es mit dem auf sich habe, soll bis zum zweiten Halbjahr 2020 beantwortet werden. Fakt sei, dass zu wenig bezahlbare und barrierefreie Wohnungen vorhanden seien. Ein guter Wille, das Problem zu lösen, sei zwar vorhanden, aber "bisher gibt es wenig Konkretes!"

Rauh ging auch auf die Analyse ein, die von einem Berliner Forschungsinstitut erstellt wurde. Diese Analyse sei nicht billig gewesen und sei zum Ergebnis gekommen, dass es ein Wohnungsdefizit im Landkreis gebe. Dazu gab es einige Handlungsempfehlungen, was schließlich zum Wohnbaugipfel führte. "Dieser ist wie Phoenix aus der Asche aufgetaucht, das Kreisgremium hat wenig davon gewusst!"

Rauh erinnerte an den Verkauf der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) im Jahre 2011/12. "Wir haben uns damit nicht mit Ruhm bekleckert." Der Landkreis, der zuvor mit 25 Prozent Eigentümer war, habe langfristig draufgezahlt, die Stadt habe dafür ein Feuerwehrhaus gebaut. Die treibenden Kräfte seien damals die CSU-Fraktionen gewesen.

Stadtrat Klaus Simon wies auf ein Gespräch mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner hin. Seinen Worten zufolge soll das Bürgerspital in den Campus einfließen. Zudem habe Baumgärtner die Auffassung vertreten, dass zu viele einzelne Personen in großen Wohnungen wohnen.

Zu Beginn der Zusammenkunft forderte die Geschäftsführerin des DMB-Landesverbands, Monika Schmid-Balzert, die Anwesenden auf, beim Volksbegehren "Sechs Jahre Mietenstopp" mitzumachen.

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