Eltmann

Zum Wegwerfen einfach zu schade

Das Ehepaar Steffi und Freddy Greubel ist Inhaber von "Steffis Trödelscheune" in Eltmann. Wer dort stöbert, erlebt so manche Überraschung in dem Laden, der keine Konkurrenz für die "Wühlkiste" sein will.
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In dem Anwesen in der Mainstraße in Eltmann, in dem die Eltern von Freddy Greubel ehemals eine kleine Landwirtschaft betrieben, ist jetzt "Steffi's Trödelscheune" untergebracht. Fotos: Norbert Gundelach
In dem Anwesen in der Mainstraße in Eltmann, in dem die Eltern von Freddy Greubel ehemals eine kleine Landwirtschaft betrieben, ist jetzt "Steffi's Trödelscheune" untergebracht. Fotos: Norbert Gundelach
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Norbert Gundelach

Seit nunmehr schon zwölf Jahren betreibt das Ehepaar Steffi und Freddy Greubel einen Trödelladen in der Mainstraße. "Die Idee, einen eigenen Trödelladen zu eröffnen, kam mir, als ich die ,Wühlkiste‘ in Eltmann besucht hatte. Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz zu den ,Wühlkiste‘-Läden im Landkreis und wollten es auch nie sein", erzählt Steffi Greubel.
"Heutzutage werfen die Leute so viele Dinge, die noch zu gebrauchen wären, einfach weg. Wir wollen Leuten helfen, die nicht über das nötige Geld verfügen, sich etwas Neues zu kaufen", erklärt Steffi Greubel. Als ihr Mann dann in Frührente ging, setzte sie ihren Traum in die Tat um.


Große Lagerfläche

In dem Anwesen in der Mainstraße betrieben die Eltern von Freddy Greubel ehemals eine kleine Landwirtschaft. Scheune und Stallungen sind jetzt zu Lagerräumen umfunktioniert worden. Auf der etwa 400 Quadratmeter großen Lagerfläche ist alles proppenvoll.
Das, was dort zum Verkauf eingelagert ist, kann hier nicht ansatzweise vollständig aufgezählt werden. Hauptsächlich handelt es sich um Möbelstücke, Haushaltswaren, Geschirr, Porzellan, Teppiche, Kleidung, Werkzeug, Lampen, Fahrräder und vieles mehr.
"Das scheint auf den ersten Blick alles unordentlich, wir wissen aber noch genau, wo wir was suchen und finden können", bemerkt der 55-Jährige schmunzelnd. Die Ware stammt zu einem großen Teil aus Haushaltsauflösungen. "Bei einem Todesfall etwa oder wenn eine Wohnung aufgegeben werden muss, sind die Nachkommen und Mieter froh, wenn sich jemand der Wohnungsauflösung annimmt. Wir machen die Räume besenrein und bekommen im Gegenzug als Entlohnung die Einrichtungsgegenstände geschenkt. Bisher bin ich noch immer einig geworden. Einen Schatz habe ich dabei aber noch nicht gefunden", sagt Freddy Greubel und lacht. "Manchmal bringen mir die Leute auch was vorbei. Es reut sie, ihre Sachen, die noch gebraucht werden können, einfach wegzuwerfen."


Überwiegend Stammkunden

Dem Ehepaar ist anzumerken, dass sie Spaß mit ihrem Geschäft haben. "Ich mach' es gerne, auch wenn man dabei nicht reich wird - heut' habe ich immerhin schon zwei Euro verdient", bemerkt Freddy verschmitzt. "Neulich hat ein Bub bei mir ein Fahrrad für zehn Euro geholt. Der war zufrieden, und ich auch, weil ich ihm eine Freude gemacht hatte!"
Die meisten seiner Kunden sind Stammkunden. Aber gelegentlich verirren sich auch Touristen oder Radfahrer vom nahe gelegenen Maintalradweg in den Laden.
Aktuell sind besonders die Küchenbuffets aus den 50er und 60er Jahren und aufwendig verzierte Bilderrahmen gefragt. Sogar Antiquitätenhändler aus Bamberg kämen regelmäßig auf der Suche nach einer Rarität nach Eltmann, erzählt das Ehepaar. "Steffi's Trödelscheune" ist werktags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Selbst wenn man bei einem Besuch nichts findet, was man brauchen kann - in der Trödelscheune gibt es auf jeden Fall viel zu sehen und zu entdecken.
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