Ebern
Auszeichnung

Zum Schutz der Schwalben

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Keine Schwalbe macht eher Kummer und gibt zu denken. Dass Letzteres nicht eintritt, ist das Anliegen einer zunehmenden Anzahl von naturinteressierten Menschen. ...
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Über 100 Schwalbennester in einem Anwesen in Gemünd  Foto: Rudolf Hein
Über 100 Schwalbennester in einem Anwesen in Gemünd Foto: Rudolf Hein

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Keine Schwalbe macht eher Kummer und gibt zu denken. Dass Letzteres nicht eintritt, ist das Anliegen einer zunehmenden Anzahl von naturinteressierten Menschen. Einige besonders Aktive wurden vom Bund Naturschutz Ebern mit Plakette und Urkunde ausgezeichnet.

Im Volksglauben bringt die Schwalbe, die in einem Haus nistet, dem Gebäude und seinen Bewohnern Glück, beschützt sie vor Blitz und Feuer und anderem Ungemach. Seien es nun Rauch- oder Mehlschwalben, das macht keinen Unterschied. Unverständlich deshalb, warum es Zeitgenossen gibt, die mutwillig Schwalbennester zerstören, was übrigens einen Rechtsverstoß darstellt, oder die Voraussetzungen für deren Bau erst gar nicht zulassen.

Ohnedies sind die Zeiten für Schwalben schwierig. Beispiele: Rückgang der Milchwirtschaft, strenge Hygienevorschriften in den bestehenden Ställen, fehlende Insekten als Grundnahrungsmittel für die Vögel, Versiegelung der Böden und damit fehlendes Baumaterial für die Nester, glatte Hauswände, an denen die Nester nicht haften und mitsamt den Jungvögeln herunterstürzen - die Liste ließe sich noch lange fortführen.

Vorbildlich deshalb und aller Ehren wert ist das Verhalten von einigen Hausbesitzern, die Nisthilfen an den Wänden anbringen, dafür sorgen, dass auf dem Grundstück Schlammlöcher Nistmaterial liefern, fertig gekaufte Kunstnester aufhängen oder im Eigenbau aus Sägespänen, Styroporkügelchen und Gips geeignete Schwalbenwohnungen bauen und an passenden Stellen zur Verfügung stellen.

Harald Amon vom Bund Naturschutz Ebern war es deshalb eine besondere Freude und Ehre, mehrere Familien und Einzelpersonen mit einer Plakette auszuzeichnen, auf der ausdrücklich zu lesen ist: "Hier sind Schwalben herzlich willkommen" und die ab sofort die Häuser der Geehrten schmückt. Unter anderem durften die Familie Hedwig und Hermann Schmidt aus Römmelsdorf, Markus Schor aus Pettstadt und Roland Schellhorn aus Dürrnhof die Auszeichnung entgegennehmen.

Um die Problematik auch weiterhin im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu behalten, führt der Bund Naturschutz Ebern im Juni wieder eine Schwalbenzählung durch. Interessenten können sich direkt bei Harald Amon (Ruf 09531/1737) oder Kurt Langer (Ruf 09531/4131) melden oder Informationen unter www.bund-naturschutz-ebern.de einholen. Der Bund Naturschutz ruft Hobbyfotografen auf, Schwalbenbilder per E-Mail bei Vorstand@bund-naturschutz-ebern.de einzureichen. Die Aufnahmen sind dann beim Apfelfest am Oktobermarkt in einer Ausstellung zu sehen. rh

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