Schlaifhausen
schlaifhausen.inFranken.de  Der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen feiert vom 30. Mai bis 2. Juni ein großes Fest zum 100-jährigen Bestehen.

Zum Jubiläum Salutkanone restauriert

Seit rund zwei Jahren bereitet der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen sein großes Fest zum 100-jährigen Bestehen vor. Mittlerweile steht ein ehrgeiziges und abwechslungsreiches Programm. Es begi...
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Der Krieger- und Soldatenverein Schlaifhausen mit seinem Wahrzeichen, der Salutkanone Foto: Franz Galster
Der Krieger- und Soldatenverein Schlaifhausen mit seinem Wahrzeichen, der Salutkanone Foto: Franz Galster

Seit rund zwei Jahren bereitet der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen sein großes Fest zum 100-jährigen Bestehen vor. Mittlerweile steht ein ehrgeiziges und abwechslungsreiches Programm.

Es beginnt am Donnerstag, 30. Mai, mit dem Bieranstich und endet am Sonntag, 2. Juni. Ein Festzelt auf dem Freizeitgelände der Gemeinde Wiesenthau in Nachbarschaft des Sportgeländes soll die Festgäste aufnehmen. Der Festausschuss mit 14 Mitarbeitern unter der Leitung des Vorsitzenden Theobald Messingschlager tagte erstmals am 25. November 2017 im Vereinslokal "Ehrenbürg".

Eine ganz besondere Sitzung fand am 31. Januar dieses Jahres statt, war doch auf den Tag genau vor hundert Jahren von 14 Männern der Verein gegründet worden. Dem vorausgegangen war bereits 1881 die Gründung des Soldaten- und Kriegerbundes Wiesenthau.

Festschrift mit 164 Seiten

Am 3. Februar gab beim Vereinsfrühschoppen Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) seine Zusage, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Eine Festschrift über beachtliche 164 Seiten gibt neben zahlreichen Grußworten einen geschichtlichen Einblick in die abwechslungsreiche Geschichte von Schlaifhausen, das nachweislich 1634 durch die Schweden zerstört wurde.

Die Vereinstätigkeit musste während des Zweiten Weltkrieges ruhen. Sie lebte 1954 wieder auf. Heute zählt der Krieger- und Militärverein Schlaifhausen 134 Mitglieder. Aus Angst vor dem Nazi-Regime wurde in Schlaifhausen die gesamte Dokumentation der Vereinsgeschichte verbrannt.

Ein markanter Zeitzeuge ist mit der Salutkanone erhalten geblieben. Sie wurde 1923 angeschafft mittels eines finanziellen Vorschusses des Gründungsmitgliedes Johann Seiler. Dieser zog dann aus beruflichen Gründen fort in die Schweiz. Bei jedem der folgenden Besuche in der alten Heimat fragte er nach der Rückzahlung seines Kredites. Jedes Mal mussten die Kameraden mangels fehlender finanzieller Mittel verneinen. Seiler verstarb und so bleibt dem Krieger- und Militärverein nur, sein Gedenken besonders in Ehren zu halten. Seine Nachkommen sind zum Fest geladen. Nach dem Zweiten Weltkrieg versteckte Georg Häfner die Salutkanone vor den Amerikanern. Sie wäre vermutlich der Verschrottung anheim gefallen. Ein andermal versuchte jemand, sie kaputt zu machen. Die Angst vor Bestrafung durch die Besatzer ging um. Die Hammerschläge sind noch erkennbar.

Laut Vorsitzendem Messingschlager ist davon auszugehen, dass die Salutkanone in den 50er Jahren noch einsatzfähig war. Ein Dilemma war auch ihr rechtlicher Status. Sie war nicht brauchbar, war keine Waffe, kein Böller, aber auch keine Deko. Seit 1963 war in Vereinsversammlungen immer wieder diskutiert worden, wie mit der Salutkanone umzugehen sei.

2018 schließlich nahm angesichts des Festes Schießwart Markus Schirmer die Angelegenheit in die Hand. Er holte Angebote ein. Jetzt ist die schmucke Salutkanone von der Firma Schillinger in Vachendorf (Landkreis Rosenheim) überholt worden und wieder einsatzbereit. Mit Spannung wird der Festsonntag, 2. Juni, erwartet, wenn nach dem Zelt-Gottesdienst beim Frühschoppen die Salutkanone wieder zum Einsatz kommt. Franz Galster

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