Herzogenaurach

Zuhören auf dem Weg nach oben

Stadtteiltouren, Vor-Ort-Besuche, Treffen mit Bürgern - diese Möglichkeiten werden in der Regel vor Wahlen von den Parteien genutzt. Bei der CSU nennt sich das landesweit "Zuhörtouren", auch in Herzogenaurach.
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Bei "Jetzt red I" vom Bayerischen Rundfunk, gehörte Sabine Hanisch (3.v.r. in der mittleren Reihe) auch zu den Zuhörern. Dort ging es allerdings nur am Rande um die Herzogenauracher Probleme.  Foto: Michael Busch
Bei "Jetzt red I" vom Bayerischen Rundfunk, gehörte Sabine Hanisch (3.v.r. in der mittleren Reihe) auch zu den Zuhörern. Dort ging es allerdings nur am Rande um die Herzogenauracher Probleme. Foto: Michael Busch
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Michael Busch Was verbindet die CSU in Estenfeld, in Bayreuth, in Mooslohe, in Schweinfurt, in Herzogenaurach und in vielen anderen bayerischen Städten? Klar, der Wahlkampf für die Bürgermeisterwahlen im kommenden Jahr am 15. März. Sie vereint aber auch eine Idee, die "Zuhörtour". Dem liegt im Grunde eine Aufforderung zugrunde, die durch die Kandidaten letztlich ähnlich formuliert ist: "Die Bürgerinnen und Bürger kommen, um uns, um mich kennenzulernen. Denn das ist unser Anliegen: Die Bürger sollen mit ihren Anliegen, ihren Anregungen, Kritiken und Ideen im Mittelpunkt stehen."

In und um Herzogenaurach war Sabine Hanisch unterwegs. An 22 Orten wurde mit einem Team des Ortsverbandes Halt gemacht, um zunächst den Bürgern zuzuhören und dann mit diesen zu sprechen. "Ich will die Segel setzen", sagt die aus Bremen stammende Politikerin. Um das Wahlprogramm entsprechend zu gestalten, wurde gemeinsam das Mittel der Zuhörtour gewählt. "Vom 27. September bis 12. Oktober wollte ich den Bürgern die Möglichkeit geben, mich kennenzulernen." Sie wollte vor allem zuhören, erklärte Hanisch in einem Pressegespräch zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Bernhard Schwab und der Ortsvorsitzenden Antje Körner. Natürlich sei es dann auch zum Dialog gekommen, da die Besucher an den Meinungen der möglichen Bürgermeisterin interessiert waren.

Meinungen und Ideen

"Mein Anliegen war es, den Mitbürgern auf Augenhöhe zu begegnen", erklärte Hanisch. Ausgerechnet bei dem Thema, das die Bürger intensiv beschäftigt und bei denen sich zumindest die Besucher gerne eine andere Lösung gewünscht hätten, musste auch die CSU-Kandidatin eine Absage erteilen. "Wie geht es mit dem Rathaus weiter?", sei eine oft gestellte Frage gewesen, erklärte Hanisch. Zusammen mit dem Wunsch, Veränderungen herbeizuführen. "Ich hätte eine völlig andere Vorgehensweise gewählt. Ich hätte mir andere Optionen angeschaut, aber auch die Bürger frühzeitig beteiligt", sagt die Kandidatin, die nicht im Stadtrat sitzt.

Generell gelte aber, dass das Rathaus nun entstehen werde, "ein Baustopp ist allein wegen der Kosten nicht mehr möglich, das teilen wir auch mit", unterstrich sie das weitere Vorgehen. Aber sie werde in Zukunft darauf schauen, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Leichter fiel es ihr, die Punkte zu erläutern, bei denen es aus der Sicht der CSU noch Gestaltungsmöglichkeiten gebe. Stadtteiltreffs, Taktverbesserung bei dem Herzobus, Verbesserung des Radwegenetzes, die Südumgehung, die Stadtumlandbahn, die Punkte, die eben angesprochen werden, wenn die Möglichkeit besteht den politischen Vertretern Meinungen und Ideen mitzugeben.

Die Kandidatin gab zu, dass sie auch einiges bei dieser Tour lernte. Sie erzählte von ihrem Besuch in Beutelsdorf: "Interessant war der Kreisel. Ich war überrascht, wieviel Verkehr dort herrscht." Ein Lkw-Durchfahrtsverbot würde dort von den Anwohnern zumindest in der Nacht gewünscht.

Zuhörtour beendet

Aus Sicht Hanischs waren die Bürger, die gekommen sind, sehr unterschiedlich. Vereint habe die Menschen die Sorge um die Entwicklung in Herzogenaurach, es waren die Menschen, die mit der Entwicklung unzufrieden waren. Überrascht sei für die "Zuhörtruppe" aber gewesen, dass viele junge Herzogenauracher den Weg zu den Gesprächen gesucht haben. "Nein, es waren sicher nicht nur die CSU-Wähler, die kamen", erklärte Schwab.

"Am Alten Friedhof warteten die Leute auf uns, die uns ihr Leid geklagt haben. Bei den gut 30 Leuten war das Publikum querbeetgemischt." Hanisch ergänzte: "Es waren sicher diejenigen dabei, die ein Problem mit der jetzigen Rot-Grünen-Mehrheit haben." Die "Selbstherrlichkeit" des jetzigen Bürgermeisters sei immer wieder angesprochen worden.

Nun geht es in Herzogenaurach weiter wie in Estenfeld, in Bayreuth, in Mooslohe, in Schweinfurt und in vielen anderen bayerischen Städten. Die Ergebnisse der Zuhörtouren werden analysiert und bewertet. Dann folgen die weiteren Wahlkampftermine. Vermutlich dann nicht nur zum Zuhören, sondern zum Präsentieren.

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