Kronach
Kindergarten-Projekt

Zuckertüten versüßen den Abschied von den Senioren

Mit einer letzten Zusammenkunft fand das im September 2017 begonnene Projektjahr "Kinder und Senioren werden Freunde" seinen Abschluss. Gleichzeitig endete damit auch das preisgekrönte Konzept, das vo...
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Gerne füllten die Seniorinnen die Schultüten der Vorschulkinder. Darüber freuten sich (stehend von links) Antje Angles,Heimleiterin Tanja Seuling, Kerstin Hinz, Ergotherapeutin Theresa Schneider sowie Kinderpflegerin Christine Schedel. Foto: Heike Schülein
Gerne füllten die Seniorinnen die Schultüten der Vorschulkinder. Darüber freuten sich (stehend von links) Antje Angles,Heimleiterin Tanja Seuling, Kerstin Hinz, Ergotherapeutin Theresa Schneider sowie Kinderpflegerin Christine Schedel. Foto: Heike Schülein
Mit einer letzten Zusammenkunft fand das im September 2017 begonnene Projektjahr "Kinder und Senioren werden Freunde" seinen Abschluss. Gleichzeitig endete damit auch das preisgekrönte Konzept, das vor knapp zehn Jahren seinen Anfang genommen hatte.
Die netten älteren Damen sitzen auf ihren Plätzen im Beschäftigungsraum im Kronacher BRK-Seniorenhaus. Vor ihnen auf dem Tisch liegen leckere Süßigkeiten. Die Vorschulkinder des katholischen integrativen Montessori-Kindergartens Dörfles gehen von einer Dame zur nächsten, wo sich ihre Zuckertüten "Station für Station" mit den von den Seniorinnen "gesponserten" Leckereien füllen. Nach der letzten Station sind die Schultüten randvoll. Schnell noch eine große Schleife darum, damit auch wirklich keine Köstlichkeit verloren geht.
Mit einem "Danke" und strahlenden Augen bedanken sich die Jungen und Mädchen bei ihren "etwas älteren" Freundinnen. Danke sagten an diesem Tag auch Heimleiterin Tanja Seuling und Projektleiterin Theresa Schneider seitens des BRK-Seniorenhauses Kronach sowie Antje Angles und Kerstin Hinz vom BRK-Mehrgenerationenhaus - und zwar Christine Schedel. Die langjährige Kinderpflegerin im Dörfleser Kindergarten hatte das Projekt von Anfang an aufgebaut. In wenigen Monaten geht sie nun selbst in den Ruhestand.
Ihr wie auch den Kindern und Seniorinnen fiel der Abschied sichtlich schwer. Das Projekt war auf Initiative der damaligen Leiterin des Kronacher MGH, Sabine Scherbel, vor nahezu zehn Jahren ins Leben gerufen worden. Das Konzept, das beim deutschlandweiten Nachhaltigkeits-Wettbewerb des dm-Drogeriemarkts "Ideen Initiative Zukunft" 2011 den Lokalpreis gewann, verfolgte ehrgeizige Ziele: Kinder und Senioren sollten erfahren, dass mans ich gegenseitig helfen kann, wenn man die Wünsche und Bedürfnisse des anderen kennt. Es handelte sich dabei um ein öffentliches Angebot, das keineswegs nur den Heimbewohnern offen stand, sondern allen Interessierten - egal welchen Alters.
In der Regel alle zwei Wochen besuchten dabei die "Großen" des Dörfleser Kindergartens das Seniorenhaus sowie einige Zeit lang die benachbarte Seniorenresidenz. Die Liste der gemeinsamen Aktivitäten und Veranstaltungen war lang: Sie reichte vom Basteln und Spielen übers Kochen und Backen bis hin zu Theateraufführungen, Vorlese- und Märchenstunden. Durch die regelmäßigen Besuche seien in den zehn Jahren viele generationenübergreifende Freundschaften entstanden, so Christine Schedel. Das bestätigt Ergotherapeutin Theresa Schneider: "Es war immer wieder schön, die verschiedenen Generationen so harmonisch beieinander zu sehen. Unsere Heimbewohner und Heimbewohnerinnen freuten sich immer sehr darauf, wenn die Kinder sie besuchen kamen."
Besonders schwer fällt der Abschied den Seniorenresidenz-Bewohnerinnen Eleonore Backert und "Oma Ursel" Pawelka, die das Projekt tatkräftig mit unterstützen. Backert, langjährige Leiterin des Kindergartens "Sternschnuppe" Schmölz, kennt jede Menge Lieder und Abzählreime. Sie kann toll basteln und beschenkte die Kinder immer wieder mit schönen selbst gebastelten Erinnerungsstücken - sowie auch jetzt zum Abschied. Ursel Pawelka ist eine gebürtige Schmölzerin und vielen noch von ihrer Zeit im "Konsum" bekannt. Von Ruhe hält das Energiebündel nicht viel. "Oma Ursel" macht sich sowohl in der Seniorenresidenz als auch im BRK-Seniorenhaus nützlich, wo sie nur kann. Auch sie hat schon viele Bastelarbeiten angefertigt: "Es macht mir Spaß und wenn sich die Kinder darüber freuen, ist das mein schönster Lohn", sagt sie. hs
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