Oberleichtersbach
bürgerversammlung

Zu viele Lkw auf zu engen Straßen

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Alte Schule in Breitenbach auf der außerordentlichen Bürgerversammlung, zu der die Gemeinde Oberleichtersbach geladen hatte. Dies allein zeugte bereits von de...
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Bei einem spektakulären Unfall katapultierte ein Autofahrer vor einiger Zeit in Mitgenfeld einen in der Denkmalstraße geparkten Anhänger über die Mauer und riss die Sandsteinpfosten mit um.  Foto: Inge Morschhäuser
Bei einem spektakulären Unfall katapultierte ein Autofahrer vor einiger Zeit in Mitgenfeld einen in der Denkmalstraße geparkten Anhänger über die Mauer und riss die Sandsteinpfosten mit um. Foto: Inge Morschhäuser
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Alte Schule in Breitenbach auf der außerordentlichen Bürgerversammlung, zu der die Gemeinde Oberleichtersbach geladen hatte. Dies allein zeugte bereits von der Brisanz des Themas, die Verkehrssituation in Oberleichtersbach, insbesondere in den Ortsteilen Breitenbach und Mitgenfeld.
Bürgermeister Dieter Muth informierte über die Ergebnisse einer Verkehrsmessung, die an verschiedenen Messpunkten in fast allen Oberleichtersbacher Ortsteilen im vergangenen Herbst durchgeführt wurde. In der Zeit vom 15. September bis 11. Oktober 2017 führte die Firma gGKVS (gemeinnützige Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherung mbH) an elf zusammen mit der örtlichen Polizei ausgewählten Messpunkten in den verschiedenen Ortsteilen jeweils 24-stündige Probemessungen durch. Bei den Messungen wurden Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 9 km/h über der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit als Verstoß registriert. Die höchste Geschwindigkeit wurde mit 94 km/h bei erlaubten 50 km/h in Breitenbach am Ortseingang Richtung Oberleichtersbach gemessen. Etwa 30 Prozent der 2635 gemessenen Fahrzeuge fuhren an dieser Stelle zu schnell. Die mit etwa 63 Prozent höchste Verstößequote wurde in Mitgenfeld in der Denkmalstraße auf Höhe der Bushaltestelle ermittelt. Ab einer Verstößequote von 20 bis 30 Prozent bestehe dringender Handlungsbedarf. Dies betrifft wenigstens fünf der elf Messpunkte.
Falls der Gemeinderat sich für dauerhafte Messungen (mindestens ein Jahr) entscheiden sollte, werden diese in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, die bereits eine kommunale Verkehrsüberwachung haben, durchgeführt. Dies betrifft insbesondere die Verfolgung der Verstöße.


Straße für Lkw viel zu eng

Der zweite Tagesordnungspunkt, die Verkehrssituation auf der KG32 von der Kreuzung mit der St2790 (ehemals B27) in Oberleichtersbach durch Breitenbach und Mitgenfeld zur Autobahn brannte den Versammlungsteilnehmern wesentlich stärker unter den Nägeln. Im Zuge der Erneuerung der damaligen B27 mit der Ortsdurchfahrt Unterleichtersbach wurde die bis dahin für Fahrzeuge über 3,5t gesperrte Kreisstraße KG32 von Oberleichtersbach zur Autobahn vom Landratsamt als Umleitung und zur Entlastung für den Schwerlastverkehr freigegeben. Nach Abschluss der Bauarbeiten stellte das Landratsamt fest, dass die KG32 in der Vergangenheit fälschlicherweise auf Fahrzeuge bis 3,5t begrenzt war und beließ es bei der Freigabe für den Schwerlastverkehr.
Damit begannen die Probleme für die Anwohner. Ein großer Teil des Lkw-Verkehrs von und zum Industriegebiet Buchrasen lief nun durch Breitenbach und Mitgenfeld. In Oberleichtersbach an der Kreuzung St2790/KG32 müssen die Lkw stark abbremsen und wieder anfahren, um in Richtung Autobahn abzubiegen. Dies sei nicht nur mit erhöhter Lärm- und Feinstaubbelastung verbunden, sondern für Fußgänger auf den Gehwegen im Kreuzungsbereich sehr gefährlich, da die Fahrzeuge beim Abbiegen oft über die Gehwege fahren würden, so ein Anwohner. Er habe bis zu 60 Lkw pro Stunde gezählt.
In der Ortsdurchfahrt Breitenbach sei die Fahrbahn stellenweise nur 4,20 Meter breit. Lkw müssten an dieser Stelle bei Gegenverkehr zwangsläufig auf den Gehsteig ausweichen, mit entsprechend großer Gefährdung der Fußgänger, insbesondere der Schulkinder. Einige Anwohner drohten damit, ihre Fahrzeuge auf der Straße zu parken, um den Durchgangsverkehr zum Abbremsen zu zwingen und die Durchfahrt für Lkw unattraktiv zu machen, wenn die Gemeinde in nächster Zeit nichts unternehmen würde.
Die meisten Versammlungsteilnehmer befürworten eine Übernahme der KG32 durch die Gemeinde. Als Gemeindestraße könne sie dann von der Gemeinde auf Fahrzeuge bis 3,5t begrenzt werden. Eine Übernahme sei nicht so ohne Weiteres möglich, bemerkte Muth. Im Gegenzug müsste der Markt Schondra seinen Autobahnzubringer an den Landkreis abtreten. Der Lkw-Verkehr liefe dann durch Unterleichtersbach über Einraffshof zur Autobahn. In diesem Fall wären wesentlich weniger Anwohner betroffen, da sowohl der Kreuzungsbereich als auch die Ortsdurchfahrt durch Einraffshof wesentlich breiter seien. Dieter Muth sicherte zu, mit Schondra und dem Landkreis Gespräche über eine Umwidmung der KG32 aufzunehmen. bws


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