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Zu teuer: Gemeinde schreibt mehrfach Maßnahmen noch einmal aus

Veronika Scahdeck Was tun, wenn bei Baumaßnahmen neun Firmen angeschrieben werden, jedoch nur ein Angebot abgegeben wird und dieses mehr als 50 Prozent teurer als die Kostenberechnung ist? Das ist zur...
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Veronika Scahdeck

Was tun, wenn bei Baumaßnahmen neun Firmen angeschrieben werden, jedoch nur ein Angebot abgegeben wird und dieses mehr als 50 Prozent teurer als die Kostenberechnung ist? Das ist zurzeit oft in den Gemeinderatssitzung Thema. Am Montagabend auch im Bau- und Umweltausschuss in Pressig.
Dass ein neues Buswartehäuschen in der Ortsmitte von Förtschendorf im Bereich des Bahnhofs gebaut werden muss, darüber sind sich alle Mitglieder einig. Dort steigen täglich viele Kinder aus den oberen Frankenwald aus dem Bus und warten mit den Förtschendorfer Nachwuchs auf den Zug in die weiterführende Schule.
Gerhard Jungkunz aus Förtschendorf nannte den baulichen Zustand am Anfang der Sitzung eine "Katastrophe". Reinhold Heinlein (CSU) wies auf die hohe Frequentierung hin. Er sprach von herunterfallenden Betonbrocken und von Unfallgefahr.
Bei rund 17 000 Euro lagen die Kostenschätzungen, eine Förderung in Höhe von 5500 Euro wurde zugesagt. Angeboten wurden nun knapp 26 000 Euro. Wolfgang Förtsch (SPD) schlug vor, das Buswartehäuschen auf eigene Kosten preisgünstiger zu bauen. Klaus Dressel (CSU) meinte, dass dabei der Bauhof zum Zug kommen sollte und die Förtschendorfer in Eigenregie. Dazu würden Maschinen und Gerätschaften gebraucht, argumentierte Heinlein - da könnten die Bürger wenig machen: "Entweder wir bauen was Gescheites oder wir stellen das Rothenkirchener Buswartehäuschen nach Förtschendorf." Auch Martin Welscher (FW) sprach sich dafür aus, dass der Bauhof das Bushäuschen errichtet.
Das Gremium folgte aber dem Vorschlag von Bürgermeister Hans Pietz (FW): In ein paar Monaten wird das Bushäuschen noch einmal ausgeschrieben. Zudem wird auch die Anregung überprüft, eigene Kräfte für die Maßnahme einzuplanen, wenn sich die Situation beim Bauhof entspannen sollte.


Neuer Versuch

Aufgehoben wegen der Überschreitung des Budgets wurde auch die Ausschreibung von Dachabdichtung und Aufbau am Vorbau des Rathauses. Hier lagen zwei Angebote vor, das günstigere für 15 000 Euro. Die Maßnahme soll im Herbst neu ausgeschrieben werden.
Ein weiteres Thema waren die Parkbuchten an der B 85 in Pressig. Stefan Heinlein von der Verwaltung wies darauf hin, dass sie verstärkt als Dauerparkplätze von Beschäftigten und Anwohnern genutzt würden. Die Inhaber der örtlichen Ladengeschäfte baten schon mehrmals, eine Beschilderung mit zeitlicher Beschränkung anzubringen. Das Gremium stimmte dafür, dass in den Parkbuchten das Parken mit Parkscheibe bis zu zwei Stunden während der Geschäftszeiten erlaubt ist. Rund 1400 Euro wird die Gemeinde dafür ausgeben.
Das Thema Parken soll demnächst auf die Agenda im Gemeinderat. Wolfgang Förtsch brachte es auf den Punkt damit, dass es Pendler gebe, die in Pressig ihren Lebensunterhalt verdienen, aber kaum Möglichkeit haben, ihre Autos zu parken. Dem stimmte Pietz zu. Er erinnerte an den Gedanken, die alten Bahngärten zu Parkplätzen umzufunktionieren. "Aber das ist an den utopischen Preisen der Bahn gescheitert."
Klaus Dressel forderte den Bürgermeister auf, anhand der Prioritätenliste mitzuteilen, welche Gemeindeverbindungsstraßen im nächsten Jahr saniert werden soll. Reinhold Heinlein sprach die Schäden am "Teuschnitzer Berg" an. Diese Straße sollte doch mit in Angriff genommen werden.
Weiter forderte er die Verwaltung auf, gegenüber der Bahn ihre Forderungen kundzutun. Hintergrund ist, dass die Bahn an der Linie von Ebensfeld nach Steinbach Masten erneuert. Die beauftragten Firmen würden Straßen - wie beispielsweise die Heeresstraße zwischen Förtschendorf und Hirschfeld - für den Transport von Schüttgut zu den Masten benutzen. Diese Trassen seien aber für den Schwerlastverkehr nicht geeignet. Mittlerweile sind dort wie an Straßen in Welitsch und Friedersdorf Schäden entstanden.
In der Bürgerfragestunde sprach Gerhard Jungkunz die Brücke am Bach in Förtschendorf an. Hier sollte der Belag erneuert werden. "Das ist in Bearbeitung", entgegnete Bürgermeister Pietz.
Befürwortet wurden die Bauanträge von Jessica Kohlmann-Löblich und Rene Löblich (Wohnhausneubau mit Garage, Rothenkirchen) sowie Nadine Kaubisch (Aufbau von zwei Dachgauben, Pressig).


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