Eggolsheim

Zoff um Brunnenwasser-Test

Der Verein VSR-Gewässerschutz hat Wasserproben privater Brunnen aus dem Raum Forchheim untersucht und bei einigen Nitratbelastung festgestellt. Der Bauernverband stellt das Vorgehen in Frage fühlt sich an den Pranger gestellt.
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Lennart Hoster untersucht eine Brunnenwasserprobe.  Foto: VSR-Gewässerschutz
Lennart Hoster untersucht eine Brunnenwasserprobe. Foto: VSR-Gewässerschutz

Der Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR) war am 9. September mit einem Informationsstand in Forchheim. Die Umweltschützern hätten laut eigener Pressemitteilung einigen Bürgern mitgeteilt, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Insgesamt wurde das Wasser von 76 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Forchheim - Hallerndorf - Eggolsheim analysiert. Jedem sechsten Brunnenbesitzer wurde gesagt, dass seine Probe den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm überschreitet.

Den Grund dafür sehen die Umweltschützern in der intensiven Landwirtschaft. "Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen", behauptet Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählten, verschwänden dagegen immer mehr.

Die Organisation rät Bürgern deshalb, bei ihrem Einkauf darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen ernst nehmen.

Stark verschmutzte Proben

Der Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Lennart Hoster, Bundesfreiwilliger, fanden bei den Untersuchungen beispielsweise 155 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Nainsdorf bei Adelsdorf. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Stolzenroth bei Pommersfelden mit 64 Milligramm pro Liter (mg/l), in Willersdorf mit 113 mg/l, in Heroldsbach mit 62 mg/l und in Steinbach mit 106 mg/l fest.

Nicht für Fischteiche geeignet

Am Informationsstand hätten laut VSR viele Brunnenbesitzer gezeigt, dass sie über diese Nitratbelastungen wütend seien. Ärgerlich sei, dass das Wasser dadurch nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen im Garten könnte das belastete Brunnenwasser zu einer Nitratanreicherung im Gemüse führen.

Eine Chance sehen die Umweltschützer im ökologischen Landbau und in der regionalen Vermarktung, die Lebensmittelqualität und eine umweltverträgliche Landwirtschaft in den Vordergrund stelle. Indem der Kunde bewusst einkaufe, könne er dazu beitragen, die Nitratbelastung in der Region Forchheim zu reduzieren. red

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