Hammelburg
Förderung

Zinsloses Darlehn für Vereine und Zuschuss für Hallen

Arkadius Guzy Die Bürger sollen von der guten Haushaltslage der Stadt etwas abbekommen. Daher legt diese eine neue Förderung für Vereine auf: Sporthallengesellschaften, Hallenausschüsse, Baugemeinscha...
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Arkadius Guzy Die Bürger sollen von der guten Haushaltslage der Stadt etwas abbekommen. Daher legt diese eine neue Förderung für Vereine auf: Sporthallengesellschaften, Hallenausschüsse, Baugemeinschaften, Vereine und Vereinsringe können für Investitionen ein zinsloses Darlehn bekommen.

Das Darlehn kann für Investitionen ab 5000 Euro beantragt werden, wenn alle anderen Zuschuss- und Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die Tilgung des zweckgebundenen Kredits läuft über fünf Jahre, eine Verlängerung auf acht Jahre kann im Einzelfall gewährt werden.

Für die Vereine sei es teilweise schwierig Gelder aufzubringen. Das sei an die Stadt herangetragen worden, erklärte die stellvertretende Kämmerin Jennifer Langguth den Grund für diese Unterstützung. Bei der gegenwärtigen Zinssituation muss die Stadt außerdem Verwahrentgeld auf ihre Guthaben zahlen. Die Ausgabe der Darlehn ist für sie eine Möglichkeit die Zahlung dieser Negativzinsen zu verringern, wie Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) andeutete.

Im Stadtrat warf die Form der Förderung allerdings Zweifel auf. "Was passiert, wenn ein Verein das Darlehn nicht zurückzahlt", fragte Martin Wende (CSU) nach Sicherheiten. Zur Debatte stand, ob nicht zumindest eine Grundschuld eingetragen werden sollte. Seine Fraktionskollegin Gudrun Kleinhenz wollte wissen, ob es eine Budgetgrenze für die Kredite gibt.

Warmuth verwies dagegen darauf, dass jedem Darlehn eine Einzelfallprüfung vorausgeht und es keinen Rechtsanspruch auf die Zahlung gebe. "Ich sehe, welche Arbeit Vereine auf sich nehmen", sagte Elisabeth Assmann (Grüne/BfU). Sie nannte das Beispiel der Diebacher Vereinshalle, für die aufgrund der Brandschutzvorgaben Investitionen notwendig sind, die "sonst nicht nötig wären". Auch Bernd Hüfner (CSU) führte den Hallenunterhalt als Argument für die Förderung an.

Generell gegen die Darlehnsform war Patrick Bindrum (CSU). "Ich halte es für gefährlich. Wir greifen ins Bankgeschäft ein. Um Zinsen zu sparen, sei es der falsche Weg", sagte er. Er sah es als richtig an, den Vereinen etwas zurückzugeben, aber dafür war für ihn die Erhöhung des üblichen Zuschusssatzes an Verein das bessere Mittel. Mit vier Gegenstimmen stimmte der Stadtrat der zusätzlichen Förderung über Darlehn zu.

Ab diesem Jahr unterstützt die Stadt außerdem den Unterhalt von Vereinshallen. Das gilt für die Vereinsring-Halle in Diebach, die Mehrzweckhalle in Westheim, die Zentgrafenhalle in Untereschenbach, die Eschenbachhalle in Obereschenbach, die Erthal-Halle in Untererthal und die Raiffeisenhalle in Gauaschach.

Der Zuschuss richtet sich nach der Fläche. Bis 1000 Quadratmeter gibt es jährlich 3500 Euro, von 1000 bis 1500 Quadratmeter jährlich 5000 Euro. Voraussetzung ist, dass die Stadt die Unterstützung nach Haushaltslage auch leisten kann. Der Zuschuss kann dazu genutzt werden, das neue zinslose Darlehn von der Stadt zu tilgen, wie der Bürgermeister in der Stadtratssitzung erklärte.

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