Marktzeuln

Zeulner zürnen wegen Zech-Gelände

Beim Startschuss für das städtebauliche Entwicklungskonzept geizten die Bürger nicht mit Verbesserungswünschen.
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Das Zech-Anwesen ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Foto: Andreas Welz
Das Zech-Anwesen ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Foto: Andreas Welz

Die Maßnahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek) ist in Marktzeuln und seinen Ortsteilen angelaufen. Bei einer Bürgerversammlung in der Turnhalle stellten Architekten und Ingenieure das Projekt vor.

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech unterstrich: "Die Bevölkerung soll von Anfang an in die Planung einbezogen werden." Im Aufnahmeantrag seien die Schaffung eines Dorfladens und die Sanierung des Marktareals vorgesehen. Alle Isek-Maßnahmen würden von der Städtebauförderung mit 80 Prozent gefördert. Livia Maria Andreas vom Sachgebiet Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken bat die Anwesenden um Anregungen. "Nur mit der Unterstützung der Einwohner können wir Projekte fördern", sagte sie.

Die Marktzeulner ließen sich nicht lange bitten und brachten eine Reihe von Wünschen vor, wie sie sich ihre Ortschaft in Zukunft vorstellen. Dagmar Rose, Helge Reul und Pia Löffler prangerten einen Schandfleck mit leer stehenden und heruntergekommenen Gebäuden zwischen Marktstraße und Hauptstraße an. Das Zech-Anwesen sollte mit Isek-Mitteln verschwinden oder saniert werden. Dagmar Rose konnte sich dort Wohnungen vorstellen und die Eröffnung eines gastronomischen Betriebes.

Kommune-Brauhaus gewünscht

Klaus Stiefler vom Planungsbüro RSP aus Bayreuth versprach, das Areal in Augenschein zu nehmen. Erhaltenswerte Gebäude könnten saniert, andere abgerissen werden. Toni Stark erinnerte daran, dass in Marktzeuln unterhalb des Rathauses ein Brauhaus gestanden hatte. Er wünschte sich die Errichtung eines Kommun-Brauhauses. Stiefler hatte Bedenken hinsichtlich eines Neubaus. Er könne sich nur ein einziges Isek-Projekt erinnern, das neu gebaut wurde. Die Idee des Brauhauses fand er aber gut. Vielleicht könne man ein leer stehendes Gebäude dafür umbauen.

Maria Gahn war ein leer stehendes Anwesen im Ostaring ein Dorn im Auge. Es verschandele die Wohngegend, der Eigentümer sollte es in Ordnung bringen. Bürgermeister Friedlein-Zech bedauerte, dass die Gemeinde nichts tun könne, da das Gebäude in Privatbesitz sei. "Wir haben bereits vergeblich ein Bußgeld angedroht", sagte er. Angesichts der Schulsanierung befürchtete Pfarrer i. R. Wolfgang Scherbel um den Standort des Kinderhorts. Der Bürgermeister versicherte, dass dadurch der Hort nicht gefährdet sei.

Josef Stark, langjähriges Gemeinderatsmitglied und Bürgermeister, brachte den geplanten Dorfladen im alten Schulhaus ins Gespräch. "Wir dürfen den Laden nicht als einzigen Aspekt betrachten", wünschte er sich. Ein Gemeindezentrum sollte dort entstehen, eine Begegnungsstätte der Bürger, sagte er unter dem Beifall der Versammlungsteilnehmer. Diane Gruber machte den Vorschlag, Mitfahrbänkla in Marktzeuln aufzustellen. Dieses Mitfahrangebot werde in vielen Gemeinden erfolgreich praktiziert.

Das RSP-Team stellte den Fahrplan für das Isek-Programm vor. Das erste Treffen einer Lenkungsgruppe finde im Februar statt. Bis Mai würden fünf Arbeitskreise die Themen Dorfladen, Soziales, Verkehr, Freizeit und Ortsgestaltung behandeln. Die erste Zwischenpräsentationen sei im Juni oder Juli und die zweite im September geplant. Dabei würden die Ergebnisse der Arbeitskreise vorgestellt. Die Endpräsentation soll im Dezember 2019 stattfinden und im Januar 2020 der Gemeinderat darüber befinden. Um die Wünsche der Bevölkerung auszuloten, werde zunächst an alle Haushalte ein Fragebogen verschickt.

In einer kurzen Zusammenfassung beleuchtete Bürgermeister Gregor Friedlein Zech das vergangene Jahr. Die Gemeinde habe sich an der Protestaktion gegen neue Stromtrassen beteiligt. Ein neues Feuerwehrfahrzeug sei bestellt worden. Es werde im Mai eingeweiht. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED sei beschlossen worden. Die Breitbandverkabelung mit mindestens 30 Megabits in der Sekunde sei abgeschlossen. Für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Höhe von 1,227 Millionen Euro würden keine Kosten mehr für die Haueigentümer anfallen. Zum ersten Mal findet eine Veranstaltung des Theatersommers in Marktzeuln statt. Sie ist auf dem Freischießenplatz am Rodachufer geplant.

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