Zeil am Main

Zeitreise vom Mittelalter bis zur Titanic

Das passte zur 1000-Jahr-Feier von Zeil: Die Stadtkapelle entführte ihre Zuhörer musikalisch in verschiedene Jahrhunderte. Auch das Jugendorchester stellte im Rudolf-Winkler-Haus sein Können eindrucksvoll unter Beweis.
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Unter dem Motto "Zeitreise" stand das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Zeil im Rudolf-Winkler-Haus. Foto: Christian Licha
Unter dem Motto "Zeitreise" stand das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Zeil im Rudolf-Winkler-Haus. Foto: Christian Licha
Mit der Musik zu "Game of Thrones", einer erfolgreichen amerikanischen Fantasy-Serie, die in einer fiktiven Mittelalterwelt spielt, begrüßte die Stadtkapelle die Besucher ihres Frühjahrskonzertes. Unter dem Motto "Zeitreise", das perfekt zum Jubiläum "1000 Jahre Zeil am Main" passte, präsentierten die Musiker Stücke, die verschiedene Jahrhunderte verkörperten.
Offiziell zum Stadtjubiläum gratulierte die Kapelle mit dem Stück "For the next thousand", das eigentlich anlässlich der Jahrtausendwende komponiert wurde. Gut verständlich erklärte Dirigent Heimo Bierwirth das anspruchsvolle Stück "Aus einer Sage". Die Komposition in vier Sätzen führte in eine andere als die heutige Welt. Barocke Tanzformen wie die schnelle Gigue und die ruhige Pavane fanden hier Verwendung. Es wurde auch die Technik der Bassvariationen benutzt, wie sie für mittelalterliche Musik charakteristisch ist.
Auch das Jugendorchester durfte sein Können im vollen Rudolf-Winkler-Haus dem Publikum zu Gehör bringen. Die 13 Mädchen und Jungen zeigten begeisternd, was sie schon gelernt haben, und führten zum Beispiel mit der "Prehistoric Suite" von Paul Jennings in die Zeit der Dinosaurier. Schaurig schön war die Ansage der Suite "Ghosts, Goblins and Witches": Ein Posaunen- und Schlagzeug-Geist, viele Trompetenkobolde und die Holzbläserhexen versetzten den Saal zurück ins Mittelalter. Und einen Filmklassiker hatte die Jugend auch auf Lager: "My Heart will go on", die Titelmelodie aus "Titanic", wurde besonders auf Anregung der jungen Flötenspielerinnen ins Programm genommen.
Mit seinem Solo an der Tuba glänzte Jakob Sehrig beim "Türkischen Marsch" von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Stück beinhaltet eine der bekanntesten Melodien in der Klassik und imitiert die türkische Janitscharenmusik. Sehr gut kam bei den Zuschauern auch das Medley der "Comedian Harmonists" an. "Veronika, der Lenz ist da" oder "Mein kleiner grüner Kaktus" durften dabei nicht fehlen.
Bürgermeister Thomas Stadelmann freute sich über den bunten Strauß bekannter Melodien bei diesem Konzert. Besonders lobte er die Jugend, die für die Zukunft der Zeiler Stadtkapelle sehr wichtig sei. Die Nachwuchsmusiker durften dann nach einem grandiosen Beifall auch noch einmal auf die Bühne, um mit dem Hauptorchester "Guten Abend, gute Nacht" als Zugabe zu spielen.


Medley für Trompeter Schmauz

Leider gab es auch eine traurige Nachricht zu verkünden: Wie Vorsitzender Norbert Strätz dem Publikum betroffen mitteilte, ist mit dem Trompeter Karlheinz Schmauz ein wichtiges Mitglied des Orchesters einen Tag vor dem Konzert gestorben. Seit 1972 war der Musiker bei der Stadtkapelle Zeil aktiv. In Gedenken an den erst 54-Jährigen lag auf seinem Platz eine weiße Rose. Außerdem wurde ihm das Medley "Led Zeppelin on Tour" gewidmet.
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