Sanspareil

Zeitreise feiert Jubiläum

Auf der Burg Zwernitz bei Wonsees herrscht am Wochenende buntes Treiben.
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Die Darsteller wollen am Wochenende den mittelalterlichen Alltag auf der Burg möglichst genau nachstellen. Foto: privat
Die Darsteller wollen am Wochenende den mittelalterlichen Alltag auf der Burg möglichst genau nachstellen. Foto: privat
Zum mittlerweile zehnten Mal wird die Burg Zwernitz an diesem Wochenende zum Leben erweckt. Burgvogt, Burghauptmann, Wachen, Mägde und Küchenpersonal bemühen sich um die Besucher. Das teilt die bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser mit. Die spätmittelalterlich gewandeten Darsteller der Arbeitsgemeinschaft "Sanguis et Aurum" nehmen zusammen mit anderen befreundeten Interessengemeinschaften und Vereinen die Besucher mit auf eine Zeitreise und machen erlebbar, wie das Alltagsleben auf der Burg Ende des 15. Jahrhunderts wohl ausgesehen hat.
Sie geben unter anderem die Möglichkeit, der Beutlerin und der Schneiderin bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, mittelalterliche Spiele auszuprobieren, den Umgang mit Waffen des 15. Jahrhunderts zu erleben, das Warensortiment des mittelalterlichen Kaufmanns zu begutachten sowie mehr über Pilgerei und das Lagerleben des späten Mittelalters zu erfahren. Der gesamte Burgbereich wird zum lebendigen Museum.
Bei dieser Museumsaktion, die in Kooperation mit der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage stattfindet, sind - im Unterschied zum herkömmlichen kommerziellen Mittelaltermarkt - keine Verkaufsstände zu finden. Vielmehr geht es den Darstellern und der Schloss- und Gartenverwaltung darum, den mittelalterlichen Alltag auf der Burg möglichst genau nachzustellen - Mittelalter also zum Erleben, Anfassen und - manchmal auch - zum Ausprobieren.
Alle Mitwirkenden betreiben die Darstellung hobbymäßig, nicht gewerblich. Durch umfangreiche, jahrelange Recherchen haben sie das nötige Wissen erworben, um der spätmittelalterlichen Realität in Kleidung, Ausrüstung, Gebrauchsgegenständen sowie handwerklichen Fertigkeiten möglichst nahezu kommen und so das mittelalterliche Leben möglichst authentisch darzustellen.


Rundgänge und Bastelaktionen

Burgrundgänge mit Erläuterungen zur Geschichte und Baugeschichte der Burg Zwernitz durch den Kastellan der Plassenburg, Harald Stark, runden das Programm ab, und zwar am Samstag um 13.30 und 16 Uhr und am Sonntag um 11 und 14 Uhr. Für die jungen Besucher werden außerdem vor dem Forkelhaus (Kasse) vonseiten der Museumspädagogik der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage kostenlose Bastelaktionen angeboten: am Samstag von 11 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Geöffnet ist die Burg Zwernitz an beiden Tagen von 9 bis 18 Uhr, das bunte Treiben herrscht am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr.
Die auf einem schmalen Dolomitfelsen thronende Burg Zwernitz wurde im Jahr 1156 als Stammsitz der Walpoten erstmals urkundlich erwähnt. Um 1300 wurde sie Amtssitz der Burggrafen von Nürnberg und später der Kulmbacher bzw. Bayreuther Markgrafen. Vom Bergfried, von dem sich ein weiter Blick über den Naturpark Fränkische Schweiz bietet, konnten Rauchsignale über ein System von Beobachtungstürmen bis zur Plassenburg in Kulmbach weitergeleitet werden. Von der spätromanischen Burg haben sich größere Teile erhalten, die man an den typischen Buckelquadern erkennt. In den 1740er Jahren ließ Markgraf Friedrich im Zuge der Anlage des Felsengartens Sanspareil auch die Burg wieder instand setzen. Wenn sich die höfische Jagdgesellschaft in der nahen Schlossanlage um den morgenländischen Bau aufhielt, sollte die Burg als geschichtsträchtiger "Point de Vue" an die ritterliche Vergangenheit der Hohenzollern erinnern.
In der Burg Zwernitz wird eine Dokumentation zur Geschichte der Burg, ihrer Bewohner und des Ortes Sanspareil präsentiert sowie eine Dauerausstellung "Markgräfliche Jagd" vorstellt. red
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