Bamberg

Zeitdokumente zur Wende

Die Stadt Bamberg sucht Schriftstücke und Fotos zum Thema 30 Jahre Mauerfall.
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Dokument des Mauerfalls: Am Bamberger Bahnhof heißt Oberbürgermeister Paul Röhner eine DDR-Bürgerin mit ein paar Blümchen willkommen.  Foto: Stadtarchiv
Dokument des Mauerfalls: Am Bamberger Bahnhof heißt Oberbürgermeister Paul Röhner eine DDR-Bürgerin mit ein paar Blümchen willkommen. Foto: Stadtarchiv

Nach dem Fall der Mauer vor 30 Jahren erlebte Bamberg einen wahren Massenansturm von DDR-Bürgern. Die Stadt Bamberg sucht nun Dokumente von Bürgern, die das damalige Geschehen erhellen.

Erster Bote der epochalen Veränderung war ein Zug mit DDR-Flüchtlingen, der am 5. Oktober 1989 am Bahnhof Bamberg Station machte. Als am 9. November 1989 Politbüro-Sprecher Günther Schabowski Reisefreiheit für alle DDR-Bürger ankündigte und die Mauer fiel, rollte an den darauffolgenden Wochenenden eine Lawine aus Trabis und Wartburgs nach Bamberg, um der Stadt einen Besuch abzustatten. Die Besucher holten das Begrüßungsgeld ab, kauften ein, was in der DDR nicht zu haben war, und nutzten sicherlich auch die Gelegenheit, um mit Bambergern in Kontakt zu kommen. So wurden Freundschaften geschlossen, die weit über die Zeit des Mauerfalls hinaus reichten und eventuell sogar noch heute Bestand haben.

Die Stadt Bamberg ist auf der Suche nach Dokumenten, die die Geschehnisse um den 9. November 1989 in der Stadt belegen. Das können Fotos von Menschenansammlungen, winkenden Zugreisenden oder Trabi-Kolonnen sein. Auch Schriftliches kommt in Frage, etwa aufgezeichnete Erinnerungen über das Erlebte oder Schreiben von DDR-Bürgern, die sich für die freundliche Aufnahme bedanken.

Originale bleiben beim Besitzer

Wichtig ist, dass diese Dokumente einen Bezug zu Bamberg haben. Wer solche hat, wird gebeten, diese im Stadtarchiv, Untere Sandstraße 30A, zu hinterlegen. Nach der Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt Bamberg und dem Eigentümer werden Fotos und Schriftstücke eingescannt, die Originale gehen dann zurück an den Eigentümer. Mit der Unterzeichnung der Nutzungsvereinbarung stimmt der Eigentümer zu, dass seine Dokumente zum Beispiel im Rahmen von Ausstellungen gezeigt, im Stadtarchiv aufbewahrt und an Dritte weitergegeben werden können.

Die erste Möglichkeit der Präsentation ergibt sich beim Erzählabend am 7. November, von 19 bis 21 Uhr in der Volkshochschule. Christine Sünkel und Gerhard Beck laden zu einer Reise in die Zeit des Mauerfalls ein. Dabei werden auch Fotos das Geschehen in Bamberg illustrieren. Am 9. November um 18 Uhr im Hegelsaal der Konzert- und Kongresshalle wird Oberbürgermeister Andreas Starke im Gespräch mit Altoberbürgermeister Herbert Lauer, Altbürgermeister Werner Hipelius, Altbürgermeister Rudolf Grafberger und Altbürgermeister Max Reichelt die Ereignisse vor 30 Jahren Revue passieren lassen. Wer bis dahin verwertbare Zeitdokumente beim Stadtarchiv abgibt, erhält im Gegenzug eine persönliche Einladung zu der Veranstaltung am 9. November.

Das Stadtarchiv hat montags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 14.30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen und Rückfragen unter stadtarchiv@stadt.bamberg.de, Tel. 0951/87-1370. red

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