Coburg
jahrestag

Zehn Jahre Regiomed - vom Klinikverbund zum länderübergreifenden Konzern

Der Festakt fand im Coburger Kongresshaus statt, der Sitz der neuen Gesellschaft wurde Sonneberg: Am Sonntag ist es zehn Jahre her, dass die vier Landkreise...
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Die Gründer von Regiomed am 12. November 2007 (von links): Landrat Karl Zeitler, Landrätin Christine Zitzmann, Oberbürgermeister Norbert Kastner, Landrat Reinhard Leutner, Landrat Thomas Müller, Bürgermeister Klaus Brodführer  Foto: CT-Archiv/Jochen Nützel
Die Gründer von Regiomed am 12. November 2007 (von links): Landrat Karl Zeitler, Landrätin Christine Zitzmann, Oberbürgermeister Norbert Kastner, Landrat Reinhard Leutner, Landrat Thomas Müller, Bürgermeister Klaus Brodführer Foto: CT-Archiv/Jochen Nützel
Der Festakt fand im Coburger Kongresshaus statt, der Sitz der neuen Gesellschaft wurde Sonneberg: Am Sonntag ist es zehn Jahre her, dass die vier Landkreise Coburg, Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie die Städte Coburg und Schleusingen den Klinikverbund Regiomed gründeten.
Es war einer der ersten derartigen Zusammenschlüsse kommunaler Krankenhäuser, und er hatte einige Besonderheiten aufzuweisen. Keine der beteiligten Kliniken steckte in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und musste aus purer Not mit einer anderen zusammengehen. Und: Es war ein Zusammenschluss über Bundesländergrenzen hinweg, zwischen Thüringen und Franken, auf den Tag genau 18 Jahre, nachdem zwischen Neustadt und Sonneberg die Grenzbarrieren gefallen waren.


Erste Gespräche 2003

Die Beteiligten hatten sich Zeit genommen: 2003 wurden die ersten Gespräche geführt, erst vier Jahre später gab es den Zusammenschluss, der bei weitem noch nicht so eng war wie heute. Die Landkreise und der Krankenhausverband Coburg brachten ihre Kliniken in eine gemeinsame Holding ein. Die Gebäude selbst blieben Eigentum der Landkreise, weil darin Fördermittel der jeweiligen Bundesländer steckten.
Zehn Jahre später ist Regiomed auf dem Weg zum Gesundheitskonzern schon weit vorangekommen: Das Unternehmen betreibt nicht nur Krankenhäuser und Altenheime, sondern hat auch eine eigene Medical School zur Ausbildung von Ärzten gegründet (in Kooperation mit der Universität Split). An der Spitze stehen neben dem Hauptgeschäftsführer einer für den medizinischen und einer für den kaufmännischen Bereich. Sitz der Holding ist nach wie vor Sonneberg, aber die Zentralverwaltung mit ihren Zuständigkeiten für Finanzen und Personal sitzt in Coburg, im ehemaligen Schwesternwohnheim.
Regiomed beziehungsweise die Klinikgesellschaften des Konzerns sprangen in den vergangenen Jahren immer wieder ein, zuletzt, als die Coburger Schwesternschaft des Roten Kreuzes insolvent ging: Das Klinikum Coburg übernahm die Pflegekräfte, die ohnehin schon dort arbeiteten, ins Angestelltenverhältnis. Schon vor der Insolvenz hatte Regiomed das Seniorenzentrum am Gustav-Hirschfeld-Ring übernommen, nun kam noch das Haus am Schießstand hinzu. 2012 wurde das Krankenhaus von Neustadt Tochterunternehmen des Klinikums Coburg, das selbst zum Klinikverbund gehört. Regiomed betreibt darüber hinaus im gesamten Gebiet 15 medizinische Versorgungszentren (MVZ), um zu helfen, die hausärztliche Versorgung sicherzustellen.


Neuer Standort im Gespräch

Derzeit ist die Rede davon, für das Klinikum Coburg einen ganz neuen Standort zu finden, der dann "Gesundheitscampus" heißen soll; in Lichtenfels soll eine neue Zentralküche für den ganzen Klinikverbund entstehen, nachdem man dort gerade ein neues Klinikum baut.
Diese Entwicklungen gingen nicht immer glatt vonstatten: Katja Bittner, die als erste Hauptgeschäftsführerin versuchen sollte, die einzelnen Teile von Regiomed enger zusammenzuführen, wurde 2013 nach nur zwei Jahren auf Beschluss der Gesellschafter vorzeitig entlassen, nachdem sie einige umstrittene Entscheidungen getroffen hatte. Allerdings spielte dabei wohl auch eine Rolle, dass die Beteiligten unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, welche Kompetenzen ein Hauptgeschäftsführer haben sollte. Die juristische Auseinandersetzung über die Entlassung zog sich bis ins Jahr 2015 hin.
Bittners Nachfolger Joachim Bovelet, seit Jahresbeginn 2014 im Amt, scheint im Umgang mit den Vertretern der Regiomed-Gesellschafter ein glücklicheres Händchen zu haben. Ursprünglich als Interims-Geschäftsführer zur Überbrückung nach Bittners Entlassung aus Berlin geholt, hat er nun einen Vertrag bis 2018.
Doch nicht nur bei den Geschäftsführern gab es Wechsel: Von den sechs Politikern, die vor zehn Jahren den Vertrag unterzeichneten, sind heute nur die Thüringer noch im Amt: Landrat Thomas Müller (Hildburghausen, CDU), Landrätin Christine Zitzmann (Sonneberg, parteilos) und Bürgermeister Klaus Brodführer (Schleusingen, CDU). Der Coburger Landrat Karl Zeitler (SPD) wurde 2008 von Michael Busch (SPD) abgelöst, Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) von Norbert Tessmer (SPD) im Jahr 2014. Christian Meißner (CSU) wurde 2011 zum Nachfolger von Landrat Reinhard Leutner (Lichtenfels, CSU) gewählt.


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