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Coburg
Kunstsammlungen

Zecchin-Ausstellung zeigt Murano-Glas

Venedig in Coburg: Der Italiener Vittorio Zecchin (1878–1947) arbeitete zunächst als Maler und dann als Grafiker und Designer. Als er sich im Ersten Weltkrieg in einem Kloster auf Murano eine Werkstat...
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Ein "Veronese-Vase" von Zecchin aus Murano: Sie besticht durch ihre klaren Umrisse.  Foto: Enrico Fiorese
Ein "Veronese-Vase" von Zecchin aus Murano: Sie besticht durch ihre klaren Umrisse. Foto: Enrico Fiorese

Venedig in Coburg: Der Italiener Vittorio Zecchin (1878–1947) arbeitete zunächst als Maler und dann als Grafiker und Designer. Als er sich im Ersten Weltkrieg in einem Kloster auf Murano eine Werkstatt für Tapisserien einrichtete, entstanden auch erste Entwürfe im Bereich Glas.

Die erste in Deutschland

Herausragend war dabei seine Tätigkeit für die Firma "Vetri Soffiati Muranesi Cappellin Venini & C.", die von dem Antiquitätenhändler Giacomo Cappellin und dem Rechtsanwalt Paolo Venini 1921 gegründet wurde und deren künstlerischer Leiter Vittorio Zecchin bis 1926 war. Der Firmensitz war Murano, die vor Venedig gelegene Insel, die für Jahrhunderte das Zentrum der europäischen Glasindustrie war und noch heute einen legendären Ruhm genießt. In der aktuellen Sonderausstellung in den Kunstsammlungen der Veste Coburg, der ersten Schau zu Vittorio Zecchin in Deutschland, sind über 80 Werke aus seiner Tätigkeit für Cappellin und Venini zu sehen. Die aus mehreren italienischen Privatsammlungen stammenden Werke werden ergänzt um ausgewählte Objekte aus der historischen Glassammlung der Kunstsammlungen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit Le Stanze del Vetro, Venedig, und zu folgenden Zeiten geöffnet: bis 8. November 2020: täglich von 9.30 bis 17 Uhr; ab 10. November 2020: dienstags bis sonntags von 13 bis 16 Uhr (24., 25. und 31. Dezember geschlossen). Während Zecchin als Maler noch eng mit dem Jugendstil verbunden war, führte seine Tätigkeit für Cappellin und Venini auf Murano zu ganz neuen, nunmehr puristischen Formen. Seine Entwürfe kamen fast ganz ohne Ornament aus und bestechen durch ihre klaren Umrisslinien, die Glasgefäße durch monochrome, transluzide Farben. Anregungen fand Zecchin unter anderem in Vorbildern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Seine Adaption einer Vase aus farblosem Glas auf dem Verkündigungsgemälde von Paolo Veronese in der Gallerie dell‘ Accademia in Venedig wurde zum Wahrzeichen der Glashütte und mutierte zum Firmenlogo. Bis heute wird die "Veronese-Vase" in vielen Farben von Venini hergestellt. red