Mühlhausen
Haushalt

Zahlreiche Projekte zehren die Mühlhausener Rücklagen auf

"Wir haben viel vor - in allen Bereichen!" Mit diesen Worten kommentierte Mühlhausens Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) den Haushalt 2019. Er hofft, alle Vorhaben und Maßnahmen "in den nächsten drei Jah...
Artikel drucken Artikel einbetten

"Wir haben viel vor - in allen Bereichen!" Mit diesen Worten kommentierte Mühlhausens Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) den Haushalt 2019. Er hofft, alle Vorhaben und Maßnahmen "in den nächsten drei Jahren abarbeiten zu können". Was aber nicht sicher ist. Genehmigungen würden sich lange hinziehen und die Kapazitäten der ausführenden Firmen seien derzeit ausgelastet, so Faatz. Das hatte sich auch schon in den Vorjahren bemerkbar gemacht, so dass manch eine Maßnahme musste verschoben werden.

Der diesjährige Haushalt ist vor allem durch Tiefbaumaßnahmen wie Kanalsanierungen und durch Grunderwerb geprägt. Der Marktgemeinde biete sich die einmalige Gelegenheit, innerorts mehrere Grundstücke zu erwerben, stellt der Kämmerer in seinem Vorbericht fest. Diese Chance will man sich nicht entgehen lassen.

Das Grundstück für den in gleicher Sitzung beschlossenen Neubau eines Kindergartens oberhalb der Schule hat die Gemeinde bereits vom Schulverband erworben. Der Förderantrag an die Regierung von Mittelfranken drängt. Er muss spätestens bis 31. August gestellt werden.

Auch im Bereich der Feuerwehr sieht die Gemeinde Aufgaben auf sich zukommen. Sie schlagen sich zwar noch nicht im vorliegenden Haushalt nieder. In Zukunft müsse jedoch daran gedacht werden. Wegen der Nähe zur A 3 werde die Feuerwehr Mühlhausen immer wieder zu Einsätzen gerufen. Da sich im vorhandenen Löschfahrzeug weder Schere noch Spreizer befänden, müsse "in naher Zukunft" ein weiteres oder ein anderes Fahrzeug beschafft werden. Dieses passe aufgrund seiner Maße aber wohl nicht in die bestehende Fahrzeughalle am Standort Marktplatz. Dort herrsche ohnehin Platznot und eine Möglichkeit zur Erweiterung gebe es nicht. Was bedeutet, dass für die Zukunft weiterer Grunderwerb eingeplant werden müsse.

Heuer keine neuen Schulden

Im Haushalt 2019 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen. Noch kann die Gemeinde auf eigene Rücklagen zurückgreifen. Wenn im nächsten Jahr jedoch Dorferneuerungsmaßnahmen und Kanalsanierungen voll greifen, rechnet der Kämmerer mit einer Kreditaufnahme von 400 000 Euro. Hinzu kommt, dass nach dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge, die mit insgesamt 564 000 Euro eingeplant waren, diese Einnahmen fehlen.

Im vorliegenden Haushalt sind 250 000 Euro für die Kanalsanierung in Schirnsdorf angesetzt. Die Kanalsanierung in Decheldorf kommt erst 2020 mit mehr als 500 000 Euro voll zum Tragen. Hingegen schlagen die Rückhaltebecken für Decheldorf, Schirnsdorf, Obstgarten/Wolfsgraben und Mühlweiher in Mühlhausen in diesem Haushalt mit mehr als 200 000 Euro zu Buche. Sie sind als Voraussetzung für die Verlängerung der Wasserrechtsbescheide unumgänglich.

Lediglich Planungskosten von 16 000 Euro sind für die Sanierung der Kläranlage angesetzt. Für den Eigenbedarf soll auf dem Dach des Bauhofs eine Photovoltaikanlage installiert werden, die mit 70 000 Euro veranschlagt ist. Für die Steuerungstechnik der Wasserversorgung stehen 80 000 Euro zur Verfügung. Die Flurbereinigung schlägt sich im Haushalt mit 100 000 Euro nieder. Auch wenn Bürgermeister Faatz die Meinung vertrat, dass sich in diesem Jahr wohl nicht mehr viel tue.

Sehr erfreulich fielen laut Verwaltung die Haushaltszahlen des Vorjahres aus. Nach der Rechnungslegung des Kämmerers wurden durch die hohe Zuführung von 563 000 Euro an den Vermögenshaushalt (geplant waren 306 000 Euro) im Jahr 2018 keine Entnahmen aus den Rücklagen nötig. Aufgrund geringerer Ausgaben und höherer Einnahmen konnte sogar noch etwas auf die hohe Kante gelegt werden.

Steuereinnahmen steigen

Erfreulich hatten sich 2018 auch Gewerbesteuer und Einkommensteuer entwickelt. Nach einem Haushaltsansatz von 360 000 Euro waren an Gewerbesteuer tatsächlich knapp 436 000 Euro eingegangen. Bei den Einnahmen aus der Einkommensteuer wurde 2018 die "Eine-Million-Marke geknackt". Der Schuldenstand betrug zum Jahresende 2018 1,7 Millionen Euro. Umgerechnet auf die 1714 Einwohner ergibt sich daraus eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1005 Euro.

Im Haushalt 2019 soll eine Zuführung in Höhe von 327 600 Euro erwirtschaftet werden. Nach Abzug der Tilgungsleistungen von 194 900 Euro verbliebe der Gemeinde eine freie Finanzspanne von 132 700 Euro.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren