Schlüsselfeld
Krisenintervention

Yvonne Wagner wird ehrenamtliche Helferin für die Seele

Es passiert plötzlich und danach ist alles anders: Traumatische Ereignisse wie ein schwerer Verkehrsunfall, der Suizid eines nahestehenden Menschen oder ein tödliches Unglück sind ein tiefer Einschnit...
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Yvonne Wagner
Yvonne Wagner

Es passiert plötzlich und danach ist alles anders: Traumatische Ereignisse wie ein schwerer Verkehrsunfall, der Suizid eines nahestehenden Menschen oder ein tödliches Unglück sind ein tiefer Einschnitt im Leben eine Menschen. Auch wenn man selbst körperlich unversehrt bleibt, die Psyche wird bei einem solchen Ereignis tief verletzt. Angehörige, Zeugen, aber auch Einsatzkräfte brauchen in dieser Situation Hilfe - Hilfe, die ihnen sogenannte Kriseninterventionshelfer geben. Yvonne Wagner ist eine von 16 neuen Ehrenamtlichen, die sich in einem Fachlehrgang im Bereich der Psychosozialen Akuthilfen zum Kriseninterventionshelfer ausbilden lässt - ein gemeinsames Angebot des evangelischen-lutherischen Dekanats Bamberg und der Johanniter-Unfall-Hilfe Oberfranken.

Einsatz direkt am Unfallort

"Wir versuchen, in Extremsituationen ein bisschen Normalität zu schaffen, auch wenn eigentlich nichts mehr normal ist, und den Boden unter den Füßen der Betroffenen wieder etwas zu festigen", erzählt Yvonne Wagner, die hauptamtlich den Johanniter-Treff in Schlüsselfeld leitet. Die Ehrenamtlichen in der sogenannten Psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene (PSNV-B) werden - wenn der Einsatzleiter ihre Unterstützung anfordert, um Angehörigen oder Hinterbliebenen beizustehen - im Notfall direkt von der Einsatzstelle alarmiert, damit sie möglichst schnell und noch am Unfallort mit ihrer wichtigen Arbeit beginnen können. Das geht aus einer Pressemitteilung der Johanniter hervor.

Die Kriseninterventionshelfer übernehmen eine schwere und belastende Aufgabe: Eine gute Ausbildung ist deshalb entscheidend. Insgesamt 87 theoretische Unterrichtseinheiten haben die Teilnehmer bereits absolviert - ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. Auf dem Stundenplan standen unter anderem Grundlagen der Psychotraumatologie, Stresstheorie oder Gesprächsführung. Bevor entschieden wird, ob sie für den Einsatz geeignet sind, und bevor die Ausbildung offiziell erfolgreich beendet ist, folgen nun noch zehn Pflichteinsätze für die "Neuen", bei denen sie mit erfahrenen Kollegen unterwegs sind, aber noch keine Verantwortung tragen. Yvonne Wagner wird den Johanniter-Einsatzleiter Andreas Dennert in den kommenden Wochen bei einigen Einsätzen begleiten und beim benachbarten PSNV-Team im unterfränkischen Kitzingen hospitieren, bevor die Schlüsselfelderin eigenverantwortlich "Erste Hilfe an der Seele" leisten wird: "Sicher werden mich die Einsätze auch selbst mitnehmen, aber ich werde bestimmt einen Weg finden, damit umzugehen", ist Yvonne Wagner überzeugt: "Entscheidend für mich ist, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Dienst dazu beitragen, dass Betroffene das Erlebte ohne Traumatisierung bewältigen können." red



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