Kronach

Wunderbar klingendes Geschenk

Am Sonntag feierte der Hospizverein Kronach 25. Geburtstag. Zum Jubiläum gab es wunderbaren Blechbläsersound, virtuosen Orgelklang sowie Drum-Klänge vom Feinsten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die St. Georgs-Bläser Friesen und der Posaunenchor der Christuskirche demonstrierten unter Leitung von Dekanatskantor Marius Popp eine große Spannweite ihres Repertoires.
Die St. Georgs-Bläser Friesen und der Posaunenchor der Christuskirche demonstrierten unter Leitung von Dekanatskantor Marius Popp eine große Spannweite ihres Repertoires.

Kronach —  Mal majestätisch-feierlich, mal heiter-fröhlich: Ein Konzert ist gelungen, wenn der Funke von den Musizierenden auf die Zuhörer überspringt und diese voll "dabei" sind. Die Freude an der schönen Musik merkte man am Sonntagabend den Mitwirkenden - den St.-Georgs-Bläsern aus Friesen, dem Posaunenchor der Christuskirche sowie Roland Spindler (Drums) - deutlich an, ebenso wie Dekanatskantor Marius Popp, der den Orgelpart bestritt und die Blechbläser unterstützte. Sie alle beschenkten den Hospizverein Kronach mit einem Überraschungskonzert zur Feier des Gründungstags, war die doch für den Landkreis Kronach so segensreiche Einrichtung auf den Tag genau vor 25 Jahren, am 7. Juli 1994, aus der Taufe gehoben worden.

Gefühlvoll und beschwingt

Voller Dankbarkeit über das musikalische Geburtstagsgeschenk zeigte sich Hospizvereins-Vorsitzender Peter Witton. Wie dieser ausführte, sei es in dieser veranstaltungsreichen Zeit nicht ganz einfach gewesen, ein Geburtstagskonzert auf die Beine zu stellen. Kirchenmusikdirektor Marius Popp, der dem auf Spenden dringend angewiesenen Verein schon lange freundschaftlich verbunden ist, habe ihn auch dieses Mal nicht im Stich gelassen. Hierfür dankte er herzlich. Sehr freute sich Witton auch über die vielen Konzertbesucher, die für ihr Kommen mit einem zauberhaften musikalischen Potpourri belohnt wurden: gefühlvoll und getragen, beschwingt und frech, festlich und majestätisch - einfach Musik pur in all ihren funkelnden Facetten.

Verantwortlich für den tollen Blechbläsersound zeichneten Mitglieder der St.-Georgs-Bläser Friesen sowie des Posaunenchors der Christuskirche Kronach. Sie präsentierten sich so, wie man es von ihnen kennt. Mit deutlich spürbarer Spielfreude brachten sie eine große Spannweite ihres Repertoires mit anspruchsvollen Stücken quer durch alle Musikrichtungen zum Klingen. Da erklangen die Madrigale "Herzlieb zu dir allein" und "Fröhlich zu sein" von Hans Leo Hassler neben Perlen aus dem Schaffen Anton Bruckners, wie das wunderbare "Ave Maria" und "Locus Iste" ("Dieser Ort"), als auch Edvard Griegs berühmtestes Chorwerk "Ave Maris Stella", eines der bedeutendsten Werke skandinavischer Chormusik überhaupt.

Herrliche Tonschöpfungen der Altmeister Georg Friedrich Händel ("And the Glory of the Lord) und Johann Sebastian Bach (Fuge BWV 876) traf auf zeitgenössische Musik von Martin Schlotz "Splendor of Brass" ("Pracht der Bläser") sowie die bunten Universums-Figuren aus "Star Wars" (John Williams), Jack Sparrow und seine bösen Schurken der Meere aus "Pirates of Carribean" (Hans Florian Zimmer) sowie das berühmt-berüchtigte "Cabaret" (John Kander, Fred Ebb, Arrangement Frank Hunter). Natürlich sind diese Soundtracks jedem Musikliebhaber geläufig; in den seltensten Fällen aber sicherlich in einer Blechbläser-Adaption - und das "fetzte" gewaltig in der großartigen Akustik der Christuskirche.

Eingebettet waren die vielfältigen Blechbläserklänge in drei herrliche orgelmusikalische Überraschungen. Während die Musiker im Altarraum mit ihrem zu einem fein abgestimmten Ganzen verschmelzenden Zusammenklang beeindruckten, schickte Kirchenmusikdirektor Marius Popp die Klänge seines königlichen Instruments von der Empore herab auf die "Reise".

Ein großes Anliegen ist es dem Dekanatskantor, Kirchenmusik von Frauen zu spielen. Leider standen im 19. Jahrhundert zahlreiche begabte Künstlerinnen zu Unrecht deutlich im Schatten ihrer männlichen Zeitgenossen. Hierzu zählten auch die beiden großartigen Künstlerinnen Clara Schumann (1819 - 1896), Ehefrau von Robert Schumann, sowie Fanny Hensel-Mendelssohn (1805 - 1847), Schwester von Felix Mendelssohn. Aus ihrer Feder brachte Popp Präludium und Fuge in B-Dur (Schumann) sowie Präludium in G-Dur (Hensel-Mendelssohn) zu Gehör.

Was die Orgelpfeifen der romantischen Steinmeyer-Orgel alles hervorbringen, demonstrierte dieser beim populärsten Orchesterstück des französischen Komponisten Maurice Ravel, dem Boléro.

15-minütige Energieleistung

Die ganze betörenden Klangpracht des immer wieder von vorn beginnenden, melodisch wie rhythmisch einzigartigen Themas wurde unterstrichen vom großartigen Perkussionisten Roland Spindler, der den Rhythmus rund 15 Minuten lang in zig Wiederholungen durchzuhalten hatte - welch eine Energieleistung! Chapeau!

Am Ende gab es für dieses musikalische Highlight wie auch für alle Mitwirkenden des mehr als gelungenen Überraschungskonzerts Bravo-Rufe und Standing Ovations - und das völlig verdient. Die freiwilligen Spenden des Abends kommen dem Hospizverein zugute.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren