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Nordhalben

Wunder will lebenswertes Nordhalben

Der Bürgermeisterkandidat der CSU will Fördermöglichkeiten ausschöpfen, um die Gemeinde attraktiver zu gestalten und die Infrastruktur zu stärken.
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Michael Wunder meint, dass die Ortsdurchfahrt von Nordhalben endlich eine zeitgemäße Ansicht bekommen muss. Foto: Marco Meißner
Michael Wunder meint, dass die Ortsdurchfahrt von Nordhalben endlich eine zeitgemäße Ansicht bekommen muss. Foto: Marco Meißner

Marco Meissner Der Kaffee steht auf dem Tisch, der Hund kuschelt sich an, die Ehefrau kommt mit einem Lächeln durch die Tür - Michael Wunder (CSU) ist anzumerken, wie wichtig ihm diese behagliche Atmosphäre unter seinem Dach ist. Und so wie er sein Haus herausgeputzt hat, möchte er auch die Marktgemeinde entwickeln.

"In Nordhalben ist es schön. Es ist einfach die Heimat", sagt der 55-jährige Industriemeister. Er schränkt allerdings ein, dass doch noch einiges im Argen liege. Die Ortsmitte sei so ein Beispiel. Dort sei das Erscheinungsbild nicht mehr zeitgemäß. Der Rückschluss für den Fall seiner Wahl zum Bürgermeister lautet deshalb: "Ich möchte die Ortsdurchfahrt auf Vordermann bringen." Die guten Fördermöglichkeiten müssten ergriffen werden. "Steinwiesen hat's vorgemacht", geht er auf die dortige Neugestaltung im Ortskern ein. Da der Kanal und die Wasserleitungen mit hergerichtet werden müssten, wäre die Maßnahme für Nordhalben "schon eine Hausnummer". Trotzdem sei es Zeit, sie anzugehen.

Wunder selbst möchte sich dabei mit seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz aus der Kommunalpolitik einbringen. Der Vater einer Tochter gehört dem Gemeinderat seit 30 Jahren und dem Kreistag seit 24 Jahren an. Zudem war er zwölf Jahre lang als Zweiter Bürgermeister tätig.

Seine Bestandsaufnahme wirkt sachlich. Traumschlösser baut er nicht. Ebenso wenig mag er aber die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit schlechtreden. "Es ist schon etwas passiert", erkennt er an, dass sich Nordhalben auf den Weg gemacht hat. Er vermisst jedoch eine klare Zielrichtung. "Vieles waren Einzelmaßnahmen. Ich möchte ein Gesamtkonzept, das die Situation aus einem größeren Blickwinkel erfasst."

Wichtig ist ihm, die Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Steinwiesen und Wallenfels wieder zu intensivieren. Beide Kommunen hätten in ihrer Entwicklung vorgelegt, jetzt sei Nordhalben gefordert, im Miteinander nachzuziehen.

Ein großes Thema ist für Wunder der demografische Faktor. "Obwohl wir in der Mitte Deutschlands liegen, sind wir - auch innerhalb des Landkreises - ein Stück weit vom Schuss weg", stellt er fest. Darüber zu lamentieren, wäre für ihn jedoch der falsche Weg. Eine Bevölkerungsexplosion sei zwar nicht in Sicht, doch hält er es für möglich, mit einem Kraftakt zumindest den jetzigen Stand von etwa 1600 Einwohnern zu halten. Dafür hofft er nicht nur auf positive Auswirkungen der künftigen Kronacher Hochschulen und des Nahverkehrskonzepts. Aus gemeindlicher Sicht müsse selbst ein "schweres Feld" beackert werden: die Nahversorgung. Nordhalben dürfe froh sein, den Nordwaldmarkt zu haben. Diesen aufrechtzuerhalten, müsse das vorrangige Ziel sein.

Auch andere Läden, zum Beispiel einen Metzger, würde Wunder gerne in der Gemeinde sehen, doch hält er Neuansiedlungen für schwierig zu erreichen. "Was Ärzte betrifft, müssen wir am Ball bleiben", fordert der 55-Jährige. Eine Basis dafür sei die Bereitschaft, gegebenenfalls alte Hausarztmodelle abzustreifen und neue Varianten zu erproben. Gemeinschaftspraxen oder Zusammenlegungen über Gemeindegrenzen hinaus dürften kein Tabu sein. Erneut nutzt Wunder den Blick über den Tellerrand: Wallenfels gebe mit seinen Bemühungen um die medizinische Versorgung eine Steilvorlage.

Weiche Standortfaktoren

Der Ausbau und die dauerhafte Pflege eines 5G- sowie eines guten Breitbandnetzes müssten weiter intensiv vorangetrieben werden. Gerade für die Firmen vor Ort seien diese weichen Standortfaktoren das A und O. Nicht zuletzt müssten die Fördermittel für Maßnahmen wie das "junge Wohnen" ausgeschöpft und Netzwerke genutzt werden.

Wunder hat weitere Pläne im Gepäck: Er bringt eine Teststrecke zwischen Kronach und Nordhalben für das autonome Fahren ins Gespräch. Ebenso will er den Investitionsstau, "der gigantisch ist", im Wasser- und Abwasserbereich angehen sowie ein längerfristiges Konzept für das Naturerlebnisbad auf den Weg bringen. Wert legt der 55-Jährige zudem auf eine neue Unterkunft für den Bauhof und die Aufrechterhaltung von Klöppelschule und -museum. Gerade das Klöppeln sei schließlich ein Markenzeichen der Gemeinde. Und solche Traditionen gehören für Wunder eben auch zu einer lebenswerten Heimat.

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