Wiesenttal
Marktgemeinderat

Wüstensteiner Gewerbeflächen "auf der Höhe" möglich

In Wüstenstein besteht die Chance, dass auf der Jurahöhe ein Gewerbegebiet entsteht. Dieses für sie unerwartete Ergebnis erzielten die drei Bürgermeister be...
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In Wüstenstein besteht die Chance, dass auf der Jurahöhe ein Gewerbegebiet entsteht. Dieses für sie unerwartete Ergebnis erzielten die drei Bürgermeister bei einer Besprechung im Landratsamt Forchheim.
In ihr ging es um den Wunsch eines ortsansässigen Busunternehmers, der auf seinem Grundstück im Aufseßtal ein Betriebsgelände mit Betriebsleiterhaus errichten möchte, teilte Bürgermeister Helmut Taut (FWW) dem Marktgemeinderat Wiesenttal vor der Abstimmung über dessen Antrag auf einen Vorbescheid mit.
Wüstenstein ist nahezu von allen Seiten von geschützten Naturräumen umgeben, nur nicht auf der "linken Seite der Staatsstraße auf der Höhe" (Taut). Dort in der Nähe des Friedhofparkplatzes hat der Bauwerber ein Grundstück, das durch einen Wirtschaftsweg erschlossen ist. Daneben liegen kleine Flächen der Gemeinde, darunter der ehemalige Hochbehälter, der abgerissen werden soll.
Die Entwicklung des Areals müsste laut Taut über eine Änderung des Flächennutzungsplans und einen Bebauungsplan geschehen. Der Bürgermeister will nun mit dem Bauwerber sprechen, ob dieser sich diese Lösung vorstellen könne. Das im Überschwemmungsgebiet der Aufseß liegende Grundstück könnte dabei als Ausgleichsfläche dienen, ebenso eine großzügige Eingrünung des Betriebshofs.


Blick nach Pottenstein

Bislang wurden in den Wiesenttaler Ortsteilen mit Tallage keine Gewerbeflächen "auf der Höhe" ausgewiesen, nicht zuletzt aus Naturschutzinteressen und wegen des Tourismus. Taut verwies auf die erfolgreichen Planungen der benachbarten Stadt Pottenstein (Kreis Bayreuth), die schon vor etlichen Jahren wegen der Enge im Tal Ladengeschäfte und Gewerbebetriebe auf der Hochfläche ansiedeln ließ. "Gewerbe halten und junge Familien unterstützen." Mit dieser Formulierung der Ziele des Marktgemeinderats signalisierte Konrad Rosenzweig (CSU) die Zustimmung seiner Fraktion.


Parkplatzsituation

Intensiv befasste sich der Rat mit Anregungen, die in den sieben Bürgerversammlungen zusammenkamen. Mit der Parkplatzsituation in Niederfellendorf wollen sich die Räte demnächst ausführlich befassen. Vorab will man Erkundigungen einholen, ob eine Teerdecke auf der Brücke über die Wiesent technisch sinnvoll ist. Auch der Brückenbau zwischen Haag und Wöhr kommt wieder auf die Tagesordnung, kündigte Taut an.


Vereine ohne Domizil?

Die Gemeinde hat jüngst das Schulhaus in Wüstenstein verkauft. Das war ein naheliegendes Thema in der Bürgerversammlung, beklagen die örtlichen Vereine doch, sie hätten nun keine Domizil für Festivitäten mehr. Der Ton in der Versammlung muss harsch gewesen sein, aber Taut erinnerte das Ratsgremium daran: "Wir haben alles versucht, die Schule den Vereinen zu geben." Offenbar spielte Taut auf gescheiterte Gespräche vor dem Verkaufsentschluss an.


Geht Wüstenstein unter?

Die Angst, der Ortsname Wüstenstein gehe unter, war ein weiteres Thema. Damit begründen die Wüstensteiner ihre Abneigung gegen Straßennamen, sie überzeugten den Rat aber nicht recht. Wie Joachim Knauer (BGS) formulierte: "Wenn es dann bei einem Notfalleinsatz zu Verzögerungen kommt, argumentiert man genau andersherum."
Eine Eisplatte am Ortsrand von Oberfellendorf machte der Gemeinde viel mehr zu schaffen, nicht nur der Aufwand mit dem Streuen. Der Bauausschuss wird sich die fragliche Stelle demnächst anschauen, denn der Grundstücksnachbar behauptet, das Wasser fließe aus dem Rechtlerwald und laufe unterirdisch durch sein Grundstück in die Straßenkurve.
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