Weisendorf

Würdigung für die Zubzas

Der Grundschule Weisendorf wurde am Wochenende der Karl-Heinz-Hiersemann-Preis verliehen. Damit würdigte man das Engagement der Schüler für ihre indische Partnerstadt.
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Alexandra Hiersemann überreicht den Scheck an die Zubzas Foto: Richard Sänger
Alexandra Hiersemann überreicht den Scheck an die Zubzas Foto: Richard Sänger

Im Gedenken an den 1998 verstorbenen Landtagsvizepräsidenten Karl-Heinz Hiersemann lobt die SPD Mittelfranken im zweijährigem Rhythmus den Karl-Heinz-Hiersemann-Preis aus. "Damit soll das gesellschaftliche Engagement junger Menschen gewürdigt werden", so der mittelfränkische SPD-Vorsitzende, Carsten Träger, am Sonntag bei der Preisverleihung.

Die Jury, der auch die Ehefrau des Verstorbenen, die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann, angehört, wählte drei gleichwertige Preisträger aus - unter ihnen die Grundschule Weisendorf. Damit würdigte die Jury die Arbeit der Zubzas. Die Laudatio hielt Hiersemann selbst. Für die 400 Euro Preisgeld wird die Schule Bälle für die Zubzas in Weisendorf und die Kinder im Nagaland beschaffen, erklärte Rektorin Petra Pausch.

Mit den Worten: "Viele Menschen stehen für einander ein - so geht helfen, Mitmenschen sein!", aus dem Zubza-Song "Zubza, Freundschaft mit Herz und Verstand", eröffnete Hiersemann ihre Laudatio. Seit über zehn Jahren leisten die Schüler der Grundschule in Weisendorf einen bemerkenswerten und nachhaltigen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Indien und Europa. Mit zahlreichen Hilfsprojekten beweisen sie Toleranz und Offenheit für die Not in der Welt und werden fantasievoll und tatkräftig aktiv gegen bestehende Ungerechtigkeiten in der Welt.

Vor zehn Jahren entstand das Zubza-Hilfsprojekt für die Kinder im Nagaland in Indien - zunächst fing es ganz klein an. Angestoßen von Pater James, der im Religionsunterricht bei Ernst Klimek von der Not, Unterernährung und Krankheiten der Kinder im Nagaland berichtete. Eines der Weisendorfer Kinder stellte entsetzt fest "das ist doch Mord, weil die ganze Welt zuschaut und so wenig dagegen tut".

Das Thema wurde im Unterricht vertieft und es entstand eine Brieffreundschaft zwischen den Kindern der 4. Klasse und den Kindern der Don-Bosco-Schule in Zubza. Die Weisendorfer Kinder wollten ihren Altersgenossen helfen. In Weisendorf wurden Solidaritäts-Aktionen gestartet und es folgten zahlreiche Hilfsprojekte, bis hin zum Bau einer Schule.

Natürlich gaben die Weisendorfer das Zubza-Lied zum Besten, das von der Religionslehrerin Silke Kraus komponiert wurde. Der kleine Chor wurde verstärkt durch die Rektorin Petra Pausch, Pfarrer Wilfried Lechner-Schmitt und dem zweiten Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein sowie Anita Klimek. Er bekam viel Beifall für den gelungenen Vortrag.

Stark machen gegen Fremdenhass

Dass sich Kinder stark machen gegen Ausländerfeindlichkeit und weil sie dem um sich greifenden Fremdenhass Freundschaft entgegensetzen, stellte auch Festredner Ulrich Maly in den Mittelpunkt seiner Festrede. "Die aktuelle politische Lage, die rechte Bewegung gibt Anlass zur Sorge und die Politiker sollten auch selbstkritischer werden", fordert der Nürnberger OB. Wie schon zuvor Carsten Träger und Alexandra Hiersemann, verurteilte auch Maly die Vorkommnisse in Chemnitz aufs Schärfste und die gemeinsamen Demonstrationen von AfD, Pegida und Rechtspopulisten sowie die Verrohung der politischen Sitten und das Niederbrüllen von Menschen, denn das sei eine Verachtung der Demokratie. So gelinge es Rechtspopulisten, die Ängste der Menschen durch Lügen, Fake News und falsche Aussagen zu schüren sowie den Hass auf die Flüchtlinge zu konzentrieren.



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