Einberg

Wolf muss 200 000 Euro zahlen

Der Dortmunder Fußballprofi wurde auf der A3 im Landkreis Kitzingen ohne Führerschein erwischt - dafür muss der Einberger jetzt eine sechsstellige Summe hinblättern und erhält darüber hinaus ein Fahrverbot.
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Marius Wolf strauchelt am 30. März beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg im Signal Iduna Park. Von der Kitzinger Strafrichterin holte er sich jetzt ein dreimonatiges Fahrverbot ab, außerdem muss er knapp 200 000 Euro zahlen.  Foto: Ina Fassbender, dpa
Marius Wolf strauchelt am 30. März beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg im Signal Iduna Park. Von der Kitzinger Strafrichterin holte er sich jetzt ein dreimonatiges Fahrverbot ab, außerdem muss er knapp 200 000 Euro zahlen. Foto: Ina Fassbender, dpa

Einberg/Kitzingen — Marius Wolf zählt vielleicht nicht zu den bekanntesten Gesichtern der Fußball-Bundesliga. Mit Sicherheit aber zählt er zu den schnellsten Kickern in Deutschland: Der 23-Jährige ist gerne forsch mit seinem Daimler unterwegs. Hier mal 34 Stundenkilometer zu viel, dort mal 32.

Seit dem Jahr 2016 ist die Raserei ein Thema im Leben des Fußball-Profis. Die Geschwindigkeitsverstöße kosteten ihn schon eine Stange Geld. Einige Male musste er bereits seinen Führerschein abgeben - und ein Aufbauseminar hat er auch schon absolviert.

Im März 2018 war der Einberger dann sogar ohne Führerschein unterwegs - und wurde auf der A3 im Landkreis Kitzingen am Steuer erwischt. Von der Kitzinger Strafrichterin Patricia Finkenberger gab es dafür jetzt die Quittung: Weitere drei Monate Fahrverbot sowie eine Geldstrafe über 200 000 Euro.

Durchblick verloren

Bei dem 23-Jährigen kam zwischenzeitlich so viel an Verkehrsordnungswidrigkeiten zusammen, dass sogar die Behörden den Durchblick verloren. Gerade Anfang des Jahres 2017 war völlig unklar, wo genau sich der Führerschein des Jungprofis überhaupt befand. Was dazu führte, dass ein vom Amtsgericht Goslar Anfang 2017 verhängtes Fahrverbot erst Anfang 2018 vollstreckt wurde. Trotz des allgemeinen Kuddelmuddels steht fest: Von Ende Januar bis Ende März 2018 hätte Marius Wolf nicht Auto fahren dürfen.

Bei einer Kontrolle am 24. März auf der A3 im Landkreis Kitzingen flog die Schwarzfahrt dann auf, die nun vor dem Kitzinger Amtsgericht verhandelt wurde, nachdem der Profi gegen einen entsprechenden Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte. Der 23-Jährige musste nicht persönlich vor Gericht erscheinen und wurde von einem Anwalt vertreten.

Die Schwarzfahrt selber wurde eingeräumt, letztlich ging es um die Höhe der Strafe. Der Anwalt legte für seinen Mandanten, der bei der Jugend des 1. FC Nürnberg mit dem Kicken angefangen hat, über 1860 München, Hannover 96 und Eintracht Frankfurt schließlich vergangenen Sommer nach Dortmund kam, durchaus eindrucksvolle Verdienstbescheinigungen vor.

Das Gericht verhängte neben einem dreimonatigen Fahrverbot auch eine Geldstrafe von 200 000 Euro, was 30 Tagessätzen entspricht.

Das dürfte aber noch nicht das Ende der Fahnenstange für den Jungprofi sein: Wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer betonte, würde generell wegen des "vollen Fahreignungsregisters ein Entzug der Fahrerlaubnis drohen". Auch das Gericht fand in seiner Urteilsbegründung deutliche Worte für den Verkehrssünder: So wie er sich verhalte, würde er nicht nur einen Chauffeur, sondern zusätzlich noch "ein Kindermädchen brauchen".

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