Marktrodach

Wohnungen für junge Leute

Marktrodach will das Anwesen in der Hauptstraße 29 sanieren. Von den 580 000 Euro geschätzten Investitionskosten erwartet die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 405 000 Euro.
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Das Anwesen in der Hauptstraße 29 soll saniert werden. Es sollen zwei Wohnungen für junge Paare beziehungsweise Alleinerziehende entstehen.
Das Anwesen in der Hauptstraße 29 soll saniert werden. Es sollen zwei Wohnungen für junge Paare beziehungsweise Alleinerziehende entstehen.
Veronika Schadeck

Die Sanierung des Anwesens in der Hauptstraße 29 war am Montagabend das wesentliche Thema in der Gemeinderatssitzung. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei der Regierung von Oberfranken einen Förderantrag zu stellen. Die Gemeinde will mit Hilfe der Förderoffensive Nordostbayern zwei bezahlbare Wohnungen für junge Menschen und Alleinerziehende schaffen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie wurde erstellt.
Zuvor gab es eine rege Diskussion. In der Bürgerfragestunde meinte Alfred Klinger, dass bei der Kostenschätzung in Höhe von 582 000 Euro man pro Wohnung 800 Euro Miete verlangen müsste, damit sich die Investitionen in 30 Jahren amortisieren. Er fragte: "Werden deshalb Sozialmieten festgelegt, weil öffentliche Gelder verbraucht werden?" Wenn dem so sei, dann könne er das auch machen.
"Wäre es nicht besser, das Ding wegzureißen?", fragte Jörg Müller (CSU). Er begründete dies mit Investitionen, die getätigt werden müssen. "Wenn ich dort ein Fertighaus hinstelle, habe ich mehr Nutzen!" Andreas Murrmann (ÜWG/FW) stellte die Summe infrage: "Mir geht das nicht in den Kopf!"
Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD) stellte klar, dass ein Privatmann im Rahmen der Nordostbayernoffensive keine Förderung bekomme. "Wir schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe", warb der Bürgermeister.
In diesem Zusammenhang sprach er davon, dass es sich bei der Hauptstraße 29 um ein denkmalgeschütztes Gebäude handele. Zudem bestünde ein hoher Bedarf an Wohnungen für junge Paare und Alleinerziehende. Die Gemeinde müsse mit einem guten Beispiel vorangehen und Gebäude, die sich in ihrem Eigentum befinden, sanieren. Er wies auf den Zuschuss in Höhe von 405 000 Euro, das entspricht 70 Prozent hin. Normalerweise würde dieser bei 90 Prozent liegen, erklärte er. Aber die zu erwartenden Mieteinnahmen würden angerechnet.
Die geschäftsleitende Beamtin Katja Wich ergänzte, dass es sich um eine Kostenschätzung handele. Sie sprach von einer Bauhochkonjunktur. Deshalb habe das Architekturbüro Müller in der Machbarkeitsstudie aufgrund seiner Erfahrungen die Kosten so ermittelt, das eine Nachfinanzierung ausgeschlossen werde.
Gräbner betonte: "Wenn eine Ausschreibung über das Ziel hinausschießt, dann heben wir diese auf!". Und: "Wir sollten jetzt die Chance ergreifen und nicht warten, bis ein Gebäude zusammenkracht".
Weiterhin beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Umwandlung des beratenden in einen beschließenden Haupt-, Finanz-, Bau- und Umweltausschuss. Aufgrund der aktuellen Förderkulisse im Bausegment mache das Sinn, erklärte Gräbner.
Unter Punkt "Sonstiges" regte Oliver Skall an, über einen Mitternachtssport nachzudenken. Dies sei besonders für solche Heranwachsenden gedacht, die nicht in Sportvereinen aktiv sind. Zudem kämen die jungen Leute mit Vertretern öffentlicher Organe in Kontakt.
Thomas Hümmrich sprach die Sanierung von Gemeindestraßen an. Nachdem die Straßenausbaubeitragssatzung weggefallen sei, sollte man sich mit der Prioritätenliste befassen und entsprechend Maßnahmen ergreifen.
Zuvor informierte Gräbner, dass dem Markt für das Jahr 2018 ein Straßenunterhaltungszuschuss in Höhe von 95 100 Euro zugewiesen werde.


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