Großenseebach
Gemeinderat

Wohnen und Gewerbe beschäftigte erneut die Räte in Großenseebach

Großenseebach  —  Erneut beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem Bauantrag von Georg und Tanja Süß, die im Gewerbegebiet ein Gebäude errichteten. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Antrag auf B...
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Großenseebach  —  Erneut beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem Bauantrag von Georg und Tanja Süß, die im Gewerbegebiet ein Gebäude errichteten. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Antrag auf Bau eines Holzschuppens, eines Fahrradunterstellplatzes und einer Pergola gestellt (der FT berichtete ausführlich), der damals im Gremium sehr emotional diskutiert und abgelehnt worden war.
Den Antragstellern war vorgeworfen worden, weil sie im Gebäude auch wohnen, sich einen billigen Bauplatz erschlichen zu haben. Das "Wohnen" stehe im Vordergrund, es sei "kein Signal einer gewerblichen Nutzung feststellbar". Dabei wurde der Nutzung als Praxis für Physiotherapie und zu Wohnzwecken des Betriebsleiters mit dem Bauantrag im Jahr 2013 zugestimmt. Tatsächlich befinden sich Untergeschoss neben dem Empfang und Wartebereich drei barrierefreie Behandlungsräume ein großer Therapie- und Sportraum sowie sanitäre Anlagen.
Bei der jetzigen Sitzung wurde das Thema erneut aufgegriffen und Rudolf Riedel (FW) beharrte auf seiner damaligen Aussage, er hätte lieber ein übergeordnetes Gewerbe gesehen, das den Vorwurf des "günstigen Wohnraumes" ausgeräumt hätte. Das Gebäude sehe nach einem komfortablen Wohnhaus aus. Er regte an, das Gebäude auf Nachweis einer Gewerbenutzung prüfen zu lassen.
Verwaltungsleiter Martin Hofmann wies darauf hin, dass dieses Thema nicht zur Debatte stehe, sondern ein Bauantrag mit dem Wunsch von Befreiungen hinsichtlich der Überschreitung der Baugrenzen. Im Übrigen seien wie im damaligen Bauantrag genehmigt, weniger als 50 Prozent als Wohnraum vorhanden. Dies bestätigte auch Tanja Süß, die Rederecht erhielt und erklärte, dass sie sich genau an den vom Landratsamt genehmigten Bauplan gehalten hätten. Sie lud den Gemeinderat ein, das Gebäude zu besichtigen.
Wie der Verwaltungsleiter erläuterte, sollen das Gerätehaus mit Holzlager und der offene Unterstellplatz an der nordöstlichen Grundstücksgrenze errichtet werden. Auch das Landratsamt habe keine Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit geäußert. Mehrheitlich erhielt der Bauantrag mit neun gegen sechs Stimmen das gemeindliche Einvernehmen und die Befreiungen vom Bebauungsplan.
Aber auch bei zwei weiteren Bauanträgen war sich das Gremium nicht einig. Beide Male ging es um die Errichtung von Zäunen, die die im Bebauungsplan festgelegten Höhen überschritten. Beim ersten Bauantrag störte das Gremium zwar weniger die Zaunhöhe, dafür aber die von der Verwaltung vorgelegte Kopie des Planes. "Das ist nicht zielführend und schlicht nicht lesbar", wurde kritisiert. Letztlich wurde das gemeindliche Einvernehmen mit acht gegen sieben Stimmen erteilt.
Abgelehnt wurde das gemeindliche Einvernehmen für einen Sichtschutzzaun mit einer Höhe von zwei Metern, der bereits errichtet wurde. Matthias Paulus (CSU) wies darauf hin, dass ein vergleichbarer Fall vor einigen Wochen abgelehnt wurde. In der Diskussion ging es um den Grundsatz, wie hoch das nachbarliche Einvernehmen eigentlich bewertet wird. Der Verwaltungsleiter wies darauf hin, dass die Unterschriften der Nachbarn nicht zwingend erforderlich seien. Ein Grundstücksnachbar hatte darauf hingewiesen, dass er nach Errichtung des Sichtschutzzaunes in seiner Sicht stark eingeschränkt sei und nur noch die Dächer der Nachbarhäuser sehen kann.
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