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Coburg

Wohin soll ich mich wenden?

Sie sind die Anlaufstelle für Patienten des Klinikums, wenn es in irgendeiner Hinsicht Probleme gab. Doch auch die Patientenvertreter brauchen Anlaufstellen - und da gab es offenbar Irritationen.
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Das falsche Essen? Fehler im Entlassbrief? In solchen Fällen sind die Patientenfürsprecher die Ansprechpartner.  Symbolfoto: pattilabelle/fotolia.com
Das falsche Essen? Fehler im Entlassbrief? In solchen Fällen sind die Patientenfürsprecher die Ansprechpartner. Symbolfoto: pattilabelle/fotolia.com
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Auf der Homepage der Regiomed Kliniken GmbH heißen sie "Patientenfürsprecher", im zugehörigen Stadtratsbeschluss ist von "Patientenvertretung" die Rede. Gemeint sind die beiden ehrenamtlichen Beauftragten von Stadt und Landkreis, die Patienten des Klinikums Coburg als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Seit 1. Dezember 2018 hat René Hähnlein (Die Linke/SBC) dieses Amt inne; seine Kollegin aus dem Landkreis ist Heidi Bauersachs (CSU/Landvolk).

Beide sind telefonisch erreichbar (siehe Infobox); Hähnlein bietet darüber hinaus einmal im Monat Sprechstunden im "Bernsteinzimmer" an (so wird es auf der Klinikums-Homepage genannt). Wöchentliche Sprechstunden habe sie jahrelang mit Hähnleins Vorgänger Matthias Langbein angeboten, sagt Heidi Bauersachs. Diese Sprechstunden seien aber kaum angenommen worden, weshalb sie und Langbein entschieden hätten, nurmehr telefonisch erreichbar zu sein. "Dass es Patientenvertreter gibt, bekommen viele erst mit, wenn sie wieder zu Hause sind", sagt Heidi Bauersachs.

Während sie berichtet, dass sich pro Monat ein oder zwei Patienten melden, nennt Hähnlein höhere Zahlen. Anfangs seien es bis zu vier im Monat gewesen, inzwischen seien es manchmal vier pro Woche. "Meine Aufgabe ist es, ein Ventil zu sein", wenn Patienten meinen, dass sie Grund zur Klage haben. Manchmal genüge es, über Abläufe aufzuklären, manchmal müsse ein vermittelndes Gespräch mit dem Stationspersonal geführt werden, manchmal gibt Hähnlein die Anliegen auch ans Qualitätsmanagement weiter, wie er sagt. Zum Beispiel, wenn ein Entlassbrief eines Patienten Fehler enthält.

Allerdings gab es im vergangenen Jahr auch Veränderungen im Qualitätsmanagement. Zum einen, weil die entsprechende Stabsstelle in der Zentralverwaltung des Verbunds abgeschafft wurde. Qualitätsmanagement sei nun "dort angesiedelt, wo die originäre Verantwortung für die Versorgungsprozesse der Patienten liegt", erläutert Regiomed-Sprecherin Birgt Schwabe. Das hat auch finanzielle Gründe: Seit 2016 wurde das Qualitätsmanagement von Regiomed verbundweit zertifiziert. Das sei aber mit einem höheren finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden, als wenn die Kliniken und medizinischen Versorgungszentren individuell zertifiziert würden, erläutert Birgit Schwabe.

Hinzu kam, dass Hähnleins Ansprechpartnerin beim Qualitätsmanagement auf eigenen Wunsch das Haus verließ. Hähnlein will davon nichts mitbekommen haben und schickte weiterhin E-Mails an die Adresse der fraglichen Mitarbeiterin, ohne dass er eine Abwesenheitsnotiz erhielt, wie er sagt. Erst im Dezember habe er erfahren, dass die Mitarbeiterin seit Oktober nicht mehr im Hause sei, sagt er. Ein neuer Ansprechpartner sei ihm nicht genannt worden.

Laut Regiomed-Sprecherin Birgit Schwabe ist das nach wie vor der Qualitätsbeauftragte Alexander Frank. Warum Hähnlein nicht sofort erfuhr, dass die eine Mitarbeiterin des Qualitätsmanagements gegangen war, kann Schwabe nicht erklären. Hähnlein jedenfalls will seit Dezember ein Gespräch mit Regiomed-Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke führen, um zu klären, mit wem er zusammenarbeiten solle: "Das war für mich der logische Weg." Es fand sich aber erst ein Termin Ende Januar.

Heidi Bauersachs weist darauf hin, dass ihr und Hähnlein auch die Ärzte oder der Ärztliche Direktor des Klinikums als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn es um medizinische oder pflegerische Themen gehe. In anderen Fragen, zum Beispiel zur Hygiene, habe sie sich direkt an die Hauptgeschäftsführung gewandt, aber nicht ans Qualitätsmanagement.

Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke betont: "Ich schätze die Funktion des Patientenfürsprechers als objektive und damit neutrale Ebene. Sollte es hier zu Missverständnissen gekommen sein, dann bedauere ich das. Ich denke, im anberaumten Gespräch können alle Unklarheiten beseitigt werden." Auch seien die Patientenfürsprecher in interne Projekte und Ausschüsse eingebunden, wie Birgit Schwabe ergänzt. Hähnlein gehöre zum Beispiel dem "Bauausschuss" an, der sich mit der Frage "Umbau oder Neubau des Klinikums" befasst.

Die Patientenfürsprecher seien Anlaufstelle bei konkreten Anliegen, betont Heidi Bauersachs. Vieles lasse sich schnell und unbürokratisch klären. Denn eine Sache ist ihr wichtig: "Wir brauchen dieses Krankenhaus!

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