Betzenstein

Wohin mit heimatlosen Hunden?

Wenn Herrchen oder Frauchen sterben, stehen Hunde und andere Haustiere ohne Heim da. Der Verein Tierhilfe Franken unterstützt erfolgreich dabei, ein neues Zuhause zu vermitteln. Das Angebot an Tieren ist groß - zu groß.
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Carmen Baur mit Max, Moritz und Mausi Foto: Thomas Weichert
Carmen Baur mit Max, Moritz und Mausi Foto: Thomas Weichert

Sie sind total süß und hören auf die Namen Max, Moritz und Mausi. Die Rede ist von drei kleinen Mischlingshunden die nun bei der Tierhilfe Franken in Betzenstein gelandet sind, weil ihr 86-jähriges Herrchen aus Nürnberg verstorben ist. Eine weitläufige Verwandte des verstorbenen Hundebesitzers hatte die drei zehn Jahre alten Hunde nach dessen Tod kurzfristig bei sich aufgenommen. Da die Dame aber schon 94 Jahre alt ist, war sie mit der Situation schnell überfordert, zumal ihre Wohnung im dritten Stock liegt.

Zum Glück kam dann die gebürtige Forchheimerin Elisabeth Henning ins Spiel, die sich seit über 50 Jahren im Tierschutz engagiert und Mitglied im Tierschutzverein Forchheim ist. Henning, die inzwischen in Nürnberg lebt und die Nachbarin der 94 Jahre alten Frau ist, nahm sich der Sache an. Zunächst fragte sie im Tierheim in Nürnberg an , ob die drei Hunde dort aufgenommen werden. Dort bekam sie eine Absage, weil das Nürnberger Tierheim derzeit Aufnahmestopp für so genannte "Abgabehunde" hat.

Der Zwinger als Perspektive

Im Tierheim in Forchheim wurde sie zunächst vertröstet. Die Mitarbeiterin, mit der Henning telefonierte, erklärte ihr, dass der Fall zunächst besprochen werden müsse. So wandte sich Elisabeth Henning schließlich an Carmen Baur in Betzenstein, die Vorsitzende der Tierhilfe Franken, die sie 2005 selbst gegründet hatte. Baur sagte schließlich zu, die drei niedlichen Geschwisterhunde, deren Vater ein reinrassiger Yorkshire Terrier war, aufzunehmen und zunächst an eine Pflegefamilie weiter zu vermitteln.

Das Tierheim in Forchheim hatte sich nach der Zusage der Tierhilfe Franken dann noch einmal bei Elisabeth Henning gemeldet und hätte die drei Vierbeiner auch aufgenommen. Sie ist aber froh, dass die Hunde nun zunächst zu einer Pflegefamilie kommen, denn im Tierheim hätten sie ihr weiteres Leben in einem Zwinger fristen müssen, bis sie vielleicht jemand aufgenommen hätte. "Bei einer Pflegestelle sind sie ganz einfach besser aufgehoben als in einem Zwinger", sagt Elisabeth Henning, die zuletzt auch schon total fertig und den Tränen nahe war.

"Ideal wäre es natürlich, wenn die drei Tiere, die von Geburt auf zusammen waren, gemeinsam einen neuen Besitzer finden würden", sagt Carmen Baur, die aber auch weiß, dass dies wie ein Sechser im Lotto wäre. Die Hunde können aber auch einzeln vermittelt werden, auch an Menschen die bereits einen Hund haben. "Sie laufen schön an der Leine, sind verschmust und einen Kuschelplatz auf dem Sofa gewöhnt", erklärt Baur, die aktuell 55 Hunde vorwiegend in Pflegefamilien untergebracht hat.

Ein neues und schönes Zuhause

"Das Zuhause zu verlieren, gehört nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere zum Schlimmsten, was einem passieren kann", sagt Baur, die mit ihrem Verein gerade solchen Tieren ein neues und schönes Zuhause vermitteln will. Oft sind es Schicksalsschläge, nach denen ein oder in diesem Fall gleich mehrere Tiere kein Heim mehr haben.

"Viele Leute, die sich ein Tier anschaffen, entscheiden dies in dem Moment, bedenken aber nicht, was in fünf bis zehn Jahren sein könnte" sagt Carmen Baur. Denn der nun verstorbene Hundebesitzer war zum Zeitpunkt, als er die drei Hunde als Welpen bekam, auch schon 76 Jahre alt. "Dabei sollte man aber immer bedenken, das so eine Rasse etwa 16 bis 17 Jahre alt wird", erklärt Baur.

Das Haustier als Wegwerfware

Und immer mehr zum Problem werde heute auch das Internet, wo man sich ganz einfach einen Hund wie einen Gegenstand bestellen kann. Gefällt der Hund dann nicht mehr, landet er im Tierheim oder wird einfach ausgesetzt. Viele Tierheime haben aber einen Rücklauf von Vermittlungen zwischen 20 und 25 Prozent.

Bei der Tierhilfe Franken liegt der Rücklauf aber gerade mal bei zwei bis drei Prozent. "Weil es einfach ein anderes Konzept mit persönlicher Beratung und späterer Nachbetreuung ist", sagt Baur. Wer nun Max, Moritz oder Mausi oder am besten alle drei Hunde auf einmal bei sich aufnehmen möchte, kann sich unter den Telefonnummern 0171/5307237 oder 09151/9071800 an Carmen Baur wenden.

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