Großenhül

Wo Tränenkuchen Freude macht

Das Blechkuchenfest in Großenhül lockte viele Besucher aus nah und fern an. Sie ließen es sich schmecken.
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Zahlreiche Besucher ließen sich die leckeren Blechkuchen in allen Variationen schmecken.
Zahlreiche Besucher ließen sich die leckeren Blechkuchen in allen Variationen schmecken.
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Schon die Namen ließen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: "Konfettikuchen", "Aprikose-Marzipanpudding", "Ananas-Rum" oder "Ameisenkuchen" - all das und noch viel mehr konnten sich die vielen Besucher des Blechkuchenfests in Großenhül schmecken lassen.

Insgesamt 106 Blechkuchen hatten die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Sanspareil gebacken. Neben Klassikern aus Großmutters Zeiten wie Apfel-, Kirsch- oder Streuselkuchen standen auch weniger bekannte Kreationen in der Auslage. Der "Tränenkuchen" von Sieglinde Kolb aus Großenhül beispielsweise stimmte alles andere als traurig. Baisermasse verwandelt sich in viele kleine, klare Tröpfchen auf der Oberfläche. Was aussieht wie ein kleines Kunstwerk, ist der Bäckerin zufolge in der Zubereitung mit relativ wenig Aufwand verbunden. Auf die Frage, warum sie gerade diesen Kuchen ausgesucht hat, antwortet Kolb: "Da weiß ich, dass er funktioniert."

Zusammenhalt wird gefördert

Insgesamt hat der Obst- und Gartenbauverein Sanspareil 140 Mitglieder, etwa zwei Drittel davon bäckt einen Kuchen für das Fest, manchmal auch zwei oder drei. "Hauptsächlich sind das die Damen im Verein", gesteht Vorsitzender Reinhold Münch. Doch gelegentlich binden sich auch Männer die Schürze um. Beispielsweise hat der 18-jährige Nils Münch aus Sanspareil einen Käse-Streuselkuchen zum Fest beigesteuert. "Kuchenbacken ist für mich ganz selbstverständlich. Das mache ich auch zu Geburtstagen oder anderen Familienfeiern", erklärt Münch. Generell mache ihm die Vereinsarbeit Spaß. Es sei schön, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das fördere den Zusammenhalt im Dorf.

"Vereine muss man unterstützen", bestätigt eine Besucherin aus Hirschaid. Gemeinsam mit Freunden ist sie 65 Kilometer mit dem Rad gefahren, um die Großenhüler Blechkuchen zu probieren. Sie habe den Tipp von Bekannten aus Hollfeld bekommen und sei sofort Feuer und Flamme gewesen. Hinter ihr in der Schlange steht ein Besucher aus Altenkunststadt, der ebenfalls durch Mundpropaganda von der Veranstaltung erfahren hat. "Wir kennen hier die wenigsten Leute", wundert sich eine Großenhülerin.

Das Blechkuchenfest gibt es seit 15 Jahren. Am Anfang wurden lediglich 20 Kuchen im Innenhof des Landgasthauses Weith ausgestellt. Nach und nach wuchs die Zahl der Gäste und die der Kuchen so stark an, dass die Veranstalter das Fest auf den Platz vor dem Dorfhaus verlegen mussten. Mittlerweile hat es sich über die Region hinaus herumgesprochen.

"Durch das Engagement der Vereinsmitglieder hat sich das Blechkuchenfest in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Solche Veranstaltungen machen die Gemeinde Wonsees überregional bekannt und stärken den Tourismus", lobt Bürgermeister Andreas Pöhner. Auch der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Reinhold Münch, freut sich über die hohen Besucherzahlen. "Auch dieses Jahr war das Blechkuchenfest wieder ein voller Erfolg." red

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