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Burgkunstadt
burgkunstadt.inFranken.de  Der Versehrten- und Behindertensportverein feierte sein 50-jähriges Bestehen.

Wo Rekorde nicht im Vordergrund stehen

50 Jahre alt geworden ist in diesen Tagen der Versehrten- und Behindertensportverein Burgkunstadt. Beim großen Festakt machten alle Redner und Offizielle auf die Bedeutung des Vereins aufmerksam. Spor...
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Reinhard Beck (Mitte) wurde als einziges verbliebenen Gründungsmitglied für 50 Jahre und Annemarie Hofmann (Zweite von links) für 30 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet.  Foto: Roland Dietz
Reinhard Beck (Mitte) wurde als einziges verbliebenen Gründungsmitglied für 50 Jahre und Annemarie Hofmann (Zweite von links) für 30 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Foto: Roland Dietz

50 Jahre alt geworden ist in diesen Tagen der Versehrten- und Behindertensportverein Burgkunstadt. Beim großen Festakt machten alle Redner und Offizielle auf die Bedeutung des Vereins aufmerksam.

Sportwart Heinz Hofmann gab einen Rückblick über die 50 Jahre des Vereins. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Soldaten verwundet wurden und mit Kriegsbeschädigungen nach Hause kamen, bestand für Menschen mit Behinderung keine Möglichkeit, Sport zu treiben. Trotz staatlicher Anerkennung des Behindertensports war im Landkreis Lichtenfels kein Turn- oder Sportverein zu finden, der sich der Versehrten annahm oder ihnen die Möglichkeit zu sportlicher Tätigkeit gab. So konnte nur eine zielstrebige Selbsthilfe in dieser Angelegenheit zum Erfolg führen.

Am 15. Oktober 1968 gründeten Ignatz Mano, Reinhard Beck, Bruno Thienwiebel, Erwin Spindler, Fritz Huber, Heinrich Spörl und Wilhelm Langner die Versehrten-Sportgruppe (VSG). Finanziell unterstützte der VdK-Ortsverband Burgkunstadt mit einer Starthilfe von 100 DM den jungen Verein. Am 12. November fand im Gymnastikraum der Volksschule die erste Sportstunde statt.

Die VSG schloss sich dem Behinderten- und Versehrtensportverband sowie dem Bayerischen Landessportverband an. 1969 nahm der Verein am Landessportfest in Nürnberg teil. Nachdem in den ersten Jahren alle zwei Wochen das Kulmbacher Hallenbad besucht wurde, nahm man 1972 den Sportbetrieb in der Kathi-Baur-Halle auf und konnte das darunterliegende Hallenbad benutzen.

Gymnastik, Tischtennis, Softball und Bewegungsspiele sowie Schwimmen und Wassergymnastik waren die sportlichen Aktivitäten. Später kamen Volleyball, Prellball und Fußballtennis dazu. Verbunden mit dem Tischtennis fand eine bis heute bestehende Freundschaft mit dem Trimm-dich-Club Woffendorf ihren Anfang, die bis heute Bestand hat. 1980 fand erstmals ein Landesturnier statt, das in der Kordigasthalle in Altenkunstadt ausgetragen wurde.

Im sportlichen Bereich gelangen Bernd Hofmann und Heinz Hofmann mit der bayerischen Meisterschaft im Speerwurf und Kugelstoßen große Erfolge. 1997 begann der Einstieg in die Sportabzeichenabnahme. 1998 nahmen zum ersten Mal Frauen an den Sportstunden teil.

Seit 35 Jahren ist Uwe Bender schon Sportarzt des Vereins. Ebenfalls 35 Jahre war das einzig verbliebene Gründungsmitglied Reinhard Beck Schriftführer, seit 34 Jahren übt Heinz Hofmann das Amt des Schatzmeisters aus, 25 Jahre waren Wilhelm Blenk und 23 Jahre Heinz Hofmann als Sportwarte tätig. Diese Personen prägten den Verein in den letzten 50 Jahren mit ihren Mitstreitern wesentlich. Der Verein hat heute 44 Mitglieder.

2013 öffnete sich der Verein dem Rehasport. Als einziger Verein im näheren Umkreis erfüllte man die Anforderungen der Krankenkassen oder Rententräger. Seit 14 Jahren wird bei Regens-Wagner auch für das Erreichen des Sportabzeichens mit großem Erfolg trainiert. 195 Sportabzeichen konnten so abgelegt werden.

Abschließend dankte Sportwart Hofmann Übungsleiterin Karin Müller und Vereinswirtin Rita Helmut für ihr Engagement. Vorsitzender Dieter Friebe zeigte die schönsten Ereignisse der letzten 50 Jahre in einem Bildervortrag auf.

Für 20 Jahre aktive Beteiligung am Sportbetrieb wurden geehrt: Pauline Hügerich, Anneliese Hofmann, Ellen Friebe, Kurt Häublein, Giesela Hagel, Elisabeth Beck, Norbert und Waltraud Reinhardt.

Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Anneliese Hofmann und Gerhard Fiedler.

Seitens des oberfränkischen Verbandes zeichnete die Bezirksvorsitzende des BVS, Heidemarie Miklis, Heinz Hofmann und Uwe Bender mit dem "Bayreuther Eichala" aus.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Reinhard Beck geehrt.

Ein Höhepunkt des Abends war die Übergabe der Ehrenurkunde zum 50-Jährigen durch BLSV-Kreisvorsitzenden Hans-Peter Dentsch. Er erklärte, dass der Sport in Reha- und Behinderung sowie im sozialen Bereich eine besondere Funktion einnimmt. Diesen Menschen Sport und Spaß zu ermöglichen, sei nicht hoch genug anzurechnen.

Die Präsidentin des Behinderten- und Rehabilitations-Sportvereins Bayern, Diana Stachowitz, dankte dem Verein für das in einem halben Jahrhundert Geleistete. Bürgermeisterin Christine Frieß hob die Besonderheit der VSG Burgkunstadt hervor. Für die Mitglieder stehe dabei nicht das Erreichen von Rekorden und Medaillen im Vordergrund, vielmehr das Entdecken der eigenen sportlichen Leistungsmöglichkeiten und die Inklusion behinderter Menschen. Ruth Krank, Sportreferentin von Regens-Wagner, dankte der VSG mit Sportwart Heinz Hofmann an der Spitze für die geleistete Arbeit. VdK-Ortsvorsitzende Sylvia Heib und Bernhard Kraus von den Trimm-dich-Freunden Woffendorf gratulierten und wünschten weiter gute Zusammenarbeit.

Höhepunkt des Abend war dann die Ernennung von Heinz Hofmann zum Ehrenmitglied. Vorsitzender Dieter Friebe hob dabei seine Verdienste hervor und überreichte mit MdL Susann Biedefeld und Bürgermeisterin Christine Frieß die Ernennungsurkunde. Biedefeld lobte das sozialpolitische Engagement des Vereins. Aus Erfahrung könne sie behaupten: "Da geht man gerne hin." Roland Dietz

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