Weiher
"Lummerland"

Wo Kinder spielend Englisch lernen

Vokabeln pauken müssen die Jungen und Mädchen, die die Kindertagesstätte "Lummerland" in der Zinsfelderstraße besuchen, natürlich nicht. Dafür sind sie noch viel zu klein. Doch seit zehn Jahren spielt...
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Die englische Sprache gehört im Kindergarten "Lummerland" ganz selbstverständlich dazu. Sharon Brach (Dritte von rechts) spricht mit den Kleinen nur englisch - und die finden das toll.  Foto: Sonny Adam
Die englische Sprache gehört im Kindergarten "Lummerland" ganz selbstverständlich dazu. Sharon Brach (Dritte von rechts) spricht mit den Kleinen nur englisch - und die finden das toll. Foto: Sonny Adam

Vokabeln pauken müssen die Jungen und Mädchen, die die Kindertagesstätte "Lummerland" in der Zinsfelderstraße besuchen, natürlich nicht. Dafür sind sie noch viel zu klein. Doch seit zehn Jahren spielt Sharon Brach mit den Kleinen auf Englisch und bringt ihnen dabei die Sprache bei.

"Ich stamme von den Philippinen. Meine Mutter ist Chinesin, mein Vater Spanier", erzählt Sharon Brach. Zu Hause habe man Englisch gesprochen. Später hat Brach in New York gearbeitet, durch ihren Mann kam sie schließlich nach Deutschland. Und in Kulmbach bringt sie Kindern "Lummerland" spielend Englisch bei.

Sharon Brach unterhält sich mit den Jungen und Mädchen auf Englisch, tanzt und spielt mit ihnen. Die englische Sprache wird ganz natürlich in den Alltag integriert. "Hello, good morning. How are you?", singt Sharon Brach. Und die Kindergartenkinder antworten ganz automatisch "Fine, thank you". Zu einem Sprachwirrwarr kommt es bei den Zwei- bis Sechsjährigen nicht. Vielmehr finden die Kinder die englischen Worte cool. Schon beginnt Sharon Brach mit dem nächsten Spiel. Sie packt bunte Tücher aus und stimmt den Pinocchio-Song an. "Up" und "Down" oder "Turn around" - die Kinder verstehen jedes Kommando. Sie heben das rechte und das linke Bein, die Arme. Ganz so, wie es Sharon Brach wünscht.

Die Kinder finden's lustig

Und am Ende packen sie die bunten Tücher wieder ordentlich in die Kiste. Natürlich nicht, ohne dabei die Farben auf englisch zu erkennen.

"What ist up?" - "Oben", antworten die Kinder wie aus der Pistole geschossen. "Und down?" - "Unten". Schon die Kleinsten finden es lustig, sich in zwei Sprachen zu unterhalten.

Jeden Donnerstag gibt es im Kindergarten "Lummerland" einen Englisch-Tag. "Wir verfolgen den bilingualen Ansatz", erklärt Leiterin Kathrin Schmidt. Die Tagesstätte ist aber auch sonst eine Besonderheit, sie ist keine normale Betreuungseinrichtung, sondern eine Elterninitiative. Zwar gelten auch im "Lummerland" in der Zinsfelder Straße die Richtlinien des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans, doch die Eltern helfen bei der Betreuung mit, bringen sich mit ein.

Im "Lummerland" gibt es immer nur eine kleine Gruppe: Mehr als zwölf bis 15 Kinder können nicht aufgenommen werden. "Aber wir bieten eine durchgängige Betreuung von der Krippe bis zum Hort", so Schmidt. Die Kinder werden ab zwei Jahren betreut.

Zum "Lummerland" gehört auch ein großer Garten. Seit 1996 gibt es die Elterninitiative. Beim Tag der offenen Tür stand das Englischprojekt im Mittelpunkt.

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