Herzogenaurach

Wo ist das Nest?

Eine Storchengruppe hatte es sich kurzzeitig auf dem Schloss- dach gemütlich gemacht. Wurden da wohl die Nisthilfen vermisst?
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Störche halten Ausschau: Das Schlossdach ist ein beliebter Treff für Meister Adebar. Ein Nistplatz indes ist es erst mal nicht.  Foto: Manfred Welker
Störche halten Ausschau: Das Schlossdach ist ein beliebter Treff für Meister Adebar. Ein Nistplatz indes ist es erst mal nicht. Foto: Manfred Welker
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bernhard Panzer Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es. Aber eine Handvoll Störche sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Und wenn sich, wie am Sonntag geschehen, ein halbes Dutzend dieser stolzen und schönen Vögel auf dem Dach des altehrwürdigen Schlosses niederlässt, dann sind die Freunde von Meister Adebar allesamt verzückt und packen ihre Kameras aus, um das zu dokumentieren. Jahr für Jahr, seit wieder Störche an der Aurach brüten.

Freilich war in diesen Tagen der frohe Blick mit einigen Sorgenfalten belegt. Wo sollen die Tiere denn nisten, fragte sich wohl manch ein Passant. Auf keinen Fall droben auf dem Schlossdach. Denn dort sind die Nisthilfen abmontiert und die übrig gebliebenen Kamine für solche Zwecke unbrauchbar gemacht worden.

Um einer plötzlichen Entrüstung vorzubeugen: Das geschah nicht, weil man den Tieren Böses tun möchte, im Gegenteil. Auch wenn die Maßnahme im Behördendeutsch "Storchenvergrämung" heißt, so dient sie doch eher dem Schutz der Vögel. Denn wenn die Federtiere vom Schlossdach vertrieben sind, dann können sie auch nicht Opfer von Baumaschinen und vor allem Kränen werden. Und diese werden den Schlosshof in den kommenden Jahren zuhauf bevölkern. Schließlich stehen Abbruch und Neubau des Rathauses an.

Ersatz auf der Schule

Wo aber sollen die Tiere dann hin? Wenn sie sich auf dem Dach erst einmal umgeschaut haben und es sich bequem machen möchten, das wegen der Aufbauten aber nicht gelingt? Müssen sie dann in eine andere Stadt ausweichen?

Keineswegs, sagt Monika Preinl, die Umweltbeauftragte der Stadt Herzogenaurach. Sie müssen nur ein paar hundert Meter weiter fliegen, hinüber auf das Dach der Carl-Platz-Schule. Denn dort werden gleich vier Ersatznester errichtet. In zwei Wochen sollen die Konstruktionen aus Stahl und Holz aufgebracht werden.

Zu spät ist es dann noch nicht, sagt Preinl. Denn wenn der nistfreudige Herzogenauracher Vaterstorch ankommt, dann wartet er auf seine Gemahlin und erst nach einer Zeit des Werbens wird mit dem Nestbau begonnen. Unter den sechs Tieren, die am Sonntag auf dem Schlossdach gesichtet worden sind, sei er wohl er nicht gewesen, vermutet Preinl. Es waren dann schon eher Durchzöglinge.

Wie dem auch sei - Ein Vorbote für den Frühling war Adebar in seiner sechsfachen Ausführung allemal.



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