Coburg

Wo es eine singende Bademeisterin und Coburger Rutscher gibt

Am letzten Wochenende im August wird in Creidlitz traditionell die Kirchweih gefeiert. Das ist in Creidlitz seit einigen Jahren auch immer ein ökumenisches ...
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Am letzten Wochenende im August wird in Creidlitz traditionell die Kirchweih gefeiert. Das ist in Creidlitz seit einigen Jahren auch immer ein ökumenisches Ereignis. Die evangelische Kirchengemeinde der Martin-Luther-Kirche und die römisch-katholische Kirchengemeinde tun sich dann in Freundschaft zusammen. Der ökumenische Kirchweihgottesdienst findet in diesem Jahr am Sonntag, 27. August, um 9.15 Uhr in der St.-Elisabeth-Kirche statt. Dann nehmen die Creidlitzer Christen auch Abschied von Kaplan Johannes Saffer, der in den vergangenen beiden Jahren die Katholiken im Coburger Süden und in Niederfüllbach seelsorgerlich betreut hatte.
Aber zur Creidlitzer Kirchweih gehört auch das gesellige, bayerisch-fränkische Kirchweihtreiben. Das geht los, wenn am Donnerstag und am Freitag in den ortsansässigen Gaststätten die echten Coburger Klöße, die "Coburger Rutscher", auf dem Tisch stehen und mit Rinderbrust oder Tafelspitz und einer Meerettichsoße, in anderen Teilen Oberfrankens spricht man auch vom Kren, serviert werden. Da darf auch ein gestandenes Mannsbild die eine oder andere Träne fließen lassen. Gesund ist der Kren allemal.
Aber auch an den anderen Tagen können die Creidlitzer und ihre Gäste sich von ihren Gastwirten verwöhnen lassen. Denn Coburger Rutscher mit leckeren Braten gibt es bis zum Kirchweihmontag.
Ein weltlicher Höhepunkt ist am Samstag, 26. August, um 19.30 Uhr der Kirchweihtanz im Schützenhaus. Für gute Laune sorgt dann die "singende Bademeisterin" Franziska Friedrich, die vielen Gästen sicher auch aus Bad Rodach bekannt ist. Das ursprüngliche Straßendorf Creidlitz im Süden der Stadt Coburg wurde im Jahr 870 erstmals urkundlich erwähnt. Es sollten aber fast 1100 Jahre vergehen, bis in Creidlitz das erste Gotteshaus errichtet wurde. Das war 1956 die Martin-Luther-Kirche. Ihr Erbauer war Reinhard Claaßen. Nach fast einem Jahrtausend Wartezeit ging es aber dann schnell weiter. 1961 folgte der Bau der St.-Elisabeth-Kirche durch den Baumeister Josef Rauschen. Zunächst gehörten die Creidlitzer zur Pfarrei St. Peter und Paul auf der Veste Coburg. Von der Reformationszeit an war Creidlitz ein Bestandteil des Kirchspiels Seidmannsdorf (Unsere liebe Frau), und von 1840 bis eben 1956 war die Niederfüllbacher Schlosskapelle Pfarrkirche auch für den Nachbarort Creidlitz. 1972 gab Creidlitz seine politische Selbstständigkeit auf und schloss sich der Stadt Coburg an.
Am Kirchweihmontag, 28. August, geht es im und am Feuerwehrhaus in Creidlitz rund. Um 16 Uhr wird der Bratwurstrost angeschürt. Außerdem werden die Gaumen der großen und kleinen Kirchweihgäste mit Chicken Nuggets, Pommes Frites und Pizza verwöhnt. Für die süßen Leckermäuler gibt es natürlich auch eine passable Kuchenauswahl. Vom kühlen Bier bis zum heißen Kaffee stehen allerlei Getränke bereit. Wer sein Auto wegen des Führerscheins lieber stehen lassen will, kommt mit der Stadtbuslinie 1 gut nach Creidlitz. Die Deutsche Bahn AG fährt mit Bussen und Bahn nach Creidlitz. mako

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