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Analyse

Wo die Landratskandidaten punkteten und wo sie nicht so gut ankamen

Trotz einem Verlust von mehr als sieben Prozent gegenüber der Landratswahl vor sechs Jahren hat Johann Kalb (CSU) am Sonntag ein respektables Ergebnis eingefahren. Zur absoluten Mehrheit hat es mit 49...
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Johann Kalb (CSU), 49,46 %
Johann Kalb (CSU), 49,46 %
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Trotz einem Verlust von mehr als sieben Prozent gegenüber der Landratswahl vor sechs Jahren hat Johann Kalb (CSU) am Sonntag ein respektables Ergebnis eingefahren. Zur absoluten Mehrheit hat es mit 49,46 Prozent dennoch nicht ganz gereicht. Wo hat er also die entscheidenden Stimmanteile verloren? Wo haben seine Konkurrenten gepunktet - und wo blieben diese hinter ihren Erwartungen zurück?

Zunächst einmal kann Kalb feststellen, dass er in 20 der 36 Landkreiskommunen weiterhin mehr als 50 Prozent der Wähler hinter sich weiß, in sechs Gemeinden sind es gar mehr als 60 Prozent. Doch in einigen dieser schwarzen Hochburgen hat er besonders stark verloren. Zum Beispiel in Wattendorf, wo er 2014 noch 80 Prozent erzielte, waren es nun nur noch knapp 66. In Stadelhofen büßte er fast 20 Prozentpunkte ein, und kam nur noch auf knapp 55 Prozent.

Starke Einbußen in Hirschaid

Entscheidender als in diesen kleinen Juragemeinden dürften aber die Verluste vor allem im südlichen Landkreis und einigen stadtnahen Großgemeinden gewesen sein. So ging der Stimmenanteil des Amtsinhabers gerade im Umfeld seiner Heimatgemeinde Buttenheim stark zurück. In Hirschaid sank er von 71,7 auf 53,5 Prozent, in Altendorf von 67,3 auf 53,8 Prozent. Zweistellig wurden die Verluste beispielsweise auch ein Frensdorf (-12,2), Pettstadt (-13,2), Walsdorf (13,8) und Scheßlitz (14,8).

In drei Großgemeinden musste Kalb sogar seinen Konkurrenten den Vortritt lassen: In Strullendorf, Stegaurach und Rattelsdorf gewannen die jeweiligen Lokalmatadoren.

Stichwahlgegner Andreas Schwarz siegte in seiner Heimatgemeinde Strullendorf mit 42,9 Prozent, exakt 20 Prozentpunkte mehr als er landkreisweit erhielt. Kalbs Ergebnis sank in Strullendorf auf 40,5 Prozent, nach 62,7 Prozent vor sechs Jahren. In Stegaurach lag Bernd Fricke (Grüne) mit 40 Prozent klar vorn. Kalb fuhr hier mit 31,8 Prozent (nach 50,8 vor sechs Jahren) sein schwächstes Ergebnis ein. Mit einem lachenden Auge kann der Landrat dagegen auf die Niederlage in Rattelsdorf blicken. Dort endete das Rennen zwar mit 40,1:36,2 für Bruno Kellner (FW), doch vor sechs Jahren war es noch 56:29 ausgegangen. Für Kalb bedeutet das einen satten Zugewinn von gut sieben Prozentpunkten.

Zulegen gegenüber 2014 konnte der Amtsinhaber auch in sieben weiteren Gemeinden, vor allem dort, wo die örtliche CSU bei Bürgermeisterwahlen stark punkten konnte und die SPD-Bürgermeister schwächelten. Die Gewinnspanne reichte von 0,1 Prozentpunkten in Lisberg (wo 2014 noch der FDP-Kandidat Liebhard Löffler fast 30 Prozent geholt hatte) über Hallstadt (plus 2,2 Prozentpunkte) bis Reckendorf, wo Kalb sogar satte elf Prozent über seinem Ergebnis vor sechs Jahren lag.

Schwarz konnte im Vergleich zum 2014er SPD-Kandidaten Heinz Jung in fast allen Kommunen Zugewinne einfahren. Nur in Hallstadt hatte Lokalmatador Jung mit 40,6 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis gehabt, als nun Schwarz mit 24,9. Schwarz erzielte seine besten Ergebnis nach Strullendorf dort, wo jeweils auch die amtierenden SPD-Bürgermeister klar bestätigt wurden: in Oberhaid (33,7 Prozent) und Gundelsheim (33 Prozent). Aber auch in Walsdorf kam er auf fast 31 Prozent. Traditionell schwach schnitt der SPD-Kandidat in Wattendorf (12,9 Prozent) und Königsfeld (11,6 Prozent) ab, allerdings hatten die SPD-Ergebnisse 2014 dort noch bei 7,1 bzw. 3,4 Prozent gelegen.

Traditionelle Hochburgen

Fricke punktete vor allem in den Gemeinden, in denen die Grünen traditionell gute Ergebnisse erzielen: Bischberg 14 Prozent und Litzendorf 13,6. Schwach sind die Grünen nach wie vor auf dem Jura (Wattendorf 2,2 und Stadelhofen 2,4 Prozent).

Dort erzielte ÖDP-Kandidat Tobias Sieling bessere Ergebnisse: Stadelhofen 8,9, Wattendorf 6,8 und Königsfeld 6,6 Prozent. Es ist nicht gaz klar, ob die ÖDP als grüne Alternative hier punktete, oder ob es an der Nähe zu Scheßlitz lag, wo Sieling lebt und respektable 14,6 Prozent erhielt. FDP-Kandidat Marco Strube konnte sich dagegen nur in seinem Heimatort Hirschaid mit 4,0 Prozent einigermaßen deutlich von seinem Gesamtergebnis (2,1 Prozent) abheben.