Coburg

"Wir sind wieder in Phase Eins"

Die Geschichte des DSZ-Umbaus wird weitergehen, versprechen Thomas Siebenhaar und Marcus Thiele von der Eigentümerfirma Projekt Bauart. Sie können im Moment nur nicht genau sagen, wann.
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Offene Baustelle: Im ehemaligen DSZ am Hofgarten sollen 55 Wohnungen entstehen. Die Eigentümerin Projekt Bauart sucht derzeit einen neuen Generalunternehmer für die Umgestaltung von DSZ (links), ehemaligem Internat (rechts) und den Bau der Tiefgarage. Foto: Jochen Berger
Offene Baustelle: Im ehemaligen DSZ am Hofgarten sollen 55 Wohnungen entstehen. Die Eigentümerin Projekt Bauart sucht derzeit einen neuen Generalunternehmer für die Umgestaltung von DSZ (links), ehemaligem Internat (rechts) und den Bau der Tiefgarage. Foto: Jochen Berger
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Das Projekt war von Anfang an kein leichtes. Einmal wegen des Umfangs: Das ehemalige Diakonisch-Soziale Zentrum, ein Betonbau, der eine Schule für Körperbehinderte, Beratungsstellen und ein Internat umfasste, soll in eine Wohnanlage umgewandelt werden. Damit das Ganze für die Investoren interessanter (und lukrativer) wird, gibt die Stadt noch das Grundstück an der Leopoldstraße dazu, auf dem sich früher das Gefängnis befand. Gegen die geplante sehr kompakte Bauweise entlang der Straße protestieren zwar die Nachbarn, können sich aber weder auf politischem noch auf dem Klageweg durchsetzen.

Die ersten Abschnitte des Projekts gehen wie geplant voran: Im Mai 2018 wird der untere Teil der Wohnanlage an der Leopoldstraße, 17 Apartments, an die Firma Brose übergeben, zum Jahreswechsel 2018/19 gehen auch die 21 Wohnungen im zweiten Teil des Gebäudes an die privaten Eigentümer über.

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Bauträgerfirma Projekt Bauart schon in Verhandlungen mit einem Generalunternehmer für die verbleibenden drei Bauabschnitte: den Umbau des DSZ, des daneben befindlichen früheren Internats und den Bau einer Tiefgarage. Im März 2019 sei der Bauvertrag geschlossen wurden, sagt Michael Siebenhaar, Geschäftsführer von Projekt Bauart.

Es folgen weitere "letzte Abstimmungsgespräche, man war sich technisch und wirtschaftlich einig", sagt Siebenhaar. Doch die Baufirma habe noch einige Dokumente vorlegen müssen, um das Projekt abzusichern. Doch darauf warten er und sein Geschäftsführerkollege Markus Thiele vergeblich.

Im Sommer 2019 sei dann klar gewesen, dass der Fertigstellungstermin nicht mehr zu halten war, erläutert Marcus Thiele. Deshalb seien alle Interessenten, die sich eine der 55 Wohnungen im ehemaligen DSZ reserviert hatten, informiert worden, und die bestehenden Verträge wurden aufgelöst. Thiele erklärt das mit dem Verkaufsmodell: Damit die Käufer Sonderabschreibungen und Fördermöglichkeiten nutzen können, wurden die Wohnungen schon in einem sehr frühen Stadium reserviert. "Aber dann muss auch die Fertigstellung zu einem bestimmten Termin garantiert werden." Die Vertragspartner hätten sich aber allesamt verständnisvoll gezeigt, und ein Großteil von ihnen sei weiterhin an einer der Wohnungen am Hofgarten interessiert. Bis auf zwei seien alle Wohnungen reserviert gewesen, sagt Thiele.

Inzwischen, berichtet Siebenhaar, habe der Generalunternehmer mitgeteilt, dass er die geforderten Unterlagen nicht vorlegen könne. Damit sei der Vertrag aufgelöst. "Wir befinden uns nun wieder in Phase Eins." Erneut laufen Gespräche mit Baufirmen, die als Generalunternehmer in Frage kommen.

Doch der Umbau des gut 36 Meter tiefen DSZ-Gebäudes hat seine eigenen Herausforderungen, wie Siebenhaar erläutert. "Da muss ein Lichthof geschaffen werden, und um die Einschnitte in das Gebäude herum muss man statische Probleme lösen." Bevor also ein neuer Vertrag mit einem neuen Generalunternehmer geschlossen werden kann, ist noch einiges zu rechnen und zu verhandeln. Siebenhaar und Thiele machen deshalb keine Prognose, wann es mit der Baustelle weitergehen kann. Die ersten Angebote seien frühestens Anfang 2020 zu erwarten, ein Baubeginn nicht vor Sommer 2020. "Lieber brauchen wir in der Vorbereitung ein paar Monate länger", sagt Siebenhaar. Wichtig sei, dass sich die eigentliche Bauphase nicht unnötig in die Länge ziehe, wegen der Belastung mit Lärm und Dreck für die Anwohner.

"Das Einzige, was uns stört, ist die Baukonjunktur", sagt Siebenhaar. Schon vor einem Jahr hätten es sich die Baufirmen mehr oder weniger "aussuchen können, wo sie arbeiten". Siebenhaar erwartet auch keine grundlegende Besserung dieser Situation, denn inzwischen herrsche im Bausektor schon Fachkräftemangel.

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